Interview mit Korschenbroichs Citylauf-Chef Hans-Peter Walther

Interview : Hans-Peter Walther: „Die Mischung stimmt nach wie vor“

Am Tag danach war Aufräumen angesagt im Büro von Hans-Peter Walther. Mit dem Gefühl, auch bei der 31. Auflage einen gelungenen City-Lauf über die Bühne gebracht zu haben, kann der 67-Jährige am Ende der Woche mit seinen Leichtathleten vom Korschenbroicher LC beruhigt ins Trainingslager nach Italien fahren.

Vorher zieht der offiziell im Ruhestand befindliche, frühere  Sportamtsleiter der Stadt Korschenbroich ein Fazit jenes Laufs, für dessen Organisation er zum 30. Mal verantwortlich zeichnete.

Herr Walther, wie ist Ihre Stimmung am „Tag danach“?

Hans-Peter Walther Bestens. Ich bin heute Morgen durch die Stadt gegangen und die Leute haben mich gefragt, wann denn im nächsten Jahr der City-Lauf stattfindet. Nicht nur, weil sie sich jetzt schon darauf freuen, sondern auch, weil Sie dann wissen, wann schönes Wetter ist. Am Sonntag war sicherlich wettertechnisch einer der schönsten Citylauftage überhaupt, aber tatsächlich kann ich mich in den dreißig Jahren überhaupt nur an eine verregnete Veranstaltung erinnern.

Vom Wetter mal abgesehen, wie fällt Ihr Fazit aus?

Walther Ich bin rundherum zufrieden, meine Wünsche sind alle in Erfüllung gegangen. Abgesehen von der kleinen Panne im Elitelauf der Frauen hat alles reibungslos funktioniert, es gab keine Zwischenfälle auf oder neben der Strecke. Und das wichtigste: Es ist uns wieder gelungen, genügend Korschenbroicher, aber auch Besucher aus anderen Städten zu motivieren, zu uns zu kommen, mitzulaufen, zuzuschauen oder beides zu tun.

Wie erklären Sie sich, dass dieser Lauf, wenn man Teilnehmer- und Besucherzahlen addiert, statistisch gesehen mehr als die Hälfte aller Einwohner von Korschenbroich anlockt?

Walther Ganz einfach: Weil die Mischung nach wie vor stimmt. Ich glaube nicht, dass so viele Zuschauer kämen, nur um den Familienlauf oder den Volkslauf zu erleben. Umgekehrt glaube ich auch nicht, dass so viele nur zum Lauf der Asse kämen. Es ist das Zusammenspiel zwischen der großen Breite und der kleinen Qualität, die das Besondere an diesem Lauf ausmacht: Hier 1675 Starter im Familienlauf, da 80 Eliteläufer, das passt bei uns zusammen.

Gleichwohl gab es schon mal mehr Finisher als die in der Ergebnisliste aufgeführten 3713.

Walther Mir reicht diese Zahl vollkommen, es müssen nicht 4000 und mehr sein. Beim Familienlauf und beim Volkslauf war es ja schon recht eng auf der Hindenburgstraße, doch die Leute wollen und sollen ja laufen und nicht gehen. Und 400 Starter im City-Run über zehn Kilometer sind eine Zahl, die mich echt stolz macht, mit der wir aber auch an unsere Grenzen stoßen. Statt Wachstum und Rekordzahlen ist mir wichtiger, Teilnehmern und Besuchern Qualität zu bieten.

Wie erklären Sie sich den leichten Zuschauerrückgang trotz des traumhaften Wetters?

Walther Vielleicht war es manchem schon zu schön, um den ganzen Tag in der Stadt zu verbringen. Mittags beim Familienlauf und auch bei den folgenden Schülerläufen war meiner Meinung nach mindestens so viel los wie immer, wenn nicht mehr. Dass der Besuch am Nachmittag etwas weniger wurde, hat sicher auch damit zu tun, dass Borussia Mönchengladbach um 18 Uhr ein Heimspiel hatte. Doch gegen solche Terminüberschneidungen sind wir machtlos.

Zurück zum Beginn unseres Gesprächs: Wann ist denn der nächste City-Lauf?

Der Citylauf-Chef und sein Dienstherr: Hans-Peter Walther (r.) und Bürgermeister Marc Venten, der selbst im Familienlauf startete. Foto: Woitschuetzke,Andreas (woi)

Walther Wenn wir unserer Tradition treu bleiben und Rücksicht auf Ostern und Weißen Sonntag nehmen, am 26. April 2020.

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