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Korschenbroich: In Neuseeland drei Erdbeben miterlebt

Korschenbroich : In Neuseeland drei Erdbeben miterlebt

Für ein halbes Jahr hat Dominik Neumann das Gymnasium Korschenbroich gegen eine Schule in Neuseeland getauscht. Dort ging es im Unterricht sogar auf Abenteuerreise. Der 16-jährige verbesserte nicht nur sein Englisch, er bekam auch die Auswirkungen von drei Erdbeben zu spüren.

Dominik Neumann ist vom anderen Ende der Welt zurückgekehrt. 27 Stunden Flug liegen hinter ihm. Über Aukland, Los Angeles und London flog er heim nach Düsseldorf. Ein halbes Jahr verbrachte der 16-Jährige in Neuseeland, genauer gesagt in der Stadt Nelson. "Eigentlich sollten es nur dreieinhalb Monate sein. Doch es gefiel mir so gut, dass ich die Zeit verlängert habe", sagt Dominik Neumann.

Er wohnte dort bei Marlene und Paul Bartlett, seinen Gasteltern. Die beiden gaben auch einem Austauschschüler aus Vietnam ein Zuhause. Er bleibt sogar drei Jahre dort. "Wir wohnten fünf Minuten vom Meer weg. Deshalb war ich mit anderen Jugendlichen häufig am Strand", erzählt er. Während seiner Zeit war Sommer in Neuseeland. "Die Temperaturen waren zwar nicht zu heiß, aber man muss dort schon sehr aufpassen wegen der Sonne", sagt er. Ein beliebter Treffpunkt für die jungen Leute dort ist auch das Einkaufszentrum.

Doch von 9 bis 15 Uhr war erst einmal Schule Pflicht. Das "Naylond College" in Nelson besuchen stets viele Austauschschüler, allein 50 waren wie Dominik in der Stufe 11. Alle trugen einheitliche Kleidung. "Es gibt zwar eine Uniform, aber die ist relativ locker. Die Jungen müssen eine graue Hose, ein graues Poloshirt und schwarze Schuhe tragen. Die Mädchen eine weiße Bluse und einen dunklen Rock", erzählt der 16-Jährige.

Die Schule bot ihm dafür viel mehr Fächer und Aktivitäten als das Gymnasium Korschenbroich. Insbesondere die internationalen Gäste belegen gern den Kursus "Outdoor Education". "Dabei konnte ich viel von der Landschaft sehen. Wir sind Mountainbike und Kajak gefahren oder haben drei Tage gezeltet", berichtet Neumann. Tests wurden hier nicht geschrieben.

Noten gab es für Benehmen, Teamfähigkeit und Gruppenarbeit. In seiner Freizeit spielte Neumann für sein College den Nationalsport Rugby. Das erste offizielle Spiel Neuseelands fand übrigens am 14. Mai 1870 in Nelson statt. Als "Second-Five" nahm er eine Position im Zentrum ein, musste den Ball an freistehende Mitspieler verteilen.

Direkt in seinen ersten Wochen in Neuseeland wurde die Insel von gleich drei Erdbeben erschüttert. Das Zentrum lag zwar weiter südlich nahe Christchurch, "aber einmal konnte man das auch noch bei uns spüren. Das war so, als würde jemand mit dem Presslufthammer arbeiten", sagt Neumann.

In dieser Zeit nahmen seine Gasteltern einige Freunde aus der Erdbebenregion bei sich auf. Zurück in Deutschland wird der 16-Jährige nach den Sommerferien die zehnte Klasse wiederholen, da er sie durch seinen Auslandsaufenthalt verpasst hat. Dafür hat sich sein Englisch deutlich verbessert.

(NGZ)