Elephants müssen reisen: In Salzkotten wird es schwer

Elephants müssen reisen : In Salzkotten wird es schwer

Die "Schonfrist" für die Regionalliga-Basketballer der Elephants Grevenbroich ist vorbei. Nach den wenig fordernden Partien gegen die zumeister überforderten Kellerkinder TGH Wetter (102:79), OD Recklinghausen (120:76), Bayer Uerdingen (87:77) und TSVE Bielefeld (105:68) geht es nun wieder richtig in die Vollen: Samstag Abend wartet der höchst unangenehme TV Salzkotten (19.30 Uhr, Hederauenhalle an der Upsprunger Straße), eine Woche später kommt Verfolger FC Schalke 04 nach Gustorf.

Dass Salzkotten, ein basketballverrücktes Dorf ganz in der Nähe von Paderborn, mit bereits acht Minuspunkten wohl kaum noch Chance auf den Titel hat, vermag den Grevenbroicher Coach Raphael Wilder dabei ebenso nicht zu beeindrucken wie die Erinnerung ans Hinspiel, in dem der verhinderte Aufstiegsaspirant aus Ostwestfalen sein Waterloo erlebte. "Die 58:88- Niederlage bei uns war ein Trauma für die", weiß er und befürchtet: "Die wollen bestimmt Wiedergutmachung."

Zudem erinnern sich die Elephants ihrerseits nur äußerst ungern an die beiden bisherigen Auftritte in Salzkotten, die jeweils mit 20-Punkte-Packungen geendet hatten. "Das wird ein unglaublich schweres und enges Spiel", warnt Wilder und denkt dabei auch an "das laute und emotionale Publikum". Das Fehlen der mit einer Doppellizenz ausgestatteten Daniel Lieneke und Marius Nolte (spielen mit Paderborn in Lichterfelde) ist für ihn keine Schwächung. "Die brauchen die nicht. Für mich sind das sowieso eher Störfaktoren."

Schon mehr hält er von Center Christoph Gierse, der in der Hinrunde aus Dortmund nach Salzkotten gewechselt war, und Topscorer Eric Blair (ist immer für 25 bis 30 Punkte gut). Harte Brocken für ihren Widerpart Whitney Harris, dessen Aufgabe noch durch das fast sichere Fehlen seines Centerkollegen Haldun Özaslan (der Sportstudent trug beim Fußball spielen an der Uni einen schmerzhaften Pferdekuss davon) erschwert wird. Da auch Sven Klesper und Sergej Dornhof weiter angeschlagen sind - ihr Mitwirken war bis gestern noch ungewiss - und Maschinenbaustudent Jens Ziehmann unabkömmlich ist, sitzt auf jeden Fall der in der vergangenen Woche als "Notnagel" verpflichtete Timur Anlasik (Maccabi Düsseldorf) mit auf der Bank.

Entscheidende Bedeutung könnten die personellen Engpässe dann bekommen, wenn die Gäste in Foulprobleme geraten. "Also müssen wir sehr vorsichtig spielen", mahnt Wilder, dem außerdem die ersten Minuten der Begegnung schwer im Magen liegen, "denn bekanntermaßen starten die sehr schnell und sehr gut in ihre Spiele". Die Personalprobleme will der Trainer indes nicht als Entschuldigung für einen eventuellen Fehlschlag gelten lassen. "Wir wollen aus eigener Kraft Meister werden, wollen nicht darauf angewiesen sein, auf andere zu gucken. Wir wollen da gewinnen - es ist an der Zeit." Dirk Sitterle

(NGZ)
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