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Korschenbroich: "Integration der Neubürger ist wichtig"

Korschenbroich : "Integration der Neubürger ist wichtig"

Am 1. Februar gibt Johannes Kronen seinen Vorsitz beim Heimatverein Korschenbroich ab. Jetzt zieht er Bilanz.

Herr Kronen, bei der Hauptversammlung des Heimatvereins am 1. Februar werden Sie aus beruflichen Gründen den Vorsitz abgeben. Ist Ihre Nachfolge geregelt?

Kronen Ja, es ist alles geplant und intern abgestimmt. Es wird eine kontinuierliche Fortsetzung geben. Ich werde dem Vorstand auch weiterhin helfen. Den Namen meines Nachfolgers kann ich allerdings noch nicht nennen.

Wie ist Ihr Fazit als Vorsitzender?

Kronen Die Arbeit hat mir viel Freude gemacht. Es ist sehr viel von den Menschen zurückgekommen. In Erinnerung behalten werde ich insbesondere den Besuch der französischen Austauschschüler und ihr faszinierendes Interesse für die lokale Geschichte und das heimische Handwerk.

Wie ist es um den Heimatverein allgemein bestellt?

Kronen Unsere Mitgliederzahl ist seit Jahren konstant. Zurzeit haben wir rund 420. Abgänge konnten wir bisher immer durch Neuzugänge auffangen. Ich denke, auch der jährliche Mitgliedsbeitrag von acht Euro erschreckt niemanden.

Wie verlief 2012 für den Verein?

Kronen Es war ein sehr ereignisreiches und spannendes Jahr. Wir hatten im Bahnhof viele tolle Ausstellungen. Ich persönlich fand die Handwerksausstellung "Es bleibt in der Familie" besonders gelungen.

Wie lauten die Ziele für dieses Jahr?

Kronen Ein Ziel, das der Vorstand verfolgt, ist es, stärker junge Familien mit Kindern anzusprechen. Wir haben ja bereits ein Erntedankfest gezielt für Familien veranstaltet. Im Kulturbahnhof bieten wir ein vielfältiges Programm für Kinder an, sie können dort auch zum Beispiel ihren Geburtstag feiern. Diese Arbeit wollen wir intensivieren.

Wie zufrieden sind Sie mit der Zusammenarbeit mit der Stadt?

Kronen Sie funktioniert sehr gut. Es gibt kurze Wege, die Abstimmung ist unkompliziert. Natürlich könnte die finanzielle Unterstützung größer sein. Aber wir kennen auch die klamme Haushaltslage der Stadt. Der Verein ist zwar finanziell solide aufgestellt, dennoch müssen wir die Kosten der Unterhaltung für den Alten Bahnhof langfristig im Griff behalten.

Die Glocken von St. Andreas läuten nicht mehr, beim Errichten einer Minister-Residenz entbrannte ein Nachbarschaftsstreit: Verliert Korschenbroich sein Erbe?

Kronen Das Zusammenleben in Korschenbroich ist sicherlich vielfältiger geworden. Angestammte Themen wie die Bruderschaften und die Kirche stehen nicht mehr so im Mittelpunkt wie früher. Ich glaube aber, dass Korschenbroich immer noch "Dorf" genug ist, um miteinander zu sprechen und Lösungen zu finden.

Sind eigentlich auch Zugezogene Mitglied im Heimatverein?

Kronen Ja, viele. Wir sind für sie eine Anlaufstelle.

Was wünschen Sie sich für Korschenbroich?

Kronen Die Integration der Neubürger ist sehr wichtig. Insbesondere wenn in Zukunft wieder neue Baugebiete ausgewiesen werden. Auch wenn die Expansion für die Stadt lebenswichtig ist: Tradition und Geschichte müssen einen hohen Stellenwert behalten. Zudem muss es weiterhin ein buntes Programm im Bereich des Sports und der Kultur geben. Korschenbroich darf keine Schlafstadt werden.

FABIAN EICKSTÄDT STELLTE DIE FRAGEN.

(NGZ/rl)