Jüchen : "Illumina" für die Sinne

Die illumina 2012 auf Schloss Dyck

Trotz anhaltendem Regen kamen die Besucher bereits am Freitagabend in Scharen zur Eröffnung der Illumina. Unter dem Motto "Magie der Nacht" stehen auf Schloss Dyck in diesem Jahr Sehen, Hören und Fühlen im Mittelpunkt.

Schlafen, Feiern oder Gruseln — die Nacht ist vielfältig. Und ohne sie könnte es die Illumina nicht geben. Diese einfache Tatsache inspirierte Regisseur Wolfram Lenssen, die Geburtstags-Illumina unter dem Motto "Magie der Nacht" zu inszenieren. Am Freitag öffnete das Licht- und Klangspektakel im Schloss Dyck zum zehnten Mal seine Tore. Wieder wird es tausende Besucher anziehen. Das war sogar schon am Freitag so — trotz anhaltendem Regen. Für die Besucher hat es sich gelohnt. Sie sahen ein imposantes Gesamtkunstwerk für alle Sinne.

Hören Nicht inszeniert, aber trotzdem stetiger Begleiter war sicherlich der knirschende Kies des Weges und der prasselnde Regen, was sich jedoch gerade in die mystischen Elemente unter dem Blätterdach des Parks perfekt einfügt. Ganz bewusst wird das Ohr mit Eindrücken verwöhnt. Das begann gleich beim "ersten Schritt" in den Rundgang. Im dunklen Innenhof des Hochschlosses sind Schritte zu hören. Mal langsam auf knarzendem Holzboden, mal elegant, stolzierend und mit Absatz.

Mit "Der Mond ist aufgegangen", gesungen von zwei Bäumen und "Schlaf, Kindlein, Schlaf", ging es akustisch weiter. Höhepunkt war die Orangerie mit ihrer 180-Grad-Panorama-Schau. Dazu gehörte nämlich eigens komponierte Musik, die das Lichtspektakel noch gigantischer wirken ließ.

Sehen Neben dem Ton macht auch der visuelle Eindruck die Orangerie zum Höhepunkt. Vom dunklen Beginn entfaltet sich das Schauspiel über einzelne erleuchtete Büsche bis hin zum farbenprächtigen Lichterfeuerwerk. Ein monumental bunter Sonnenaufgang über Park und Schloss, der die Führung mehr als würdig beendete. Denn bereits zuvor war dem Auge einiges geboten worden. Der stets von den roten Teelichtern ausgeleuchtete Weg etwa, oder ein spannungsvoll projizierter Mond.

Ruhe, aber auch Einsamkeit vermitteln die in rot, grün, gelb und weiß leuchtenden Bänke der Station "Träumereien", wo Schlafmusik und Gedichte Entspannung versprechen.

Fühlen Ausdrücklich gewünscht hatte sich Regisseur Lenssen, dass besonders Mutige in eines der Löcher in den Särgen des Grusellandes greifen. Er versprach eine Überraschung und Spaß. Das trifft auch zu. Häufig lacht ein Monster, rasseln Ketten oder donnert ein Gewitter. Obwohl fast nichts passiert, ist das besser als ein Gruselkabinett. Angst verläuft eben simultan mit der eigenen Fantasie. Unter den Umstehenden sorgen die erschrockenen Gesichter ebenfalls für großen Spaß.

Und so kam einfach alles zusammen für eine schöne Nacht. Spaß, Spannung, Mystik und Faszination. Die Illumina versteht es auch in diesem Jahr, alles zu einem unvergesslichen Abend zu verschmelzen.

(NGZ/url/jco)