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Im Interview: Kreissportausschuss-Vorsitzender Andreas Buchartz.

Im Interview: Andreas Buchartz : „Olympia als Chance nicht verpassen“

Der neue Vorsitzende des Kreissportausschusses hat auch während der Corona-Krise die Zukunft fest im Blick. Olympia an Rhein und Ruhr ist für ihn durch die Initiative von Michael Mronz auf Bundes- und Landesebene auf jeden Fall ein Thema.

Anfang November 2020 hat Andreas Buchartz nach elf Jahren als sportpolitischer Sprecher der CDU die Nachfolge von Thomas Welter als Vorsitzender des Kreissportausschusses angetreten. Seitdem versucht er trotz Corona, in seiner neuen Funktion mit möglichst vielen Menschen an für den Sport entscheidenden Stellen Gespräche über wichtige Themen der Sportpolitik zu führen. Seinen Besuch im Pressehaus an der Moselstraße nutzte unsere Redaktion zu einem Interview.

Herr Buchartz, war es etwas Besonderes, mitten in einer Pandemie Vorsitzender des Kreissportauschusses zu werden?

Buchartz Ich habe das als normalen Akt empfunden. Die Anforderungen an den Sport sind trotz Corona dieselben. Dass die Vereine wegen der Pandemie gehandicapt sind, hat keinen Einfluss darauf, was wir für den Sport zu leisten haben. Ich war elf Jahre im Sportausschuss aktiv. Als ich dann gefragt wurde, ob ich das Amt des Vorsitzenden übernehmen würde, musste ich nur kurz überlegen.

Was hat Sie denn bewogen, das Amt zu übernehmen?

Buchartz Ich habe schon lange eine große Verbundenheit zum Sport. So habe ich die Chance, noch mehr Einfluss zu nehmen als bisher.  Mit gefällt auch die gute Zusammenarbeit im Sportausschuss. Dort wurden fast immer alle Entscheidungen, über die Parteigrenzen hinweg, einstimmig beschlossen.

Wie genau kann denn der Kreis den Sport und damit die Vereine unterstützen?

Buchartz Für den Breitensport übernimmt er im Vier-Türen-Modell eine Beratungsfunktion. Zudem gewährt er den Vereinen 350.000 Euro im Jahr als Zuschuss für Übungsleiterstunden. Darüber hinaus sieht es der Kreis als wesentliche Aufgabe, den Leistungssport zu fördern. Denn dessen Erfolge strahlen über die Kreisgrenzen hinaus und haben deswegen eine überragende Imagewirkung. So werden etwa mit der Stiftung Sport von Sparkasse und Rhein-Kreis Kaderathleten und Projekte finanziell unterstützt. Zudem ist es dem Kreis auch ein besonderes Anliegen, Infrastrukturmaßnahmen auf den Weg zu bringen. Aktuell sind die Säbelfechthalle in Knechtsteden, der Wildwasserpark am Nievenheim-Straberger See für Wassersportler und die Renovierung des Radsportforums in Büttgen die wichtigsten Projekte.

Hat Corona die Bemühungen um die neue Halle für die Säbelfechter gebremst?

Buchartz Es kann zwar sein, dass die eine oder andere Sitzung der Arbeitsgemeinschaft nicht stattfinden konnte, aber grundsätzlich sind ja alle Beschlüsse auf Stadt- und Kreisebene gefasst. Über den Standort auf dem Gelände des Klosters Knechtsteden besteht Einvernehmen, die Standortanalyse hat das bestätigt. Jetzt geht es darum, erste Planungsleistungen zu vergeben, um den vorläufigen Kostenrahmen zu errechnen und ihn so verlässlicher zu machen. Bislang sind rund 24 Millionen veranschlagt. Wenn neue Zahlen vorliegen, geht das Projekt in die zuständigen Gremien. Klar ist aber, dass es Zeitdruck gibt, denn der Status Dormagens als Bundesleistungsstützpunkt läuft bekanntlich 2024 aus.

Wie steht es denn um die Modernisierung des Radsportforums in Büttgen?

Buchartz Der Rhein-Kreis hat sich zusammen mit dem Trägerverein beim Land für den Ausbau zu einem Bundesleistungsstützpunkt beworben. Dass Köln den Zuschlag bekommen hat, finde ich nicht gut, ist aber zu respektieren. Das darf aber nicht zulasten von Büttgen gehen, das ja weiter Landesleistungsstützpunkt ist. Wir werden uns bemühen, dass das Land einen Großteil der Modernisierungskosten übernimmt. Der Trägerverein hat erste Planungsaufträge verteilt, das Projekt ist angeschoben.

Wie stehen Sie zum Wildwasserpark, den sich ja besonders die Kanuten wünschen?

Buchartz Den breiten Ansatz mit Leistungssport, Breitensport sowie touristischer Nutzung halte ich für sehr attraktiv. Das könnte ein weiterer Faktor sein, um Menschen in den Rhein-Kreis zu locken. Wir sind aber noch ganz am Anfang, Rhein-Kreis und Stadt Dormagen haben Beschlüsse für die ersten Schritte gefasst, mehr nicht. Es gibt noch viele Frage zu klären. Aber auch das Land hat sein Interesse bekundet. Schließlich käme so ein Wildwasserpark auch als Sportstätte für mögliche Olympische Spiele 2032 an Rhein und Ruhr infrage.

Wie sehen Sie denn die Chancen, dass der Rhein-Kreis dabei ist, wenn Olympia an Rhein und Ruhr käme?

Buchartz Olympia an Rhein und Ruhr ist durch die Initiative von Michael Mronz auf Bundes- und Landesebene auf jeden Fall ein Thema. Und bei der Strahlkraft der Olympischen Spiele sollten wir auf jeden Fall Signale senden, dass der Rhein-Kreis als so sportstarke Region auf jeden Fall dabei sein möchte. Deswegen ist es ja so wichtig, dass wir die eben genannten Projekte vorantreiben. Der Wildwasserpark wäre für Wettkämpfe geeignet, die Halle für die Säbelfechter und das Sportforum würden auf jeden Fall als Trainingsstätte taugen. Olympia ist eine Chance, die wir nicht verpassen dürfen.

Das Olympische Dorf mit Standort Rhein-Kreis war auch schon im Gespräch.

Buchartz Das ist zwar kein Sportprojekt, aber auch ein sehr interessanter Ansatz. Ich gehe davon aus, dass sich der Kreissportausschuss in diesem Jahr mit Olympia beschäftigt. Vielleicht machen wir Vorschläge, wo so ein Olympisches Dorf entstehen könnte. Wir befinden uns in einem Kreis, der von einem Strukturwandel durch den Wegfall des Braunkohleabbaus betroffen ist. Eventuell gäbe es deswegen sogar Fördermittel.