Basketball Jetzt hat es auch die Elephants erwischt

Grevenbroich · Nach einer Serie von 13 Siegen in Folge verliert Grevenbroich zum ersten Mal, bleibt aber trotz der 77:78-Heimniederlage vor mehr als 550 Zuschauern im Topspiel gegen die TG Düsseldorf Tabellenführer der Zweiten Basketball-Regionalliga.

 Nichts geht: Wann immer die Elephants, hier mit Casey Carpinello (l.), den Weg zum Korb suchten, war der sprunggewaltige und mit der (Arm-) Spannweite eines Kondors ausgestattete Deion Giddens zur Stelle.

Nichts geht: Wann immer die Elephants, hier mit Casey Carpinello (l.), den Weg zum Korb suchten, war der sprunggewaltige und mit der (Arm-) Spannweite eines Kondors ausgestattete Deion Giddens zur Stelle.

Foto: Wolfgang Walter

Mehr Drama als bei der 77:78-Niederlage (Halbzeit 35:55) der NEW‘ Elephants im Topspiel der 2. Basketball-Regionalliga gegen die TG Düsseldorf geht kaum. Das Finale: Obwohl die Gastgeber vor 550 Zuschauern in der Sporthalle Gustorf kurz zuvor noch mit 71:65 (36.) geführt haben, geraten sie nach dem gelungenen Dreipunktewurf von Yan Kheir zum ersten Mal seit Beginn der zweiten Hälfte ins Hintertreffen (71:73/38.). Als noch 1:45 Minute zu spielen ist (73:75), verfehlt Marc Raß zwar den Korb der TG, doch bei deren Angriffsaktion handeln sich Deion Giddens ein unsportliches und Götz Twiehoff ein technisches Foul ein. Von den drei daraus resultierenden Freiwürfen verwandeln Jonathan Coles (1/1) und Jonathan Broer (2/0) aber nur einen, den außerdem zugesprochenen Ballbesitz nutzt Casey Carpinello 1:08 Minute vor Schluss per Dreier zum 77:75 für die Elephants.

Auf der anderen Seite patzt der Düsseldorfer Miguel Iglesias Fernandez an der Freiwurflinie (2/0), und weil der Rebound an Jonathan Broer geht, haben die Hausherren nun alle Trümpfe in der Hand. Doch mit noch 32,2 Sekunden auf der Spieluhr tropft der Ball nach einem Wurf von Marc Raß zurück ins Feld und in die Arme der Gäste. 26 Sekunden vor dem Ende setzt Dave Böhm die Elephants mit seinem Dreier zum 78:77 unter Druck. Dem ist der Tabellenführer nicht gewachsen: Weil sich die beiden Alphatiere Marc Raß und Casey Carpinello nicht auf eine gemeinsame Strategie einigen können, landet der Ball schließlich viel zu spät bei Moses Kazembola, dessen unvorbereitete Angriffs(not)aktion an den langen Armen von Deion Giddens scheitert. Der von den Grevenbroichern daraufhin per Foul an die Freiwurflinie gepresste Christian Hustert verfehlt mit seinem ersten Wurf den Korb und setzt den zweiten mit Absicht an den Ring, um die bei 2,8 Sekunden gestoppte Uhr wieder in Gang zu bringen. Marc Raß bleibt damit nur noch die Option, den Ball aus der eigenen Hälfte heraus Richtung Korb zu schleudern. Doch das Leder klatscht nur an den Ring - das Match ist für die Elephants verloren.

Und das war für den maßlos enttäuschten, aber erstaunlich gefasst wirkenden Coach Ken Pfüller vor allem das Ergebnis eigener Unzulänglichkeiten. „Wir haben zu viel liegengelassen“, monierte er nüchtern.

Das Nervenspiel in den Schlusssekunden hätten sich die Jungs von der Erft in der Tat ersparen können. Obwohl sie während 25:38 der insgesamt 40 Spielminuten vorne lagen (Düsseldorf führte nur 3:22 Minuten), gelang es ihnen nie, sich entscheidend abzusetzen. Möglich wäre das zum Beispiel beim 25:16 (11.) zu Beginn des zweiten Viertels gewesen. Doch stattdessen konterte der Vorjahresmeister seinerseits mit einem 11:0-Lauf zum 27:25 (14.).

Weil das hocherfahrene Team aus der Landeshauptstadt mit US-Center Deion Giddens zudem die Bretter beherrschte (40:23-Rebounds), zerfaserte das Spiel der mitunter ratlos wirkenden Schlossstädter in Einzelaktionen. Das hätte trotzdem geklappt, wenn der flinke Jonathan Coles die Scharfschützen Casey Carpinello und Marc Rass, aber auch Din Pobric, Jonathan Broer und Fabian Berens wirkungsvoller hätte einsetzen können. Auch die unterschiedlichen Verteidigungsvarianten der Elephants bereiteten den trotz ihres fortgeschrittenen Alters erstaunlich agilen Gästen weniger Probleme als erwartet. Bezeichnend dafür war der schlimme zweite Abschnitt (8:6), in dem beim Primus, der bei seinen 13 Siegen zuvor im Schnitt fast 100 Punkte aufgelegt hatte, so gut wie gar nichts ging.

Dass Pfüller das Unheil hatte kommen sehen („Seit dem Sieg über die RheinStars Köln befinden wir uns in einem Abwärtstrend.“), machte die Sache nicht besser. Und ausgerechnet jetzt steht für die angeknockten Elephants am Samstag das Lokalderby bei der TG Stürzelberg auf dem Programm, bevor die Liga eine Pause bis zum 4. März einlegt.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort