Korschenbroich : In zwei Orten wird gepumpt

In Kleinenbroich und Herrenshoff wird im Winter 2011/12 gepumpt. Dort kamen jetzt ausreichend Bürgerverträge zusammen. In Raderbroich und Pesch fehlen fürs Modell zur Kappung der Grundwasserspitzen noch Unterschriften.

Einen deutlichen Schritt in Richtung Grundwasser-Lösung konnte Bürgermeister Heinz Josef Dick jetzt zurücklegen. "In Kleinenbroich und Herrenshoff haben wir es geschafft. Dort kann ab kommenden Winter gepumpt werden", erklärte Dick gestern auf Anfrage. Nicht nur für den Verwaltungschef war das eine Art Quantensprung, auch für Karl Heinz Häusler war gestern ein Feiertag. "Wir haben es endlich geschafft", jubelte Häusler. Dem Sprecher der Grundwasser-Notgemeinschaft Herrenshoff fiel mit der guten Nachricht "eine gewaltige Last von den Schultern". "Wir haben noch einmal ordentlich die Werbetrommel gerührt, damit auch alle Absichtserklärungen von den Unterzeichnern in Verträge umgewandelt werden konnten – und das mit Erfolg." Auch in Kleinenbroich knallten bei Martin Rothe und Hans W. Breuer die Sektkorken.

Heinz Josef Dick steht neben den Vertragsabschlüssen in ständigem Kontakt mit dem Erftverband, der für die kommenden zehn Jahre das Grundwasser-Management im Korschenbroicher Stadtgebiet übernehmen wird. "Ich freue mich über das gute Ergebnis für Kleinenbroich und Herrenshoff", versicherte Dick. 667 Kleinenbroicher unterstützen das Kappungsmodell. "Das sind elf mehr als notwendig." Allerdings hatten zuvor 706 Bürger die Absichtserklärung unterzeichnet. Dick ist zuversichtlich, dass noch Rückläufer kommen: "Jeden Tag treffen neue Verträge im Rathaus ein." 199 Herrenshoffer haben den Vertrag unterzeichnet. Hier spricht Dick von einem Plus von neun Verträgen.

Und wie geht's jetzt weiter: Die Herrenshoffer und Kleinenbroicher erhalten nun ein Exemplar der von ihnen unterschriebenen Papiere für ihre Unterlagen zurück. Die Post wird versandt, wenn die Stadtverwaltung den Vertrag mit dem Erftverband geschlossen hat. Und zur Finanzierung erklärt Dick: "Die zusätzlichen Gelder, die dank der großen Unterstützung vorhanden sind, fließen in einen ,eigenen Topf' für jeden Ortsteil. Nach zehn Jahren wird dann abgerechnet und anteilig ausgezahlt." Übrigens: Der Vertrag mit dem Erftverband wird noch vor Ostern unterzeichnet.

In Raderbroich und Pesch fehlen hingegen noch Rückläufer. Für Raderbroich liegen bei 85 Erklärungen 72 Verträge vor. In Pesch klafft noch eine Lücke von 48 fehlenden Unterschriften. "Von den 178 Erklärungen konnten bislang nur 130 in Verträge umgewandelt werden", bedauert Dick das zögerliche Verhalten der Pescher. Am Montag will er mit Erinnerungsschreiben nochmals fürs Pumpen werben. Damit bleibt für Pesch und Raderbroich noch eine Frist bis zum 11. April.

(NGZ)