Korschenbroich: Hundekot: Stadt lehnt Warnschilder ab

Korschenbroich : Hundekot: Stadt lehnt Warnschilder ab

Die Josef-Thory-Straße ist weiterhin im Fokus aufgebrachter Bürger, die sich über Hundekot auf dem Gehweg beschweren. Die Stadt sieht sich jedoch nicht in der Pflicht – und gibt die Verantwortung an die Halter weiter.

Die Josef-Thory-Straße ist weiterhin im Fokus aufgebrachter Bürger, die sich über Hundekot auf dem Gehweg beschweren. Die Stadt sieht sich jedoch nicht in der Pflicht — und gibt die Verantwortung an die Halter weiter.

Wenn Werner Ortmann über die Josef-Thory-Straße in Kleinenbroich schlendert, dann hat er den Blick meist wachsam nach unten gerichtet. Zu groß ist die Gefahr, in Hundekot zu treten, der häufig den Gehweg verunreinigt. Ein Problem, das dem 79-Jährigen seit geraumer Zeit ein Dorn im Auge ist. "Es sind nicht immer wieder vereinzelte Hundehalter, die sich nicht an die Regeln halten, sondern es ist die Mehrzahl, die sich nicht an die Vorschriften hält", sagt Werner Ortmann verärgert.

Um das Problem zu bekämpfen, wandte sich der Kleinenbroicher an die Stadt Korschenbroich. Seine Bemühungen, Hinweisschilder und Hundekot-Beutel-Spender in betroffenen Gebieten aufstellen zu lassen, blieben jedoch ohne Erfolg. "Wir sehen da keinen Handlungsbedarf, wir erhalten sehr selten Beschwerden über Hundekot auf der Josef-Thory-Straße", sagt Bernd Dieter Schultze, Erster Beigeordneter der Stadt.

Auch Erhebungen von Bußgeldern seien die Ausnahme. Schultze macht außerdem darauf aufmerksam, dass die Maßnahmen flächendeckend vorgenommen werden müssten und dies mit nicht zu tragenden Kosten verbunden wäre. Ein Argument, das für Werner Ortmann nicht zählt. "Da ist Kreativität gefragt. In Sachen Aufstellung von Warnschildern und Beutel-Spendern kann man sich ein Beispiel an anderen Kommunen nehmen", sagt der Rentner.

In Grevenbroich-Kapellen ist man bereits einen Schritt weiter als in Korschenbroich. Dort hat der Heimatverein "Kapellener Jonge" vor rund fünf Jahren acht Beutel-Spender aufgestellt — das positive Feedback der Hundebesitzer ließ nicht lange auf sich warten. "Viele Halter wünschen sich noch mehr solcher Spender", verrät Georg Plöger, Mitglied des Kapellener Heimatvereins. Besonders im großen Neubaugebiet sei dies der Fall. Finanziert wurden die Präventiv-Maßnahmen zum Teil von ortsansässigen Firmen und Geschäften, die die "Bello-Boxen" als Werbeflächen in Anspruch nehmen.

Dass diese Methode durchaus eine Realisierungsmöglichkeit darstellt, weiß auch Wolfgang Houben von den Bündnisgrünen, die nach der Beschwerde einer Bürgerin bei der Fraktionssitzung Optionen prüften, inwieweit eine Finanzierung der Beutelspender und Schilder möglich sei. "Die finanziellen Mittel des Haushalts sind derart begrenzt, dass die Chancen zurzeit schlecht stehen", sagt der 64-Jährige. Sponsoren an Land zu ziehen, gehöre außerdem nicht zum Aufgabenbereich der Stadt. Vielmehr seien die Hundebesitzer in der Pflicht, den Kot ordnungsgemäß mit selbst finanzierten Beuteln — zur Not auch zu Hause — zu entsorgen.

Dass die Beutel-Spender nicht nur zweckdienlich verwendet werden, weiß Andreas Sterken, Pressesprecher der Stadt Grevenbroich. "Vor rund zehn Jahren gab es diese Spender in Grevenbroich. Damals wurden die Beutel jedoch durch die Gegend geschmissen. Das ist natürlich nicht der Sinn der Sache", sagt der 54-Jährige.

Auch wenn die Chancen gen Null gehen, dass die Stadt für die Schilder und Beutel-Spender in Korschenbroich aufkommt, gibt Werner Ortmann die Hoffnung nicht auf. Doch solange keine Lösung gefunden wurde, um das Problem zu beseitigen, muss er wohl noch mit seinem Blick, wachsam nach unten gerichtet, über die Kleinenbroicher Josef-Thory-Straße gehen.

(NGZ/rl)
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