Lokalsport: Jasper Chiwuzie ist kein Elephant mehr

Lokalsport: Jasper Chiwuzie ist kein Elephant mehr

Der chronisch unzufriedene Center aus England und der Basketball-Regionalligist aus Grevenbroich haben ihre Zusammenarbeit beendet. Im Heimspiel gegen Bielefeld fehlt den Gastgebern heute auch US-Profi Mitch Penner.

Plötzlich ging alles ganz schnell: Am Sonntag machte Jasper Chiwuzie, in Grevenbroich nie richtig heimisch geworden, seiner Unzufriedenheit mal wieder Luft, ließ in seinem Post an Hartmut Oehmen kein gutes Haar an den NEW' Elephants. Der Trainer und Manager reagierte prompt, präsentierte dem Center am Mittwochabend vor dem Mannschaftstraining den Auflösungsvertrag. "Damit haben wir nur seinem Wunsch entsprochen", sagte er ungerührt. Bereits am Donnerstag saß der in Nigeria geborene Englänger im Flieger zurück nach London.

"Schade um das Talent, das er hat", führte Oehmen weiter aus: "Er hat eine unheimliche Power vorne. Aber das Maß war einfach voll, hier hatten alle genug von seinen Diva-Allüren." Der stets mit großer Entourage aufgetretene 29-Jährige hatte in den vergangenen Wochen nur noch selten überzeugt. "Lässt man die Partie gegen Hagen-Haspe mal raus, ist er in den letzten fünf Spielen nur noch auf 6,4 Punkte und 4,3 Rebounds im Schnitt gekommen", hat Oehmen ermittelt. Unterm Strich stehen für Chiwuzie, der im Sommer erst spät den Weg an die Erft gefunden hatte, nach seinen 17 Spielen im Trikot der Elephants 12,1 Punkte und 8,8 Rebounds zu Buche. Oehmen: "Es ist mit uns geräuschlos zu Ende gegangen." Der Abgang des Engländers trifft die Elephants nicht ganz so hart, verfügen sie in Lennard Jördell doch noch über einen zweiten, mindestens genauso leistungsstarken Center.

Allerdings mutet der Kader der Dickhäuter vor dem Gastspiel des Schlusslichts TSVE Bielefeld heute Abend (19\.30 Uhr) in der Halle am Torfstecherweg in Gustorf doch ein wenig schmalbrüstig an. Schließlich ist auch Mitch Penner immer noch raus. Der schwer erkältete US-Profi hatte bereits am vergangenen Wochenende in Frintrop gefehlt. "Ihm geht's wirklich schlecht", hat Oehmen erfahren.

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Zudem kann der angeschlagenen Co-Trainer Simon Bennett, in Frintrop nach seiner frühen Einwechslung ganz maßgeblich am erst in der Verlängerung eingebrachten 97:92-Sieg beteiligt, nur im Notfall eingreifen. Oehmen ist trotzdem sehr guter Dinge. "Eine erste Fünf mit Farid Sadek, Lukas Kazlauskas, Femi Oladipo, Marko Boksic und Lennard Jördell ist jetzt auch nicht ganz so schlecht", findet er. Und vielleicht schon mehr als die Gäste aus Ostwestfalen verkraften können. Denn das Schlusslicht hat Probleme:

US-Profi Chris Lee, mit 14,2 Punkten Topscorer der Mannschaft, steht ebenso nicht mehr zur Verfügung wie Dyon Doekhi (13,7), der unmittelbar nach Bielefelds 86:105-Niederlage gegen Ibbenbüren zum TSV Neustadt gewechselt ist. Der im Vorjahr in Grevenbroich aussortierte Peter Marcic (12,2) fehlte gegen den tvi ganz. Bleiben als verlässliche Größen bei den Dolphins lediglich Bastian Landgraf (10,5), der es Oehmen freilich genauso angetan hat wie der zuvor auch schon in Herford tätige Omar Zemhoute ( 14,7). Eine Herausforderung für jeden Hallensprecher ist Center Yuliy Arabadzhiyski. Beim 87:78-Sieg Hinspiel hatten die Elephants nicht unbedingt ans Limit gehen müssen. Von den mit Robin Richter (14) vier besten Punktesammlern könnten heute in Doekhi (18), Lee (14) und Marcic (13) drei fehlen. Nicht nur darum ist Oehmen trotz der eigenen Personalsorgen sehr optimistisch, "dass wir's schon irgendwie richten werden."

Denn in der Schlossstadt blicken schon jetzt alle Basketballfans gebannt aufs nächste Wochenende (11\. Februar), wenn es zum Spitzenreiter und Topfavoriten EN Baskets Schwelm geht. "Da sollten dann tunlichst alle fit sein", hofft Oehmen. Das Hinspiel hatten die Grevenbroicher eher unglücklich mit 74:83 verloren.

(NGZ)
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