Mit dem Geschwindigkeitsmessgerät unterwegs: „In Hackhausen wird nicht gerast“

Mit dem Geschwindigkeitsmessgerät unterwegs : „In Hackhausen wird nicht gerast“

Mit lautem Motorgeräusch rollt ein blauer VW Polo auf der Kreisstraße 19 durch die Ortsmitte von Hackhausen. "Der Wagen hört sich schneller an, als er eigentlich ist", sagt Polizeihauptkommissar Jürgen Heckers und richtet das Geschwindigkeitsmessgerät in Richtung Kurve aus.

Mit lautem Motorgeräusch rollt ein blauer VW Polo auf der Kreisstraße 19 durch die Ortsmitte von Hackhausen. "Der Wagen hört sich schneller an, als er eigentlich ist", sagt Polizeihauptkommissar Jürgen Heckers und richtet das Geschwindigkeitsmessgerät in Richtung Kurve aus.

" Knapp 40 Stundenkilometer - die Wahrnehmung täuscht viele, auch die Anwohner", erklärt der Leiter der Polizeiwache Jüchen. Rund drei Stunden dauerte gestern der "Einsatz" in Hackhausen. Nur eine Geschwindigkeits-Überschreitung mit exakt 61 Stundenkilometern konnte der Polizeibeamte dabei sowohl für die Strecke in Richtung Hochneukirch, als auch in Richtung Jüchen, im Protokollbuch vermerken.

"Wir kennen die Problematik in diesem Ortsteil. Die Anwohner sagen, sie leben hier gefährlich, doch dies ist nicht so", berichtet Jürgen Heckers. Anfang Juni wurde bereits in der Nähe der Bushaltestelle eine Messstation durch den Rhein-Kreis Neuss aufgebaut, die neben der gefahrenen Geschwindigkeit auch die Anzahl der Autos protokollierte. "Die dabei ermittelten neuen Ergebnisse, hat die Polizeibehörde Neuss zum Anlass genommen, jetzt in Hackhausen häufiger zu messen", erklärt der Hauptkommissar.

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In der vergangenen Woche wurde daher bereits drei Stunden lang "geblitzt". Das Ergebnis: eine Geschwindigkeits-Überschreitung mit 62 Stundenkilometern und "ein Motorradfahrer, der wohl seine Maschine austesten wollte und mit 92 auf dem Tacho durch den Ort fuhr", so Jürgen Heckers. Dies sind jedoch Ausnahmen, wie der Leiter der Jüchener Wache weiß: "Das Argument der überhöhten Geschwindigkeit, das die Mitglieder einer Bürgerinitiative immer wieder vorbringen, gibt es tatsächlich nicht. Hier wird nicht gerast.

" Zu 85 Prozent, so die Erfahrungen des Hauptkommissars, sind die Autos sowie Schwerlaster auf der Kreisstraße 19 in beiden Fahrtrichtungen zwischen 35 bis 45 Stundenkilometern schnell. "Diese Ergebnisse decken sich mit denen aus 2004. Allein die Kurve in der Ortsmitte und die parkenden Autos am Straßenrand lassen dies schon nicht zu", so Heckers. Trotzdem weist der Beamte die bestehende Problematik nicht von der Hand, denn "die Verkehrsbelastung scheint im Vergleich zum Vorjahr deutlich zugenommen zu haben, obwohl wir die Anzahl der Fahrzeuge nicht aufnehmen.

In den Stunden, die die Beamten hier stehen, ist zu merken, wie viel in Hackhausen gefahren wird. Das Ziel muss eine Umgehungsstraße sein." Die Neubaugebiete der Umsiedlungsorte Otzenrath und Spenrath haben, so die Vermutung des Polizeihauptkommissars, "einiges dazu beigetragen". "Ich kann verstehen, dass die Anwohner sich über diese Belastung beschweren. Verkehrssicher ist der Ort dennoch. Im Vergleich zu Kelzenberg gibt es in Hackhausen genügend breite Bürgersteige", lautet Heckers Bewertung.

In den kommenden Wochen sollen die Ergebnisse der "Blitz"-Aktion im Verkehrsdezernat Neuss ausgewertet werden. "Da das Gerät unter einem Baum positioniert ist, wird es nicht gesehen. Die Messungen sind somit eindeutig", so der Beamte. (jn)

(NGZ)
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