Hockey : HTC strebt Vorentscheidung an

Kehren die Damen des Hockey-Bundesligisten Schwarz-Weiß Neuss mit Siegen von ihrem zweitägigen Trip in den Norden der Republik zurück, hätten sie den Klassenverbleib schon so gut wie in der Tasche. Morgen (15 Uhr) geht es gegen Harvestehude, am Sonntag (12 Uhr) gegen Lichterfelde.

Simon Starck gehört ganz gewiss nicht zu den Lautsprechern der Branche. Doch auch der Trainer des Hockey-Bundesligisten HTC SW Neuss weiß genau, was in den Partien beim Harvestehuder THC und dem TuS Lichterfelde auf dem Spiel steht. Nimmt der Neuling nach dem 3:1-Heimsieg über den Düsseldorfer HC am vergangenen Wochenende zum Auftakt der Abstiegsrunde auch aus Hamburg und Berlin Zählbares mit, könnte das schon mehr als die halbe Miete im Kampf um den Klassenverbleib sein. "Dann könnte man schon damit rechnen, dass wir die Klasse halten werden", sagt Starck bei aller gebotenen Vorsicht.

Die leichtere Aufgabe, wenn es denn so etwas in einer vor allem nervlich extrem belastenden Play-down-Runde überhaupt gibt, sollte das morgige Duell mit Harvestehude darstellen. Nicht weil die Neusserinnen den HTHC in der regulären Saison an der Jahnstraße deutlich mit 6:2 bezwungen hatten – in Lichterfelde setzte es eine 1:3-Niederlage –, sondern weil die Berlinerinnen auf jeden Fall über die besseren Einzelspielerinnen verfügen. Starck hat zudem erkannt, dass der "TuSLi" in der Defensive als kampfstarke Truppe ein äußerst unangenehmes Pressing bevorzugt. Vergleichbar in etwa mit dem, was Düsseldorf am vergangenen Sonntag in Neuss nach der Pause praktizierte.

Dass der HTC nach starkem ersten Abschnitt, "da haben wir kein Land gesehen und hätten auch höher zurückliegen können" (DHC-Trainer Tom Wegener), im Verlauf der zweiten Hälfte noch arg in Bedrängnis geraten war, ist natürlich auch Starck nicht verborgen geblieben, bringt ihn allerdings nicht aus der Ruhe. Er verbucht den ersten Auftritt als vollen Erfolg, "denn wir waren vor dem Spiel schon ziemlich nervös", räumt er ein.

Harvestehude hatte die Abstiegsrunde mit einer knappen 1:2-Niederlage in Lichterfelde eröffnet, dabei aber keineswegs enttäuscht. "Wir waren klar überlegen, hatten gefühlt fünf Millionen Chancen", so HTHC-Betreuerin Janna Rumland. Daraus leitet sie für die Spiele am Wochenende gegen Neuss und Düsseldorf ab: "Ist das Glück endlich mal auf unserer Seite, kann es mit den sechs Punkten, die wir haben möchten, durchaus klappen. Die Mannschaft hat das Potenzial, in den Play-downs den Abstieg noch zu vermeiden."

Beim HTC, der mit 18 Spielerinnen auf Tour geht, hat sich nach überstandener Erkältung Marie Münch zurückgemeldet. Auch Carolin Keil läuft wieder mit ihrer Spezial-Manschette um den gebrochenen Daumen auf. Im Tor hat sich Starck für ein Wechselspiel entschieden: In Hamburg steht Caro Bunge im Kasten, in Berlin ist Neela Holthausen an der Reihe.

(NGZ)