Korschenbroich: In den Zirkus mit Vera Bolten und Antoschka

Korschenbroich: In den Zirkus mit Vera Bolten und Antoschka

Clownerie trifft auf Musical, Zirkus auf Theater: Am 1. und 2. Dezember zeigen Antoschka und Vera Bolten ihr erstes gemeinsames Programm.

Antoschka ist kaum zu bändigen. Die Clownin, die mit kesser Kurzhaarfrisur und rotem Herzchen auf der Nase vom Seil aufs Trapez springt, und dabei am liebsten auch noch fünf Jonglierbälle gleichzeitig balanciert, versprüht Lebensfreude und Elan. Eine ruhige Gesangsprobe — mit ihr kaum vorstellbar.

Zum Glück ist ihre neue Show-Partnerin, die Musicalsängerin Vera Bolten, die aktuell am Theater Oberhausen die Rolle der Sally Bowles in "Cabaret" spielt und im Queen-Musical "We will rock you" powern durfte, da ähnlich gestimmt. Gemeinsam präsentieren Antoschka, die eigentlich Jekaterina Moschajewa heißt, und Vera Bolten an zwei Abenden im Dezember ihr Programm "Send in the Clowns".

Mit der ersten gemeinsamen Aufführung der beiden Künstlerinnen sollen die verschiedenen Facetten der Clownerie auf die kleine Bühne an der Hauptstraße in Glehn gebracht werden. "Clowns spiegeln die Emotionen der Menschen wider", erklärt Antoschka, die beim Moskauer Staatszirkus zum Clown ausgebildet wurde.

"Unser Programm handelt deshalb von Freude, Liebe, Trauer und Melancholie zugleich." Ergänzt werden die artistischen, komischen und gesanglichen Beiträge — die sich an einigen Stellen mehr an ein erwachsenes Publikum richten — durch Anekdoten aus den Leben bekannter Clowns wie Charlie Chaplin, Oleg Popov oder Marcel Marceau.

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"Viele Details aus dem Leben dieser Menschen haben mich sehr bewegt", erzählt Bolten. Keine Frage also, dass die erfahrene Musicalsängerin den emotionsgeladenen Chanson "Oh mein Papa" oder Charlie Chaplins "Smile" mit ins Programm aufnahm. "Wir werden einen bunten Mix von Balladen bis hin zu Rock-Elementen präsentieren und Künstler wie die Beatles kommen dabei ebenso vor, wie Peter Maffay", verrät Bolten weiter.

Die Idee zu "Send in the Clowns" sei kurzfristig im September entstanden. "Zwar haben wir uns vor etwa einem Jahr bei einem Konzert in Liedberg kennengelernt", erzählt Vera Bolten, die in Pesch lebt. "Nach mehreren Verabredungen zum gemeinsamen Frühstück und Überlegungen, wie wir zusammenkommen, haben wir unserer Idee im September einfach einen Termin gegeben", sagt Bolten. Und seitdem wird geprobt. Mal gemeinsam in Antoschka's Clowntheater in Glehn und unterstützt vom Mönchengladbacher Pianisten Theo Dahmen, mal getrennt voneinander. "Wir wollten das sehr entspannt und locker angehen, doch wir sind beide so ehrgeizig, dass die Proben immer intensiver wurden", berichtet Antoschka von den Vorbereitungen.

Dass die künstlerische Zusammenarbeit der beiden Frauen durchaus inspirierend ist, verrät Antoschka: "Wenn ich Vera beim Singen beobachte, wie sie Geschichten erzählt und die Emotionen in ihre Stimme bringt, das gibt mir Energie." Und auch Vera Bolten — die zuvor nur als Gast im Zirkus war — wird ein Stück Zirkuswelt behalten. "Ich habe Vera beigebracht mit drei Bällen zu jonglieren", erzählt Antoschka.

(NGZ/rl)
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