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Korschenbroich: Investor stellt Altenheimpläne vor

Korschenbroich : Investor stellt Altenheimpläne vor

An der Friedrich-Ebert-Straße in Korschenbroich soll zeitnah eine Senioren-Residenz errichtet werden. Der Bremer Investor Harald Janßen stellte 100 Bürgern sein Projekt vor. Das Konzept erntet Lob, der Standort bleibt weiter umstritten.

Mit einer beeindruckenden Präsentation wollte Harald Janßen jetzt gemeinsam mit der Stadtspitze die Korschenbroicher auf seine Pläne an der Friedrich-Ebert-Straße einstimmen. Der Investor aus Bremen will zwischen der Bahnlinie und der Landesstraße 381 eine Seniorenanlage mit 80 Altenheimpflegeplätzen und etwa 90 altengerechten Wohnungen bauen. Geplant sind drei großzügige Gebäuderiegel — ein- bis dreigeschossig. Janßen spricht von "Stadthaus-Charakter mit Aktiv-Park". Obwohl der Geschäftsführer der Janßen Grundstücksgesellschaft (JGG) mit dem Konzept bei den gut 100 Anwesenden im Gymnasium punktete, konnte er die Bedenken der Kritiker nicht ausräumen. Für sie ist die Umgebung "menschenunwürdig".

Kritiker und Anhänger der Bürgerinitiative "Nein zum Heim" sind nicht nur gegen den Standort Friedrich-Ebert-Straße (L 381). Sie sind auch sauer. Ihnen passt die Informationspolitik der Stadt Korschenbroich nicht. Erst wird das 8000 Quadratmeter große Areal Ende Januar an die Bremer JGG verkauft, dann erst folgt die Bürger-Information. Dass Bürgermeister Heinz Josef Dick das Senioren-Projekt am geplanten Standort für "gut, richtig und geeignet" hält, betonte der Verwaltungschef am Mittwochabend gleich mehrfach.

Eine Stunde Zeit nahm sich das JGG-Team, um seine Erfahrungen, bisherigen Projekte und die Pläne für Korschenbroich zu präsentieren. Bürgermeister Dick, Fachbereichsleiter Georg Onkelbach und Amtsleiter Dieter Hoffmans ergänzten den Zeitplan für die Stadt. Danach entwickelte sich eine 90 Minuten lange Diskussion. Unternehmer Werres, selbst an der L 381 mit einem schmucken Firmensitz beheimatet, war einer der Fürsprecher. Er hofft auf eine verbesserte Optik an der Stelle.

Die Kritik an der Dauerbeschallung durch Zug- und Autolärm ließ Architekt Müller nicht gelten. "Wir bauen eine Einrichtung mit Hotelcharakter, mit außerordentlicher Qualität und besonderer Isolierung." Der Hinweis von Friedel Herten, Altenheime und Kitas gehörten zu den schützenswertesten Gebäuden, wurde ignoriert. Peter Irmen sprach für die Kritiker: "Ich bin nicht gegen ein Altenheim, ich bin gegen den gewählten Standort." Hans-Ulrich Klose pflichtete ihm bei: "Ich halte die Pläne für außerordentlich gut. Das Problem sind die Hauptverkehrsachsen. Meine Bedenken sind nicht ausgeräumt."

(NGZ)