Tennis-Bundesliga : Immer wieder Sonntags

Die Tennis-Bundesliga buhlt um das Zuschauerinteresse - und hat deshalb ein umfangreiches Reformenpaket auf den Weg gebracht: Wegfall der Top-50-Regelung, Wegfall des dritten Satzes zugunsten eines Super-Tiebreaks, Reduzierung des Spieltages auf vier Einzel und zwei Doppel. .

Vor allem aber wird der Spielplan grundlegend umgekrempelt. Das beschlossen die zur Zeit neun Erstligisten jetzt auf ihrer Bundesliga-Tagung in Mannheim. Neun, weil kurz vor Ende der Meldefrist am 30. September der TC Karlsruhe-Rüppurr seinen Rückzug aus dem Oberhaus erklärte

Marc Raffel geht trotzdem davon aus, dass die Liga wie geplant mit zehn Mannschaften, einer mehr als in diesem Jahr, den Spielbetrieb aufnimmt: "Die Zweitligisten Wacker Burghausen, TC Pforzheim und Bundesliga-Absteiger TC Piding wurden gefragt, den Platz des TC Rüppurr einzunehmen.

Sie müssen sich in den nächsten Tagen erklären. Ich gehe davon aus, dass einer die Option wahrnehmen wird", sagt der Team-Chef des TC Blau-Weiss Neuss. Der den Rückzug bedauerlich findet: "Rückzüge schaden natürlich dem Ansehen der Liga. Und Karlsruhe war nicht nur ein Traditionsverein, die waren in den vergangenen Spielzeiten ja auch recht erfolgreich."

Dass die Reformen, vor allem der Wegfall der Top-50-Regelung, von den Karlsruhern als Hauptgrund für den Rückzug angegeben werden, hält er freilich für ein "vorgeschobenes Argument. Es ist doch Unsinn, zu behaupten, das führe zwangsläufig zu höheren Kosten. Wir planen jedenfalls für die neue Saison mit dem gleichen Etat wie in der vergangenen", sagt Raffel.

Der trotzdem versuchen möchte, zwei Spieler aus den besten Fünfzig der Weltrangliste an die Jahnstraße zu locken, die dort "möglichst zwei oder drei Heimspiele" bestreiten sollen. Erste Gespräche führte er bei den US-Open in New York, die ihn recht optimistisch stimmen: "Es gibt einige Kandidaten, die Interesse haben."

Zeit, entsprechende Verträge zu unterzeichnen, hat er noch bis zum 10. April - dann müssen die Mannschaftsmeldungen beim Deutschen Tennis-Bund vorliegen. Gleichwohl möchte Raffel "mit mindestens acht Spielern noch in diesem Jahr" handelseinig sein. "Erste Priorität haben deutsche Spieler", sagt der Team-Manager.

Nach einem Gespräch in München ist er zuversichtlich, sein bayerisches Trio Philipp Kohlschreiber, Tobias Summerer und den wegen Verletzung nicht eingesetzten Dieter Kindlmann halten zu können. Interesse besteht nach wie vor an Philipp Petzschner, Interesse besteht auch an seinem italienischen Trio Potito Starace, Tomas Tenconi und Francesco Aldi: "Alle anderen Akteure stehen zur Disposition". Gerne gehalten hätte er auch Tobias Clemens, doch der will sein Tennisglück künftig in der Verbandsliga suchen. Dafür kehrt Rafael Oezelli nach einem Jahr beim TC Osterath an die Jahnstraße zurück.

Wo die Saison bereits am 9. Juli beginnt, zwei Wochen früher als sonst, und bis 20. August dauert. Durch die Ausdehnung auf sechs Wochen können die Klubs fast zur Gänze auf die ungeliebten Freitagspiele verzichten, nur am 14. Juli und 11. August wird noch gespielt. Bei neun Begegnungen kommt nicht jeder Klub auf die gleiche Anzahl von Heimspielen; die Vereine mit nur vier Partien, darunter Neuss, wurden per Los bestimmt. Zum Ausgleich finden die vier Heimspiele alle an Sonntagen statt.

(NGZ)
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