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Tennis: Individuelle Betreuung nicht nur für die Profis

Tennis : Individuelle Betreuung nicht nur für die Profis

Der Tennis-Club (TC) Blau-Weiss Neuss und das Neusser Unternehmen "medicoreha" haben einen Kooperationsvertrag unterschrieben.

Andreas Jülich hat ein Problem. "Wenn ich sehe, wie sich unsere Jugendlichen bewegen, erfüllt mich das mit großer Sorge." Und weil der Vorsitzende des TC Blau-Weiss Neuss ein Mann der Tat ist, versucht er, dieses Defizit zu beheben. Dazu hat er sich im Neusser Unternehmen "medicoreha" einen Spezialisten in Sachen Rehabilitation und Prävention ins Boot geholt.

Die am Montag per Unterschrift besiegelte Kooperation macht für beide Partner Sinn: Hier der rund 350 Mitglieder starke Verein, der mit seiner Profimannschaft seit Jahrzehnten in der 1. Tennis-Bundesliga spielt, dort ein Unternehmen, das seit 2008 offizieller Partner des Olympiastützpunktes Rheinland ist und durch seine Aktivitäten im Leistungssport — etwa im Fußball (VfL Borussia Mönchengladbach), Hockey (HTC SW Neuss) und Handball (TSV Bayer Dormagen) — auf einen großen Erfahrungsschatz zurückgreifen kann.

"Natürlich", räumt Michael Rötepohl, Zweiter Vorsitzender des TC BW Neuss, ein, "war unser Ansatzpunkt die Bundesliga-Mannschaft. Die wollten wir versorgt haben. Aber wir wollen mehr, nämlich eine vollumfängliche Betreuung unserer Vereinsmitglieder". Die soll von einem physiotherapeutischen Aufbautraining für Jugendliche bis zum Bewegungs- und Haltungstraining für Senioren reichen. Rötepohl stellt klar: "Wir erhoffen uns dadurch natürlich auch einen Wettbewerbsvorteil." Dietmar Skaliks, Geschäftsführer der "BW Neuss ProTennis GmbH", betont, dass sich das Angebot grundsätzlich an alle Clubmitglieder richte. "Wir machen da keinen Unterschied zwischen Leistungs- und Breitensport."

Dieter Welsink, geschäftsführender Gesellschafter der medicoreha-Gruppe, plädiert dafür, mit gesundheitserhaltenden und prophylaktischen Maßnahmen bereits im Kindesalter zu beginnen. "Denn Fehlbelastungen können dazu führen, dass Talente ihr Trainingspensum nicht mehr schaffen." Was anfangs nur ein leichter Schmerz in der Schulter ist, kann sich in der Folge zu einem "Impingement-Syndrom" ausweiten.

Dabei wird die Sehne unter dem Schulterdach förmlich ein- oder abgeklemmt. Überkopfarbeiten werden so zur Qual, im weiteren Verlauf treten auch belastungsabhängige Schmerzen auf, etwa beim Autofahren oder in der Nacht. "Diese Beschwerden können chronisch werden", warnt Welsink. Darum ist es ihm wichtig, "nicht nur Spitzensportler für ein ganzheitliches Training zu sensibilisieren". Mit im Programm ist auch eine Gymnastikgruppe für Senioren, die oftmals Hüft- oder Kniebeschwerden haben. Welsink: "In der Gruppe trainieren wir insbesondere Rumpf- und Beinmuskulatur, denn eine leistungsfähige Muskulatur reduziert die Belastungen für das Gelenk selber."

Das auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Konzept soll, so Rötepohl, im Idealfall auch spielstarken Nachwuchs für die Bundesliga produzieren: "Wir möchten Local Heroes aus dem Rhein-Kreis aufbauen."

(NGZ/rl)