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Interview mit Dormagen Trainer Dusko Bilanovic über Ziele

Dormagen in der 2. Handball-Bundesliga : Bilanovic: „Wir haben das Zeug dazu, auch ganz oben anzuklopfen“

Der Trainer des Handball-Zweitligisten Bayer Dormagen hat seinen Vertrag vorzeitig verlängert, weil er noch viel vorhat mit seiner Mannschaft.

Der Vertrag von Trainer Dusko Bilanovic lief ohnehin noch bis zum Sommer 2022. Dennoch verkündete der Handball-Zweitligist TSV Bayer Dormagen am vergangenen Wochenende die vorzeitige Vertragsverlängerung um ein weiteres Jahr. Ein klares Zeichen der Verantwortlichen am Höhenberg, dass sie mit der Arbeit des Serben zufrieden sind (aktuell Tabellenplatz sechs) und noch Entwicklungspotenzial in der Mannschaft sehen. Dementsprechend wurde in den vergangenen Monaten auch die vertragliche Situation der meisten Leistungsträger und Perspektivspieler für die Zukunft angepasst. Mit unserer Redaktion sprach Bilanovic vor dem Auswärtsspiel beim TuS N-Lübbecke über seine Entscheidung, mindestens bis 2023 in Dormagen zu bleiben.

Herr Bilanovic, wie lange mussten Sie vor Ihrer Unterschrift überlegen?

Bilanovic Gar nicht lange. Ich fühle mich wohl in Dormagen und sehe eine positive Entwicklung. Da war es für mich selbstverständlich, dass ich noch länger dabeibleibe.

Letztlich war die Vertragsverlängerung doch nur eine Formalie, oder? Schließlich waren Sie an der Kaderausrichtung der vergangenen Monate beteiligt.

  • TSV-Trainer Dusko Bilanovic.⇥Foto: Salz
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Bilanovic Natürlich bin ich in jede Personalentscheidung einbezogen. Wir wollen eine schlagkräftige Mannschaft entwickeln, deswegen hätte ich mir auch vorstellen können, meinen Vertrag gleich noch weiter auszudehnen. Wir haben noch viel vor. Aber die Corona-Pandemie hat uns wirtschaftlich zurückgeworfen, deswegen ist es schwer, ganz langfristig zu planen. Wir waren davor auf einem sehr guten Weg, müssen jetzt aber geduldig sein.

Welche Bedingungen gab es aus Ihrer Sicht für die Vertragsverlängerung?

Bilanovic Wir wollten damit ein Zeichen setzen. Es brauchte keine Bedingungen, weil wir auf einer Wellenlänge liegen und wissen, was möglich ist und was nicht. Von unserem Etat her, müssten wir eigentlich auf einem Abstiegsplatz liegen, befinden uns aber im oberen Drittel. Das spricht für gute Arbeit. Uns ist es gelungen, alle Spieler aus unserer Top 7 zu halten. Diese Kontinuität war mein Wunsch.

Welche Ziele haben Sie mit der Mannschaft?

Bilanovic Wir wollen uns von Jahr zu Jahr verbessern. In meiner ersten Saison haben wir den Klassenerhalt geschafft, in der zweiten sind wir Zehnter geworden und jetzt sieht es so aus, als könnte es trotz Corona noch weiter nach oben gehen. Nächste Saison wollen wir uns erst mal stabilisieren, denn mit starken Absteigern aus der Ersten Liga und starken Aufsteigern aus der Dritten Liga wird es sehr schwer. Dann gucken wir, was uns noch fehlt, um weiter voranzukommen.

Wie realistisch ist denn irgendwann die Rückkehr in die Erste Bundesliga?

Bilanovic Wenn wir uns in der Einstelligkeit etabliert haben, ist es auch realistisch, ganz oben anzuklopfen. Das Zeug dazu haben wir, weil auch unser Geschäftsführer Björn Barthel aus wirtschaftlicher Sicht sehr gute Arbeit leistet. Man muss bedenken, dass sich früher der Bayer-Konzern in einem anderen Maße engagiert hat.

Ist der Verein denn aus Ihrer Sicht mittelfristig erstligatauglich aufgestellt?

Bilanovic Organisatorisch und von der Infrastruktur her sogar schon heute. Zum Beispiel sind wir mit unserer eigenen Halle und unseren Trainingsmöglichkeiten schon jetzt besser aufgestellt als mancher Erstligist. Sportlich müssen wir uns noch entwickeln und Geduld haben. Fertige Spieler sind zu teuer für uns, wir müssen Spieler entwickeln. Das zeigt unsere aktuelle Top 7 sehr gut, die besteht aus Spielern aus der eigenen Jugend und aus der 3. Liga.

Info Das Spiel des TSV Bayer Dormagen beim TuS N-Lübbecke war bei Redaktionsschluss noch nicht beendet. Einen aktuellen Spielbericht gibt’s im Internet bei NGZ-Online.