HTC SW Neuss bezwingt Schwarz-Weiß Köln verdient mit 3:1.

Hockey : Schwarz-Weiß macht die Schotten dicht

Beim verdienten 3:1-Heimsieg über SW Köln überzeugt der Hockey-Zweitligist aus Neuss vor allem in der Abwehr.

Man kann auch im Sport nicht alles haben. In den Spielen gegen den Gladbacher HTC (6:6), DSD Düsseldorf (4:4) und DHC Hannover (3:3) rappelte es im Angriff zwar kräftig im Karton, aufs Konto kamen dabei aber insgesamt nur magere drei Punkte. Gegen Schwarz-Weiß Köln brannte es nur selten im gegnerischen Schusskreis, mit dem 3:1 (Halbzeit 1:0) brachte der HTC SW Neuss jedoch den im Aufstiegskampf der 2. Hockey-Bundesliga Nord dringend benötigten Sieg ein.

Der riss Spielertrainer Matthias Gräber jetzt nicht unbedingt vom Hocker, „wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“, sorgte indes für Zufriedenheit im Jahnstadion. Mit Blick aufs Ergebnis stellte ausgerechnet Toptorschütze Sebastian Draguhn entspannt fest: „Das war das erste Spiel seit langem, in dem wir defensiv die Kontrolle hatten. Und wenn wir nur einen Treffer zulassen, ist es fast unmöglich, uns zu schlagen, denn vorne machen wir immer unsere Törchen.“ Es half sicher auch, dass die Gäste nicht in ihren besten Tag erwischt hatten. An die starke Leistung vom 3:2-Erfolg im Hinspiel konnten die Schützlinge von Trainer Christopher Jäkel diesmal in keiner Phase anknüpfen. „Die sind halt zu Hause wesentlich griffiger als auswärts“, erklärte Gräber. Trotzdem hätten die Domstädter durchaus in Führung gehen können, scheiterten mit Marius Gemmel aber bei ihrer ersten Strafecke am Neusser Torhüter Konstantin „Tatti“ Hayner (10.).

Allzu viel hatten in der Offensive freilich auch die Hausherren nicht anzubieten. Jacek Kurowski verfehlte das Gehäuse mit einem strammen Rückhandschuss nur knapp (12.). Verlass war dafür einmal mehr auf Sebastian Draguhn: Obwohl schwer erkältet, nutzte der 35-Jährige im zweiten Viertel die erste (und einzige) kurze Ecke des HTC in entschlossener Manier zum Führungstreffer (23.). „Den Ball habe ich richtig gut erwischt“, sagte der Ex-Weltmeister nach seinem 27. Blattschuss im 13. Saisonspiel schmunzelnd. In der Folge konzentrierte er sich ebenso wie seine von Abwehrchef Ivo Otto, Abbas Haider, Tomasz Górny und Mario Stümpel angeführten Teamkollegen vor allem auf seine Pflichten in der Verteidigung. Die deshalb nur mäßig aufregende Partie plätscherte bis ins Schlussviertel fast ereignislos dahin. Immerhin markierte der zu großen Pausen neigende Sibtain Raza nach feiner Einzelleistung und überzeugendem Abschluss das 2:0 (39.). Kurz darauf hatte Draguhn schon die Entscheidung auf dem Schläger, verfehlte aber knapp (41.). Erst als Lucas Bachmann Kölns zweite Strafecke quasi aus dem Nichts zum 1:2 (51.) in den Kasten setzte, kam das in der Vergangenheit oft hitzige Duell noch mal auf Touren. Weil Sibtain Raza alleine vor dem Tor patzte (55.), setzten die Gäste bereits 4:34 Minuten (!) vor Schluss alles auf eine Karte und schickten für ihren Keeper Paul Freund einen zusätzlichen Feldspieler auf den Kunstrasen. Eine gewagte Aktion ohne Happy End. Der Schuss ging sogar komplett nach hinten los, denn gut zwei Minuten vor dem Ende fing der aufmerksame Cedric Heimbach einen Querpass von Leon Hox ab und hämmerte die Kugel zum 3:1 in die Maschen.

  • Hockey : Sebastian Draguhn trifft in Heimfeld sechs Mal für Neuss
  • Hockey : Hayner hält verdienten Punkt fest
  • Hockey : HTC SW Neuss erkämpft den ersten Saisonsieg

Schön für Konstantin Hayner im Tor des HTC, dass er sich danach bei Kölns dritter Strafecke noch einmal auszeichnen durfte. Trotzdem merkte der 20-Jährige selbstkritisch an: „Die zweite Ecke hätte ich auch haben können.“