Hockey : HTC schlägt den Meister

Mit einem Paukenschlag sind die Hockey-Mädels von SW Neuss in die Hallensaison gestartet. Sie schlugen Rot-Weiss Köln daheim mit 4:3.

Der Weg ins Viertelfinale ist für RW Köln vielleicht doch ein wenig beschwerlicher als gedacht. Direkt zum Auftakt der Hallensaison in der Hockey-Bundesliga setzte es für den Deutschen Meister nämlich erst mal eine 3:4-Niederlage (Halbzeit 1:3) beim ganz stark aufspielenden HTC Schwarz-Weiß Neuss.

Trotz der über weite Phasen berückenden Vorstellung seiner Mädels rief HTC-Trainer Simon Starck nicht gleich zur Palastrevolution auf. "Wir hatten diesmal vielleicht auch ein wenig das Glück auf unserer Seite", stellte er stattdessen vorsichtig fest. Bedeutend weniger zurückhaltend waren seine Spielerinnen in den 60 Minuten zuvor aufgetreten. "Neuss war von Anfang an sehr griffig", lobte selbst Moritz Liebald, in Köln Assistent des als hauptamtlicher Jugendtrainer weiterhin in Diensten des HTC stehenden Markus Lonnes. Folgerichtig brachte Theresa Laubenstein die Gastgeberinnen bereits in der vierten Spielminute in Führung. Danach traf Verena Würz, die ein starkes Debüt im Neusser Trikot gab, nur den Pfosten, setzte Katrin Bremer den Ball bei der zweiten Strafecke knapp neben das Tor. Gut für Neuss, dass Verena Würz nach dem Sololauf von Franciska Hauke zum 1:1 (20.) im direkten Gegenzug den zweiten Neusser Treffer nachlegte. Kurz darauf erhöhte Kim Kövel auf Zuspiel von Luisa Steindor sogar auf 3:1 (23.).

Geschlagen war der Meister damit natürlich noch nicht. Noch vor der Pause scheiterte Rebecca Grote mit Kölns erster Strafecke am Pfosten, unmittelbar danach bestrafte wiederum Franciska Hauke einen bösen Fehlpass von Malou Holthausen mit dem 2:3. Weil Neuss in der Folge zwei weitere Strafecken ungenutzt verstreichen ließ (am Ende sollte keiner der insgesamt sieben Versuche von Erfolg gekrönt sein), kamen die nun deutlich entschlosseneren Gäste durch Janina Volk zum Ausgleich (39.).

"In der vergangenen Saison wären wir danach wohl eingebrochen", sagte Starck. Doch seine nun gut präparierte und personell besser besetzte Mannschaft schlug in beeindruckender Manier zurück. Den unzureichenden Vortrag in der Spieleröffnung des sichtlich irritierten Kontrahenten nutzte erneut Kim Kövel gnadenlos zum 4:3 (52.). Mit etwas mehr Pep im Abschluss hätte der Neusser Sieg sogar durchaus höher ausfallen können, zudem klärte Inga Stöckel bei der siebten Strafecke des HTC auf der Linie für ihre schon geschlagene Torfrau.

Von einer Sensation mochte der gewohnt sachliche Starck allerdings nicht sprechen. "Klar, wenn du gegen den Deutschen Meister spielst, kannst du nicht mit einem Sieg rechnen, aber ich hatte ein gutes Gefühl. Der Sieg war verdient." Liebald: "Wir haben über 60 Minuten nicht das gebracht, was man bringen muss, um eine so motivierte Neusser Mannschaft zu schlagen."

(NGZ)