HTC SW Neuss ist nach 2:3 bei BW Köln raus aus dem Aufstiegskampf

Hockey : HTC SW Neuss ist raus aus dem Aufstiegskampf

Die Schützlinge von Trainer Matthias Gräber hadern nach ihrer 2:3-Niederlage in Köln mit den Schiedsrichtern.

Kurz nach der Pause wähnte sich der HTC SW Neuss mit einem Bein im Oberhaus der Hockey-Bundesliga. Denn Oliver Stümpel hatte im Topspiel bei Blau-Weiß Köln mit einem abgefälschten Schuss den vorangegangenen Treffern von Sebastian Draguhn (Strafecke) und Tomasz Górny das vermeintliche 3:0 angefügt. „Das wäre wahrscheinlich die Entscheidung gewesen“, gab selbst Kölns gesperrter Spielertrainer Jan-Marco Montag zu. Doch die Schiedsrichter László Gardeler (Krefeld) und Stephan Peters (Essen) verweigerten dem Tor die Anerkennung. Stattdessen gewannen die Gastgeber die Partie noch mit 3:2-Sieg (Halbzeit 0:2)  und verdienten sich damit am letzten Spieltag ihr Finale um den Aufstieg gegen Tabellenführer Großflottbeker THGC.

Der nicht gegebene Treffer beschäftigte die Neusser, die mit einem Sieg in Köln punktemäßig mit Flottbek (spielte in Hannover nur 2:2) gleichgezogen hätten, auch nach Spielschluss noch sehr. „Denn das war ein klares Tor“, beharrte Spielertrainer Matthias Gäber. „Die Schiedsrichter haben einfach nicht gesehen, dass Olli an dem hart in den Schusskreis geschlagenen Ball noch mit dem Schläger dran war.“ Auch für ihn die spielentscheidende Szene: „Fällt das 3:0, ist das Spiel durch.“ Die für ihn „aus dem Nichts“ kommenden Tore von Juri Hägele (43.) und Denis Bischof (47.)  zum 2:2 hätte Schwarz-Weiß sogar verkraften können, wenn die Unparteiischen nicht noch einmal entscheidend ins so brisante Match eingegriffen hätten. Zu Beginn des Schlussviertels (48.) stellten sie Draguhn nach einem verbalen Disput mit der Gelben Karte für zehn Minuten vom Feld. Das fand Gräber „total übertrieben.“ Den Hausherren war das natürlich schnuppe, ungerührt gingen sie nur kurz darauf durch Sebastian Behr mit 3:2 in Führung. Der ziemlich angefressene HTC  resignierte allerdings nicht, erspielte sich selbst in Unterzahl noch zahlreiche Chancen und vier Ecken – die letzte von insgesamt sieben (keine für Köln) gab ihnen bei bereits abgelaufener Spielzeit die Möglichkeit, wenigstens noch einen (enorm wertvollen) Punkt zu retten. Doch obwohl sie aufgrund von Kölner Regelverstößen gleich vier Versuche erhielten, wollte die Kugel nicht mehr in den Kasten.

Ein Unentschieden in Köln hätte den Schwarz-Weißen am Sonntag ein Fernduell um den Aufstieg mit Flottbek beschert. Der Spitzenreiter wäre mit einem Vorsprung von zwei Punkten und einem um acht Treffer besseren Torverhältnis bei BW Köln angetreten. Ein Remis in der Domstadt hätte Neuss die Chance eröffnet, mit einem Kantersieg über das seit Sonntag gerettete Kellerkind THK Rissen Platz eins zu erobern.