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Hüter-Brüder aus Dormagen wieder für USA im Einsatz

Handball in Dormagen : Hüter-Brüder wieder für USA im Einsatz

Nach dem geplatzten WM-Traum im Januar stehen die beiden Zweitliga-Handballer des TSV Bayer vor den nächsten Länderspielen mit dem US-Nationalteam. Weitere Dormagener spielen am Wochenende auf internationalem Parkett.

Dusko Bilanovic, Trainer des Handball-Zweitligisten TSV Bayer Dormagen, blickt mit einer gewissen Sorge nach Luxemburg. Denn dort spielt am Freitag und am Sonntag im Sportzentrum Coque die US-amerikanische Nationalmannschaft im Rahmen der Feierlichkeiten zum 75-jährigen Bestehen des nationalen Handballverbandes in der Hauptstadt gegen Luxemburg. Mit dabei für die USA sind auch Patrick und Ian Hüter, zwei Schlüsselspieler in Bilanovics Mannschaft. Wobei Ian Hüter nach längerer Verletzungspause am vergangenen Sonntag im Spiel beim VfL Lübeck-Schwartau gerade erst sein Comeback feierte.

„Ich habe mit dem US-Coach telefoniert und ihn gebeten, darauf Rücksicht zu nehmen, dass Ian noch nicht wieder voll einsatzfähig ist“, sagt Bilanovic mit Blick auf ein Gespräch mit dem Schweden Robert Hedin. Denn angesichts der extremen Personalnot bei den Dormagenern lief der jüngere der beiden Hüter-Brüder gegen Schwartau zwar auf, doch nach der längeren Pause wegen eines Muskelfaserrisses im Bereich der Adduktoren brachen bei dem 24-Jährigen wieder Probleme im Bereich der Ferse auf und verursachten Schmerzen. Da ist es nur allzu verständlich, dass die Dormagener das Risiko eines weiteren Ausfalls ihres Spielmachers möglichst gering halten wollen. Alle drei Partien in Abwesenheit von Ian Hüter plus das Spiel gegen Schwartau gingen verloren und sorgten dafür, dass der TSV auf den vorletzten Tabellenplatz abrutschte.

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Auf der anderen Seite ist es auch sehr gut nachvollziehbar, dass die Hüters für das Heimatland ihrer Mütter auflaufen wollen. Sie verstehen sich als Botschafter ihres Sports, die helfen wollen, Handball in den USA populärer zu machen. Große Hoffnungen in dieser Hinsicht hatten die beiden Anfang des Jahres auf die Weltmeisterschaft in Ägypten gesetzt, zu der die USA als Handball-Entwicklungsland eine Einladung erhalten hatten. Doch noch während des Vorbereitungslehrgangs in Dänemark steckten sich zahlreiche Spieler mit dem Corona-Virus an, so auch Ian und Patrick Hüter. Letztlich entschieden sich die Amerikaner, auf ihre Teilnahme in Ägypten zu verzichten, so dass auch der große WM-Traum der Hüters platzte.

 Julian Köster jubelt im Gummersbacher Trikot.
Julian Köster jubelt im Gummersbacher Trikot. Foto: Heinz J. Zaunbrecher

Wenn sie in Luxemburg zumindest mal wieder mit ihren Nationalmannschaftskollegen zusammenkommen, darunter auch Paul Skorupa als früherer Spieler des Neuss/Düsseldorfer Gemeinschaftsprojekts Rhein Vikings, werden sie wohl auch einem ehemaligen Mannschaftskollegen begegnen. Denn nach der ersten Partie der US-Amerikaner gegen Luxemburg bestreitet die deutsche Nationalmannschaft an selber Stelle ein Testspiel gegen Portugal. Und bei den Deutschen, bei denen Bundestrainer Alfred Gislason einen personellen Umbruch eingeleitet hat, steht ein gewisser Julian Köster vor seinem Länderspieldebüt. Köster stand noch bis Anfang des Jahres in Dormagen unter Vertrag, bevor er noch während der Rehabilitation nach einer schweren Knieverletzung zum Ligakonkurrenten VfL Gummersbach wechselte. Dort entwickelte sich der 21-jährige Mittelmann dann so gut, dass er auch als Zweitligaspieler ins Blickfeld der Nationalmannschaftsverantwortlichen geriet. „Ich glaube, dass er das auch bei uns geschafft hätte. Schließlich ist er während seiner Zeit bei uns auch in den DHB-Elitekader berufen worden“, meint TSV-Coach Dusko Bilanovic, der sich freut, dass sein ehemaliger Schützling in der Nationalmannschaft dabei ist. In der DHB-Auswahl mit dabei ist übrigens noch ein weiterer ehemaliger Dormagener. Mittelmann Simon Ernst, 2016 als Spieler des VfL Gummersbach mit Deutschland Europameister, feiert nach drei Kreuzbandrissen sein Comeback. Wer die beiden sehen will, hat dazu übrigens ganz in der Nähe die Gelegenheit, denn die zweite Partie gegen Portugal steigt am Sonntag (15 Uhr) beim „Tag des Handballs“ in Düsseldorf.

Dort wird nach dem ersten Aufeinandertreffen am Samstag in Bielefeld auch die deutsche U20-Nationalmannschaft, die im Sommer noch als U19 den EM-Titel geholt hatte, am Sonntag (12.30 Uhr) zum zweiten Mal gegen Ungarn testen. Mit von der Partie sind dann in Gestalt von Lucas Rehfus, Sören Steinhaus und Lennart Leitz auch drei Spieler aus dem traditionell guten Nachwuchs des TSV Bayer Dormagen, die auch schon alle ihre Einsatzzeiten in der Zweitliga-Mannschaft bekamen. Schon ein fester Bestandteil des Dormagener Zweitliga-Kaders ist der erst 18-jährige Aron Seesing, der allerdings wegen einer Daumenverstauchung in der Nationalmannschaft pausiert. Wegen ihm muss sich Dusko Bilanovic also keine Sorgen machen.