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Korschenbroich: Jäger fordern mehr Rücksicht im Wald

Korschenbroich : Jäger fordern mehr Rücksicht im Wald

Nachdem in Korschenbroich zwei Rehe von Hunden gerissen wurden, sind die Jäger in Alarmbereitschaft. Immer häufiger missachten Spaziergänger den Lebensraum der Waldtiere. Auch Geocacher werden inzwischen zum Problem.

Tote Hasen hat Hans Willibert Ramrath schon häufiger gesehen. Der Liedberger ist schließlich Jäger. Doch in letzter Zeit werden Hasen in seinem Revier immer häufiger von Hunden gejagt — bis hin zum Tod. Auch der Fall von zwei zu Tode gehetzten Rehen sorgte vor wenigen Wochen für Empörung in Korschenbroich. "Viele Hundebesitzer haben kein Verständnis für die Lebenswelt der Wildtiere. Sie lassen ihre Hunde einfach querfeldein laufen, ohne Leine", erklärt der Revierpächter und ergänzt: "Da muss was gemacht werden. Wir Jäger wollen für mehr Miteinander werben — es ist klar, dass wir aufeinander zugehen müssen. Wir hoffen nur auf mehr Rücksicht und Verständnis für die Tiere im Wald."

Doch es sind nicht nur die Hundebesitzer, die ihm durch rücksichtsloses Verhalten Sorgen bereiten. "Auch Geocacher müssen mehr auf die Natur achten — kürzlich habe ich einen Schatz der Geocacher direkt unter einem Eulen-Nest gefunden — das ist natürlich unmöglich."

Immer mehr Entdecker machen sich auf digitale Schatzsuche in der Natur. Allerdings stellt auch der Naturschutzbund (Nabu) fest, dass die "Caches" — also die als Ziele versteckten Schätze — oft in Naturschutzgebieten versteckt sind. Das ist laut Landschaftsgesetz verboten. Denn diese Gebiete sind Rückzugsflächen für Tier- und Pflanzenarten, die es teilweise an anderen Stellen nicht mehr gibt. Naturschützer bitten daher immer wieder darum, die Schätze nicht in geschützten Gebieten abseits der Wege zu verstecken. Oftmals wurden auch schon Schätze für die digitalen Schatzsucher in Höhlen oder in Bäumen versteckt.

Dies ist allerdings auch verboten, da diese Orte Lebensraum für Vögel und andere Tiere sind. "Das Wild hat durch die Landwirtschaft sowieso schon immer weniger Ruhezonen. Die wenigen müssen wir schützen", erklärt Thomas Groß. Der stellvertretende Hegeringleiter hat ebenfalls schon häufig Caches tief im Wald gefunden. "Viele wissen gar nicht, was für ein Schaden entsteht. Allein die Störung und Aufscheuchung des Wildes ist fatal." Sowohl Hundebesitzer und Geocacher sollten daher immer auf den Wegen bleiben und die Hunde nicht einfach ohne Leine über Wiesen oder in den Wald laufen lassen. Gerade jetzt herrscht für viele Tiere im Wald Hauptbrutzeit — auch für viele Vogelarten, wie zum Beispiel Rebhühner, Fasane oder Lerchen. "Schon die Beunruhigung eines Tieres ist strafbar", erklärt auch Claus von Kannen von der Arbeitsgruppe Umweltschutz des Heimatvereins Korschenbroich.

Zurzeit haben viele Rehe Nachwuchs; die Kitze sind besonders gefährdet. Denn in den ersten Wochen nach der Geburt flüchten sie gar nicht, wenn sich ein Hund nähert. Und auch danach dauert es noch eine Weile bis sie kräftig genug sind, Reißaus zu nehmen.

(NGZ/ac)