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Hockey: HTC von allen guten Geistern verlassen

Hockey : HTC von allen guten Geistern verlassen

Nach der mit Abstand schlechtesten Saisonleistung geht Hockey-Bundesligist SW Neuss gegen den bis Samstag noch punktlosen ETuF Essen sang- und klanglos mit 4:10 unter. Dinah Grote erzielt für die Gäste ein halbes Dutzend Tore.

Viel schlechter geht es kaum. Selbst der ansonsten stets um Ausgleich bemühte Simon Starck fällte nach der 4:10-Pleite (Halbzeit 2:4) seiner von allen guten Geistern verlassenen Hockey-Mädels gegen den ETuF Essen ein vernichtendes Urteil: "Das war absolut unterirdisch." Auch die von personellen Ausfällen und Krankheiten geprägte Trainingswoche mochte der Trainer des Bundesligisten HTC SW Neuss nicht als Entschuldigung gelten lassen: "Das war Hockey auf A-Mädchen-Niveau."

Von Beginn an erreichte im Team der Gastgeberinnen keine Spielerin auch nur annähernd Normalform. Besonders bitter fand Starck, "dass uns das gegen einen absolut schlagbaren Gegner passiert. Essen hat uns eigentlich vor keine unlösbaren Aufgaben gestellt." Dem mit null Punkten angereisten Kontrahenten reichte ein starkes Duo zum ersten Saisonsieg: Dinah Grote, mit gebrochenem Finger in den ersten drei Partien noch kein Faktor, markierte satte sechs Treffer, ihre ebenfalls schon für die deutsche A-Nationalmannschaft tätige Teamkollegin Janine Beermann zwei. Voll im Spiel war der HTC nur für rund eine Minute. Da markierte Malou Holthausen auf Zuspiel von Luisa Steindor das 1:2, nur wenige Sekunden später glich Steindor aus (19.). Aber noch vor der Pause schossen Julia Fette (21.) und Janine Beermann (30.) Essen wieder auf 4:2 in Führung.

Besser für Schwarz-Weiß wurde es auch nach Wiederbeginn nicht. Ganz im Gegenteil sogar. In der 45. Minute schrie Starck fast schon verzweifelt: "Mädels, wacht doch mal auf, bitte!" Vergeblich. Spielerisch passte bei den Neusserinnen, die im ersten Match immerhin den Deutschen Meister RW Köln geschlagen hatten, gar nichts zusammen. Und auch die vor allem von Luisa Steindor und Verena Würz ausgepackte Brechstange vermehrte als untaugliches Mittel nur den Frust. Eine wirkliche Chance, dem Spiel noch eine Wende zu geben, hatten die indisponierten Gastgeberinnen, für die Luisa Steindor (3:5/35.) und Theresa Laubenstein (4:9/47.) nurmehr Ergebniskosmetik betrieben, nicht. Da der Abstieg für seine Schützlinge aufgrund der Schwäche des Neulings Club Raffelberg kein Thema ist, hält Starck trotz des ernüchternden Auftritts weiter am ausgegebenen Saisonziel fest. "Wir wollen Zweiter werden."

Ob das wirklich realistisch ist, entscheidet sich bereits am nächsten Wochenende: Am Samstag muss Neuss zunächst zum Düsseldorfer HC, den Starck stärker einschätzt als Essen, am Sonntag steht das Rückspiel bei RW Köln auf dem Programm. Und den Deutschen Meister sieht der Neusser Coach trotz des überraschend mauen Starts immer noch als sicheren Kandidaten fürs DM-Viertelfinale an.

(NGZ)