Tennis: Jetzt hat Blau-Weiss wieder alle Chancen

Tennis : Jetzt hat Blau-Weiss wieder alle Chancen

Der 4:2-Sieg in Düsseldorf könnte der Grundstein für den Verbleib in der Tennis-Bundesliga sein.

Als die erste Aufregung und die erste Freude verklungen war, griff Andreas Jülich zum Mobiltelefon und bestellte erst einmal einen Tisch auf der Terrasse des Dorint-Hotels: "Das muss gefeiert werden", darin waren sich der Vorsitzende des TC Blau-Weiss Neuss und sein Teamchef Dietmar Skaliks nach dem 4:2 im Düsseldorfer Rochusclub, dem ersten Saisonsieg des Bundesliga-Rekordmeisters und dem ersten überhaupt unter ihrer Regie, schnell einig.

Die Steine, die um 17.17 Uhr am Rolander Weg von ihren Herzen plumpsten, dürften noch im Linksrheinischen zu hören gewesen sein. Denn der Sieg bescherte nicht nur zwei im Abstiegskampf enorm wichtige Punkte – "die hatte nämlich keiner auf seiner Rechnung", meinte Doppel-Spezialist André Begemann. Er beseitigte auch aufkommende Zweifel an der Bundesliga-Tauglichkeit des nach der Trennung von Marc Raffel in aller Eile zusammengestellten Ensembles. "Das war heute ein Sieg der größeren mannschaftlichen Geschlossenheit," befand Jülich mit Blick auf diesbezügliche Kritik am Auftreten der Blau-Weissen bei der 2:4-Schlappe am Freitag gegen Burghausen.

Gestern hatten die Gäste in dieser Hinsicht mehr in die Waagschale zu werfen als die Düsseldorfer, denen – ähnlich wie einigen Blau-Weissen am Freitag – nur bedingt anzumerken war, dass es sich um ein mannschaftssportliches Ereignis handelte. Die Neusser haben damit den Kampf um den Ligaverblein extrem spannend gemacht, denn auch die Düsseldorfer sind noch lange nicht an Schmitz' Backes vorbei. Und in GW Mannheim, das gestern trotz der Einsätze von Janko Tipsarevic und Tommy Haas mit 2:4 gegen Erfurt unterging, gehört plötzlich ein Klub mit ganz anderen Zielvorstellungen und Erwartungen zum Kreis der "Abstiegskandidaten" – ein Etikett, das nach drei von neun Spieltagen auf sieben der zehn Tennis-Bundesligisten zutrifft.

(-vk)
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