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Interview mit Axel Hebmüller Präsident Kreispferdesportverband Neuss

Pferdesport : „Schön, dass es wieder los geht“

Der Präsident des Kreispferdesportverbandes Neuss zur aktuellen Situation.

Herr Hebmüller, nach genau 110 Tagen Pause geht es im Kreispferdesportverband Neuss mit der Turniersaison weiter. Besser gesagt: Sie startet, denn bislang gab es in diesem Jahr noch keine Freiluftturniere. Was empfindet der Präsident beim Blick auf den Turnierkalender?

Axel Hebmüller Schön, dass es wieder los geht, wenn auch in überschaubarem Rahmen. Anderswo gab es in den vergangenen Wochen ja schon einige Turniere, ich bin froh, dass wir mit der Late-Entry-Dressur auf Gut Altwahlscheid am kommenden Wochenende auch wieder starten. Und mit dem Springturnier auf dem Kruchenhof und dem Dressurturnier auf dem Pannenbeckerhof stehen bis Ende August noch zwei weitere Veranstaltungen auf dem Plan.

Was dürfen die Pferdesportfreunde erwarten? Sind zum Beispiel Zuschauer zugelassen?

Hebmüller Das wird von Turnier zu Turnier unterschiedlichen sein, denn für die Umsetzung der Corona-Schutzverordnungen vor Ort sind die jeweiligen Ordnungsämter zuständig, und die handhaben das meinen Erfahrungen nach durchaus unterschiedlich. Gut Altwahlscheid plant ohne Zuschauer, die anderen werden wohl kurzfristig entscheiden, wie sich die Lage bis August darstellt. Auf jeden Fall sind mit und ohne Zuschauer Turniere nur unter Einhaltung strengster Hygienevorschriften und nach Vorlage eines umfangreichen Hygienekonzeptes möglich.

Wie stark hat der Reitsport unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie gelitten? Gibt es Betriebe oder Vereine im Rhein-Kreis, die aufgrund der Corona-Krise schließen müssen?

Hebmüller Stand heute ist mir kein Pferdebetrieb oder Reitsportverein bekannt, der wegen der Corona-Krise den Betrieb eingestellt hat oder einstellen will. Aber die Auswirkungen sind natürlich immer noch spürbar, weil der Reitbetrieb längst noch nicht wieder so läuft wie gewohnt. Wie stark ein Hof oder ein Verein betroffen ist, hängt auch davon ab, wie er aufgestellt ist. Einnahmen aus dem klassischen Reitschulbetrieb sind zum Beispiel fast komplett weggebrochen, ebenso die aus der Vermietung von Pferden für Schützenfeste und andere Veranstaltungen, denn die wurden ja komplett abgesagt. Stark betroffen ist auch die Pferdezucht, es gab ja keine Möglichkeit, Pferde zu begutachten. Auch unter diesem Aspekt sind wir froh, dass die Turniere wieder starten. Aber eines ist klar: Die Auswirkungen der Krise wird der Pferdesport noch lange spüren.