Jüchen : Ideen für Gemeinschaftsschule

40 Eltern sammelten bei einem Workshop Ideen für die geplante Gemeinschaftsschule. Oben auf der Liste: individuelle Förderung, viele Arbeitsgemeinschaften und Profilklassen. Sie sollen ins pädagogische Konzept fließen.

Kleine Klassen, individuelle Förderung, Profilierung, Arbeitsgemeinschaften aus unterschiedlichen Bereichen, ein entspanntes Klima zum Lernen, eine Bücherei, gesundes Frühstück, Mitbestimmung der Eltern und motivierte Lehrer — das wünschen sich Jüchener Eltern von Grundschülern für ihre Kinder.

Ideen für die ideale Schule sammelten rund 40 Schulpflegschaftsvorsitzende und Eltern jetzt bei einem Abend-Workshop in der Realschule. Realisiert werden können einige in einer künftigen Gemeinschaftsschule, wie Moderator Elmar Philip erläutert: "Ihre Wünsche fließen in das pädagogische Konzept der Steuerungsgruppe für die Gemeinschaftsschule ein."

Die Gemeinde Jüchen will im September 2011 bei der Bezirksregierung den Antrag für die erste Gemeinschaftsschule stellen. Die Schullandschaft in Jüchen soll — so haben es die Politiker entschieden — neu gestaltet werden. Aus zwei Gründen: Zum einen fehlen an der Ganztagshauptschule (GTHS) Hochneukirch für das Schuljahr 2011/12 Fünftklässler, zum anderen werden durch den demografischen Wandel langfristig die Schülerzahlen sinken. Am Donnerstag wird der Gemeinderat voraussichtlich der Empfehlung des Schulausschusses folgen und die schrittweise Auflösung der Hauptschule beschließen. Der Eltern-Workshop gehört zur umfangreichen Bewerbung.

"Eine individuelle Förderung" wünscht sich Birgit Klebula, Mutter eines Real- und eines Grundschülers, aus Otzenrath. Was sie für unverzichtbar hält: "Die Kinder sollen auch in der Schule die Möglichkeit haben, Kinder zu bleiben und nicht nur auf Leistung gedrillt zu werden." Ein Wunsch, mit dem die Otzenratherin nicht alleine steht.

Auf großen Stellwänden wurden die unterschiedlichen Elternwünsche notiert: Zu den Schwerpunkten gehörten etwa Berufsorientierung, Schwerpunkte in Musik und Sport, auch durch Kooperationen mit Musikschulen und Vereinen, Freiarbeit sowie praxisbezogenes, fächerübergreifendes und integratives Lernen.

Georg Broens, Direktor der Realschule und Leiter der Steuerungsgruppe, beantwortete einige Fragen, etwa zum gebundenen Ganztag: "Dieser könnte an der Gemeinschaftsschule so aussehen, dass an drei Tagen bis 16 Uhr unterrichtet wird und an den übrigen beiden Tagen die Betreuung bis 16 Uhr gewährleistet ist." Der Unterschied zum offenen Ganztag an Grundschulen: "Er ist nicht freiwillig."

Zu Befürchtungen von Problemen, wenn die Gemeinschaftsschüler und Hauptschüler gemeinsam in Hochneukirch unterrichtet werden, sagte Broens: "Auch ich war dort mit unseren Realschülern in einem separaten Gebäudeteil untergebracht. Damals gab es keine Probleme."

(NGZ)