Pferdesport : „Die Leute waren einfach nur glücklich“

Der Hausherr auf der Hofanlage Gut Altwahlscheid spricht über die Erfahrungen während des ersten Reitturniers seit Beginn der Corona-Krise.

Dennis Tolles und die Kutscherfreunde W&W Grimlinghausen haben es gewagt: Als erster Reitstall und erster Verein organisierten sie am Wochenende auf Gut Altwahlscheid das erste Reitturnier im Rhein-Kreis Neuss seit Beginn der Corona-Krise. Obwohl nur regional begrenzt ausgeschrieben, hatte die dreitägige Veranstaltung mit 382 Nennungen in insgesamt elf Dressur-Wettbewerben eine gute Resonanz. Im Gespräch mit unserer Redaktion zieht Veranstalter Dennis Tolles, der die Reitanlage im Uedesheimer Rheinbogen seit drei Jahren gemeinsam mit seiner Ehefrau Sarah-Lena betreibt, eine erste Bilanz.

Herr Tolles, wie fällt das Fazit des Veranstalters nach dem ersten Reitturnier im Rhein-Kreis seit Beginn der Corona-Krise im März aus?

Romy Allard gewann auf Summer Rose die schwerste Prüfung beim Dressurturnier auf Gut Altwahlscheid . Foto: Mirka Nilkens

Dennis Tolles Das Turnier war aus unserer Sicht sehr erfolgreich, es hat alles gut geklappt.

Haben das die Teilnehmer auch so empfunden?

Tolles Die Leute waren einfach nur glücklich, dass sie endlich wieder unter Wettkampfbedingen reiten konnten. Hinzu kam, dass die Starter aus unseren eigenen Reihen sehr erfolgreich waren, einige haben gleich auf Anhieb gute Platzierungen erreicht. Insgesamt würde ich von einem sehr gelungenen Turnierstart sprechen – ich hoffe, dass es bald ein paar Nachahmer gibt.

Sie hatten 382 Nennungen, hatten Sie mit solch einer Resonanz gerechnet?

Tolles Auf jeden Fall. Die Reiterinnen und Reiter haben doch alle darauf gewartet, dass es wieder los geht. Wir hätten auch noch mehr Teilnehmer haben können, wenn wir das Turnier nicht bewusst nur regional begrenzt auf Düsseldorf, Neuss und Mönchengladbach ausgeschrieben hätten. Aber das wäre unter den derzeitigen Bedingungen nicht zu bewältigen gewesen, dann hätten wir mehr als drei Tage gebraucht, um alle Prüfungen abzuhalten. Doch das hätte unseren Rahmen gesprengt.

Sie sprachen gerade die derzeitigen Bedingungen an: Wie hat denn die Umsetzung des Hygienekonzepts funktioniert?

Tolles Alle haben sich große Mühe gegeben, sich an die Corona-Schutzverordnungen zu halten. Wir hatten nur einen Einlass zum Turniergelände, so dass wir jederzeit kontrollieren konnten, wer anwesend war. Und wir haben an jedem Tag andersfarbige Armbändchen ausgegeben, so dass wirklich nur auf der Anlage war, wer sich am Eingang registriert hatte.

Ein Turnier ohne Zuschauer war sicher eine neue Erfahrung?

Tolles Ganz so leer war es nicht, unsere Einstaller durften sich ja auf der Anlage aufhalten, und die Teilnehmer selbst haben sich auch oft die nachfolgenden Ritte angesehen, so dass bis zu 30 Leute rund um das Dressurviereck saßen oder standen – alle natürlich mit dem erforderlichen Abstand zueinander. Und wir haben die Prüfungen ja in einem Livestream im Internet übertragen, da hatten wir in der Spitze bis zu 200 Zuschauer.

Mit anderen Worten: Das Turnier zu veranstalten hat sich gelohnt?

Tolles Insgesamt ja, finanziell nicht. Wir sind froh, wenn wir plus-minus-Null aus der Sache rauskommen und vielleicht noch ein paar Euro für die Helfer, zum Beispiel die Parkplatzanweiser, abfallen. Aber wir haben uns ja ganz bewusst dafür entschieden, bei diesem ersten Turnierversuch auf Sponsoren zu verzichten.

Das soll im Oktober sicher anders aussehen, wenn Sie das im Mai abgesagte Turnier des Förderkreises Dressur nachholen wollen?

Tolles Wir hoffen natürlich, dass wir dann wieder ein eher „normales“ Turnier veranstalten können. Aber ob das Mitte Oktober möglich sein wird, weiß ja keiner. Wir haben auf jeden Fall schon mal einen Hygienebeauftragten ernannt und werden auch entsprechende Konzepte erarbeiten.