Hockey Hygieneschutzkonzept macht Stress

Neuss · Vereine tun sich vor dem geplanten Saisonstart noch schwer mit der Umsetzung.

 Bevor der HTC SW Neuss am 5. September die Zweitliga-Saison fortsetzen kann, sind noch einige Hausaufgaben zu erledigen.

Bevor der HTC SW Neuss am 5. September die Zweitliga-Saison fortsetzen kann, sind noch einige Hausaufgaben zu erledigen.

Foto: Andreas Woitschützke

Na klar, auch Spieler und Verantwortliche beim Hockey-Zweitligisten HTC SW Neuss fiebern dem Start der erweiterten Saison 2019/2021 entgegen. Seit dem letzten Match am 13. Oktober 2019 gegen den Gladbacher HTC (2:4) sind schließlich mehr als zehn Monate vergangen. Doch so richtig glücklich ist Teammanager Stephan Busse mit der von der Bundesliga-Task-Force gemeinsam mit den Vereinen verabschiedeten Modusänderung nicht: „Wir waren dafür, die Saison abzusagen und zu eliminieren.“

Schwer im Magen liegt ihm und seinen Kollegen nun vor allem das 15-seitige Hygieneschutzkonzept des Deutschen Hockey-Bundes zum Wiedereinstieg in den Spielbetrieb im Feldhockey. Teamleiter Carlos Navarette, mit seinem Pflegedienst „Daheim – Zuhause“ nicht nur neuer Hauptsponsor der Zweitliga-Truppe, sondern auch ihr frischgebackener Hygienebeauftragter, hatte in den vergangenen Tagen genug damit zu tun, Wege zu finden, die umfangreichen Handlungsrichtlinien umzusetzen. Busse: „Wenn wir 100 ehrenamtliche Helfer im Verein hätten, wäre das kein Problem. Außerdem wird das in jedem Landesverband anders gehandhabt. Das wird noch spannend.“

So müssen sämtliche am Match beteiligte Personen im Vorfeld „zur Nachvollziehbarkeit von Kontakten im Falle einer Infektion mit SARS-CoV-2 namentlich erfasst werden.“ Das sind laut Spielordnung des DHB pro Team 17 Aktive und bis zu vier Betreuer. Dazu kommen zwei Schiedsrichter, sechs Ballkinder und zwei Zeitnehmer. Somit nehmen in der Regel bis zu 52 Personen unmittelbar am Spielbetrieb teil. Die Zahl könnte noch durch den Platzwart, einen Stadionsprecher und bis zu zwei Offizielle pro Verein erhöht werden.

Außerdem müssen alle Zuschauer vor dem Anpfiff namentlich und mit Angabe von Kontaktdaten unter Berücksichtigung der Datenschutz-Grundverordnung in einer Liste erfasst werden. Diese Liste dient der Rückverfolgung möglicher Infektionsketten und ist für drei Wochen aufzubewahren und zwingend nach vier Wochen zu vernichten. Mit Blick auf die Vielzahl der Verordnungen verspürt Busse vor dem Heimspiel am 5. September gegen Hannover schon jetzt ein unangenehmes Gefühl in der Magengegend: „Die Frage ist, ob wir das alles umsetzen können.“