Tennis : Huta-Galung rettet Neusser Ehre

Tennis-Bundesligist Blau-Weiss Neuss kassierte gestern die erwartete 1:5-Niederlage bei Titelanwärter TC Blau-Weiss Halle. Dass die Partie für die Neusser nicht zur Nullnummer wurde, war Jesse Huta-Galung zu verdanken – der Niederländer triumphierte über Marcel Granollers-Pujol

Tennis-Bundesligist Blau-Weiss Neuss kassierte gestern die erwartete 1:5-Niederlage bei Titelanwärter TC Blau-Weiss Halle. Dass die Partie für die Neusser nicht zur Nullnummer wurde, war Jesse Huta-Galung zu verdanken — der Niederländer triumphierte über Marcel Granollers-Pujol

Weltranglistenplätze spielen in der Tennis-Bundesliga keine Rolle. Zumindest dann nicht, wenn man Jesse Huta-Galung heißt und für den TC Blau-Weiss Neuss aufschlägt. Auf Position 217 wird der 27 Jahre alte Niederländer in der Weltrangliste der Spielervereinigung ATP geführt — fast 200 Plätze schlechter als der ein Jahr jüngere Marcel Granollers-Pujol (ATP 23).

Trotzdem fertigte Huta-Galung den Spanier gestern Nachmittag vor 1600 Zuschauern auf dem Center-Court des Gerry-Weber-Sportparks mit 7:6 und 6:4 ab. "Das war absolute Klasse, was Jesse da gespielt hat. Einfach fantastisches Tennis", sprudelte es nach dem Match aus Marc Raffel heraus.

Der Neusser Teamchef sah sich durch das Sensationsergebnis in seiner Auffassung über seinen Lieblingsspieler, der im Januar auch das von ihm organisierte Future-Turnier in der Büttgener Tespo gewonnen hatte, bestätigt: "Jesse kann an jeder Position punkten." Schließlich ist der Niederländer nominell nur die Nummer sechs auf dem Neusser Meldezettel für diese Saison — am gestrigen zweiten Bundesliga-Spieltag musste der 27-Jährige hingegen an Position eins auflaufen — und wird dies im weiteren Saisonverlauf noch öfter tun müssen für die Blau-Weissen.

Mit seinem Sieg verhinderte Huta-Galung, dass die Dienstreise ins Ostwestfälische zur Nullnummer wurde für den Bundesliga-Rekordmeister von der Jahnstraße. Der Niederländer holte damit den Ehrenpunkt gegen einen TC Blau-Weiss Halle, der in allen anderen Auseinandersetzungen den Gästen haushoch überlegen war. "Ich bin dennoch nicht unzufrieden", bilanzierte Raffel die aus seiner Sicht "standesgemäßen Niederlagen."

Lob hatte er vor allem für den 19-jährigen Max Hertl parat, der gegen Horacio Zeballos zunächst unbekümmert aufspielte und am Ende die Niederlage mit 3:6, 2:6 noch einigermaßen in Grenzen hielt. Die des Bundesliga-Debütanten Stefan Seifert gegen den Ex-Neusser Robin Haase und von Gerard Granollers-Pujol gegen seinen spanischen Landsmann Ruben Ramirez Hidalgo fielen da mit 1:6, 3:3 beziehungsweise 2:6, 1:6 schon deftiger aus. Ähnlich einseitig verliefen die Doppel, die Halle nach dem 3:1-Zwischenstand endgültig auf die Siegerstraße brachten: Robin Haase und Christopher Kas ließen Jesse Huta-Galung und Max Hertl beim 6:0, 6:0 nicht den Hauch einer Chance. Marcel Granollers-Pujol und Horacio Zeballos verfuhren beim 6:2, 6:3 über Stefan Seifert und Gerard Granollers-Pujol etwas gnädiger.

Morgen droht den Neussern eine Niederlage in ähnlicher Qualität. Ab 11 Uhr sind sie beim Erfuter Tennisclub Rot-Weiß zu Gast, und der sorgte gestern für die erste faustdicke Überraschung der noch jungen Bundesliga-Saison, als er sich bei Titelverteidiger und Titelanwärter Kurhaus Lambertz Aachen durchsetzte. "Die werden jetzt selbst vom Titel träumen und entsprechend auflaufen", meint Raffel, der seinerseits den Einsatz des jungen Finnen Micke Kontinnen in Erwägung zieht.

(NGZ/rl)