HTC SW Neuss im Abstiegskampf in der Hallenhockey-Bundesliga West

Hockey: HTC setzt im Abstiegskampf auf die Fans

Ein Sieg am Mittwochabend im letzten Heimspiel gegen Blau-Weiss Köln würde die Lage zwar verbessern, gerettet wäre der HTC Schwarz-Weiß Neuss im Abstiegskampf der Hallenhockey-Bundesliga West damit aber noch  nicht.

„Jetzt brauchen wir am Mittwoch die Unterstützung der Halle,“ sagt Carlos Navarrette mit Blick auf das vielleicht entscheidende Spiel im Abstiegskampf der Hockey-Bundesliga West, zu dem der HTC Schwarz-Weiß Neuss am Mittwoch um 20.30 Uhr Blau-Weiss Köln in der Stadionhalle empfängt.

Der langjährige Betreuer, der an der Jahnstraße schon so ziemlich jeden Job erledigt hat, den es in einem Sportverein überhaupt gibt, denkt dabei an das zurückliegende Heimspiel am Samstagabend, als die 400 Zuschauer die Hausherren in der Schlussphase einer dramatischen Partie regelrecht nach vorne peitschten. So sehr, dass ihnen in der vorletzten Minute durch ein Eckentor von Spielertrainer Matthias Gräber zum 5:4-Endstand der erste Sieg in der Hallensaison 2018/19 gelang. Auch tags darauf, in der Halle am Düsseldorfer Seestern, machten die gut und gerne 50 mitgereisten Neusser Zuschauer mächtig Stimmung. „Das ist schon toll, wie uns unsere Fans unterstützen,“ sagt der vom Düsseldorfer HC zu Schwarz-Weiß zurückgekehrte Torhüter Konstantin Hayner, der an alter Wirkungsstätte zu einem der Matchwinner wurde.

„Im Westen hat keiner so viele Zuschauer wie wir,“ sagt der frühere Teammanager Horst Busse. Ein Pfund, mit dem die Schwarz-Weißen eigentlich auch im Abstiegskampf wuchern könnten. Das Dumme an der Sache: Die letzten beiden Meisterschaftsspiele sind auswärts, bei Rot-Weiss Köln (am Freitag um 20.30 Uhr) und bei Uhlenhorst Mülheim (am Sonntag um 12 Uhr) – jenen Klubs, die derzeit auf den ersten beiden Tabellenplätzen stehen, die zum Einzug ins DM-Viertelfinale berechtigen. Und das einzig noch verbliebene Heimspiel, vielleicht das „Endspiel“ um den Klassenerhalt, wird am Mittwoch zur wenig Zuschauer-freundlichen Zeit um 20.30 Uhr angepfiffen, die die Partie für Kinder und Schulpflichtige eigentlich zum „No Go“ macht. Und Kinder und Schulpflichtige sind für die Hockeyklubs eine wichtige Zielgruppe, zum einen, um den dringend benötigten Nachwuchs am Schläger zu produzieren, aber auch, weil sie oft ihre Eltern mitbringen, die dann selbst zu Fans (und manchmal zu Spielern beim Elternhockey) werden. „Aber an solche Dinge denkt man beim Deutschen Hockey-Bund nicht,“ schimpft Horst Busse und hält es für ein „Unding, die Rückrunde der Hallensaison in nur acht Tagen auszutragen. Das ist nicht gut für die Spieler, aber auch nicht gut für die Vereine.“ Schließlich, weiß der langjährige Teammanager, „erzielen wir in der Halle nicht nur mehr Einnahmen als auf dem Feld, es interessieren sich auch mehr Kinder für Hallen- als für Feldhockey.“ Und talentierten Nachwuchs kann der Deutsche Hockey-Bund wahrlich gebrauchen – das enttäuschende Abschneiden bei den Großereignissen der vergangenen Jahre zeigt das mehr als deutlich.

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„Ich hoffe, die Leute kommen am Mittwoch trotz der ungünstigen Anstoßzeit,“ sagt HTC-Vorsitzender Andreas Schwarz. Denn ein Sieg ist Pflicht für die Schwarz-Weißen. Dann hätten sie nämlich punktemäßig zu BW Köln aufgeschlossen und wären im Torverhältnis (derzeit Neuss -12, Köln -15) leicht besser. Der Haken an der Rechnung ist das Restprogramm: Neuss hat die kaum lösbaren Aufgaben bei RW Köln und in Mülheim vor der Brust, die Blau-Weissen noch zwei Heimspiele gegen Mülheim und Düsseldorf, für die es am letzten Spieltag nur noch um Platz drei und damit um „gar nichts“ gehen könnte.

Es sei denn, der DHC hat dann noch eine Chance aufs DM-Viertelfinale. Dafür muss er aber die vorhergehenden Spiele gegen RW Köln (Mittwoch) und in Krefeld (Samstag) gewinnen. So könnte ausgerechnet der den Neussern in gegenseitiger Hassliebe verbundene Düsseldorfer HC Schicksal spielen für den HTC, immer vorausgesetzt, die Schwarz-Weißen fahren selbst am Mittwochabend drei Punkte ein – egal, ob mit oder ohne Fans.

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