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Korschenbroich: Im Kulturbahnhof spielt bis September die Musik

Korschenbroich : Im Kulturbahnhof spielt bis September die Musik

Im Kulturbahnhof spielt die Musik: Dort sind zurzeit rund 50 alte Phonographen, Grammophone, Radios und Tonbandmaschinen zu bewundern. Die Exponate sind Leihgaben des Internationalen Phono- und Radio-Museums Dormagen.

Egal, ob Nostalgiker, Technikfreak oder Musikliebhaber: Die aktuelle, von Nina Otten organisierte Ausstellung im Kulturbahnhof dürfte viele Menschen Bevölkerungsschichten ansprechen. Die ältesten Exponate sind über 100 Jahre alt. Sie machen deutlich, dass es eine Zeit vor dem MP3-Spieler gab.

Volkmar Hess (53) aus Viersen-Dülken und Helmut Dietsch (75) aus Dormagen haben in Dormagen das Museum aufgebaut – jetzt lassen sie die Korschenbroicher an ihrer Sammelleidenschaft teilhaben. Zu sehen ist unter anderem ein Gerät, mit dem Thomas Alva Edinson erstmals die Sprachaufzeichnung ermöglicht hat. In dem von ihm erfundenen "Phonographen" konnte zwei Minuten lang Sprache auf Wachswalzen gespeichert werden. "Edison war kein Musikliebhaber, er dachte bei seiner Erfindung eher an den Einsatz im Büro", erklärte Volkmar Hess. Und er erweiterte den Wortschatz der Ausstellungsbesucher um den Begriff "Walzentenöre": "Bis 1903 war keine Vervielfältigung der Tonträger möglich. Sänger mussten daher jede einzelne Wachswalze besingen", sagte Hess – und verriet auch, dass Emile Berliner, ein in den USA lebender Deutscher, das Grammophon erfand.

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Eine Hörprobe klang interessant, aber nicht brillant. Die Technik hat eben große Fortschritte gemacht. Davon erzählt die Ausstellung: Von Grammophone mit riesigen Trichtern oder von sehr viel diskreteren Geräten, die geschlossen wie antike Möbelstücke wirken. Die protzige Grundig-Stereoanlage fürs Wirtschaftswunder-Wohnzimmer fehlt in der Schau ebenso wenig wie die alten Röhren-Radios, die vor 50 Jahren überall zu finden waren.

Volkmar Hess freute sich über ein Mitbringsel von Marlene Thielen aus Herrenshoff: Sie hatte ihm ein Album mit rund 100 Jahre alten Platten des ersten Popstars, von Caruso, mitgebracht. Nina Otten war es gelungen, die Eröffnung zu einer Zeitreise werden zu lassen und zu einem sehr beschwingten Abend: Ira und Achim Holz gehörten zu den Boogie-Woogie-Tänzern, die aus dem beschaulichen Museum einen Tanzschuppen machten.

(NGZ)