In der Landesliga können einige Teams aufsteigen

Fußball: Eine Liga voller Spitzenmannschaften

In der Landesliga bahnt sich ein hochklassiger Aufstiegskampf an. Eine Handvoll Teams könnte am Ende ganz oben stehen.

Die Prognose für die drei Vertreter des Rhein-Kreises gestaltet sich vor der am Samstag beginnenden Fußball-Landesligasaison recht einfach. Der SC Kapellen will (ganz) oben mitspielen, der VfL Jüchen/Garzweiler wird irgendwo im Mittelfeld landen und für die Holzheimer SG geht es nur um den Klassenverbleib. Komplizierter verhält es sich da schon bei den anderen 16 Teams der Gruppe. Klassische Außenseiter sind hier nämlich kaum zu erkennen, vielmehr haben gleich eine Handvoll Mannschaften das Potenzial dazu, am Ende ganz oben zu stehen.

Die Absteiger Alle vier aus der Oberliga heruntergekommenen Vereine hat der Fußballverband der Gruppe 1 zugeteilt – und damit gleichzeitig für vier Aufstiegskandidaten gesorgt. „Vier Absteiger in der Liga zu haben, ist natürlich eine Hausnummer“, sagt Jörg Ferber, sportlicher Leiter des SC Kapellen. Für den VfR Fischeln, der in den Vorjahren eigentlich stets zu den besseren Teams der Oberliga gehörte, war der Abstieg ein Betriebsunfall. Die Qualität ist auch nach einem regen Personalaustausch noch da, allen voran beim Ex-Kapellener Robert Norf und Edeltechniker Kevin Breuer. Letzterer wird nach einer schweren Schulterverletzung allerdings noch eine Zeit lang fehlen. Wie es beim DSC 99 nach dem sang- und klanglosen Oberliga-Ausflug (nur acht Punkte) weitergeht, ist fraglich. Im Kader der Düsseltaler ist jedenfalls kaum ein Stein auf dem anderen geblieben. Auf mehr Kontinuität darf der Cronenberger SC bauen, der seit Jahren zwischen Ober- und Landesliga pendelt. Auch dank der Erfahrung von Kult-Stürmer Ercan Aydogmus (38) werden die Wuppertaler ganz oben mitspielen. Den wohl prominentesten Spieler der Liga haben derweil die Stadtkonkurrenten des FSV Vohwinkel an Land gezogen: Der aus Hilden gekommene Sascha Dum (32) absolvierte 65 Bundesliga- und 83 Zweitligaspiele für Leverkusen, Aachen, Cottbus, Düsseldorf und Duisburg und zeigt ganz deutlich, in welche Richtung es beim FSV gehen soll.

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Die Aufsteiger Ein Neuling der ganz anderen Art ist der TVD Velbert. „Die sind für mich mit diesem halben Regionalliga-Kader der absolute Topfavorit auf den Aufstieg“, sagt Jüchens Coach Michele Fasanelli – und diese Meinung hat er nicht exklusiv. Die von Ex-Zweitligaprofi Hüzeyfe Dogan trainierten Velberter stürmten im Vorjahr nur so durch die Bezirksliga. Neu sind unter anderem Torjäger Christian Schuh aus Heiligenhaus und der langjährige Regionalliga-Stammspieler Erhan Zent. Gut möglich, dass dem TVD mit diesem Aufgebot der Durchmarsch gelingt. Schon etwas klassischer kommt der VfB Solingen daher, der im Vorjahr mit einer beeindruckend konstanten Runde unter anderem den TSV Eller und auch den SV Uedesheim hinter sich ließ. In Sebastiano Spinella gibt es zwar einen neuen Trainer, dafür nur einen externen Zugang. In Nikola Aleksic (33 Tore in 33 Spielen) hat der VfB zudem seinen Topspieler verloren. Es dürfte also schwer werden für die Solinger. Die Teutonia aus St. Tönis nannte eigentlich schon im Vorjahr einen landesligatauglichen Kader ihr Eigen. Leistungsträger wurden nicht abgegeben, dafür kamen gleich zehn teils hochinteressante Neuzugänge. Die Teutonen um 53-Tore-Mann Burhan Sahin sollten normalerweise nicht viel mit dem Abstiegskampf zu tun haben.

Die Etablierten Schon im Vorjahr stark war die SpVg Odenkirchen, die auf Rang vier einlief. Das hat sich durch die Nievenheimer Zugänge Stephan Volk, Jan Rakow und Kevin Scholz gewiss nicht geändert. „Wir sind ein stabiler Landesligist und wollen dies in der neuen Saison bestätigen“, sagt Trainer Kemal Kuc. Wenn alles passt, könnte die Spielvereinigung sogar oben anklopfen. Erneut stark wird der Vorjahresfünfte Rather SV sein, der im Ex-Kapellener Talha Demir aber seinen besten Mann verlor. Wie es beim 1. FC Mönchengladbach weitergeht, ist hingegen ungewiss. Nur acht Spieler sind nach der Sommerpause geblieben, dafür haben gleich fünf Spieler aus der herausragenden Jugendabteilung den Sprung geschafft. Für die Spitzengruppe dürfte es wohl nicht reichen. Erneut nach Mittelfeld riecht es bei der SSVg Heiligenhaus und dem ASV Süchteln, beim FC Remscheid darf es nach turbulenten Jahren gerne wieder etwas ruhiger zugehen. Nach unten schauen müssen wohl der TSV Meerbusch II und die VSF Amern. Auch der MSV Düsseldorf wird nicht mehr so sorgenfrei wie im Vorjahr durch die Liga spazieren können. Davon ist auch der zuvor für die SG Kaarst und Kapellen tätige MSV-Coach Mo Elmimouni überzeugt: „Für uns wird es schwer. Diese Liga ist brutal.“