Hockey : HTC vergisst das Toreschießen

Trotz bester Chancen unterlagen die Damen des Hockey-Bundesligisten Schwarz-Weiß Neuss gestern in heimischer Stadionhalle dem ETuF Essen mit 6:7. Ein herber Rückschlag im Kampf um einen Platz in den Play-offs. In der Tabelle fielen die Neusserinnen auf den dritten Platz zurück.

Der von Abwehrspezialistin Malou Holthausen (20) nach Spielschluss eiligst herbeigeschaffte Geburtstagkuchen dürfte den Akteurinnen des Hockey-Bundesligisten HTC SW Neuss nicht wirklich geschmeckt haben. Denn die von Dariusz Musialowski trainierten Mädels unterlagen dem Essener Turn- und Fechtverein mit 6:7 (Halbzeit (3:3) und fielen damit in der Tabelle hinter den Düsseldorfer HC auf den dritten Rang zurück.

Wie schon am Tag zuvor in der Partie beim HC Essen verschlief der HTC komplett den Start. Auf dem Weg zum 1:0 (5.) für die Gäste durfte Bettina Radner nahezu unbehelligt übers ganze Spielfeld laufen, beim 2:0 durch Dinah Grote kaum eine Minute später war die Neusser Defensive ebenfalls nicht ganz auf der Höhe. Die Gastgeberinnen waren zwar spielbestimmend, vermochten die klug gestaffelte Abwehr des ETuF indes zunächst nicht zu knacken. Erst in einer Auszeit wusste Musialowski seine Schützlinge einzustimmen. Sarah Sprink verkürzte nach energischem Einsatz auf 1:2 (16.), Theresa Laubenstein gelang nach famoser Einzelleistung der verdiente Ausgleich (21.). Kurz darauf nutzte sie die gekonnte Vorarbeit von Nationalspielerin Lina Geyer zur ersten Führung (23.). Die hielt jedoch nicht bis zur Pause, denn Barbara Hopmann verwertete die zweite Strafecke der Gäste zum 3:3 (27.).

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Auch nach dem Seitenwechsel boten sich den Neusserinnen beste Gelegenheiten. Luisa Steindor bediente Theresa Laubenstein auch zum 4:3 (33.). "Aber wir hatten einfach nicht die Kraft, uns mal auf zwei Tore abzusetzen", bemängelte Musialowski traurig, "dann hätten wir wahrscheinlich gewonnen". Zu allem Überfluss stimmt es auch in der Abwehr nicht. So egalisierte die erfahrene Barbara Hopmann mit Strafecken zum 4:4 (39.) und nach Lena Anderschs Treffer zum 5:4 (42./KE) auch zum 5:5 (48.). Nun war plötzlich Essen am Drücker und zog durch das zweite Tor von Bettina Radner wieder mit 6:5 in Front (49.).

Lina Geyer ließ Schwarz-Weiß mit ihrem Treffer zum 6:6 (51.) erneut hoffen. Vergeblich. Marie-Celine Lamas bestrafte die Unzulänglichkeiten der Neusserinnen eiskalt mit dem 7:6 (54.). Genug Zeit, dem Spiel noch eine Wende zu geben, hätten Lina Geyer & Co. danach gehabt, doch der Ball wollte partout nicht mehr hinein ins Essener Gehäuse. Carolin Keil hätte 40 Sekunden vor Schluss wenigstens einen Punkt retten können, sie setzte die Kugel aber aus kurzer Entfernung am Tor vorbei.

Musialowski bescheinigte seinen unverdrossen kämpfenden Mädels hinterher eine "gute Leistung", bekannte allerdings: "Ich bin richtig sauer, weil wir es wieder mal nicht verstanden haben, unsere erstklassigen Torchancen auch zu verwerten."

(NGZ)