Hockey : HTC schießt sich auf Rang eins

Wie erwartet hat Hockey-Zweitligist SW Neuss das Wochenende mit zwei Siegen abgeschlossen: Dem 8:0-Kantersieg vom Samstag über den DHC Hannover ließ der Tabellenführer gestern einen 3:1-Erfolg über Hannover 78 folgen.

Die Bilanz von sechs Punkten und 11:1-Toren aus den Heimspielen gegen Neuling DHC Hannover (8:0) und Hannover 78 (3:1) liest sich beeindruckend. Doch ganz so leicht schoss sich Schwarz-Weiß Neuss am Wochenende nicht an die Tabellenspitze der 2. Hockey-Bundesliga Nord.

Ausgerechnet beim mit Verzögerung herausgespielten Kantersieg über den DHC Hannover tat sich der Absteiger aus der Ersten Liga lange schwer. Zur Pause hätte es gut und gerne auch 2:2-Unentschieden stehen könne, wenn sich die Niedersachsen im Angriff nur etwas cleverer angestellt hätten.

Eigenes Unvermögen im Verbund mit einer ganz starken Leistung von Martin Wagner im Neusser Tor brachten die Gäste aber um den verdienten Lohn ihrer Arbeit. Vor der Pause vergab Hannover wie der HTC zwei Strafecken — und hatte darüber hinaus das Pech, dass dem erst 17 Jahre alten Keeper Jannik Hainke nach einer strammen Hereingabe von Steven Dühr ein Eigentor unterlief (7.). Sieben Minuten später erhöhte Sebastian Draguhn auf 2:0.

Offenbar hatten die erfolglosen Versuche, die Kugel ins Neusser Gehäuse zu bugsieren, dem Aufsteiger jeglichen Mumm genommen. Nach Wiederbeginn schluckte er jedenfalls innerhalb von weniger als 60 Sekunden durch Steven Dühr und Philipp Weide die Treffer zum 0:4 (40.).

Und als wäre das nicht schon Strafe genug, wurde Hainke kurz darauf erneut Opfer der seit dieser Saison geltenden Eigentor-Regel: Die Hereingabe von Thomas Zillkens prallte von seiner Schiene zum Neusser 5:0 (43.) in den Kasten. Danach witzelte HTC-Routinier Patric Lunau-Mierke: "Damit müsste er jetzt die Nummer vier der Torjägerliste sein." In der Folgezeit markierten Lunau-Mierke per Siebenmeter (44.), Thomas Zilkens (58.) und Philipp Weide (65.) die Tore zum 8:0-Sieg, der sogar leicht zweistellig hätte ausfallen können, ja müssen.

Auch beim 3:1 (2:0) über Hannover 78 hatte Neuss vor allem in der ersten Hälfte Mühe. Die Gäste ließen in den ersten 35 Minuten drei Strafecken aus oder scheiterten an Torwart Lennard Leist. Es spricht für die Gastgeber, dass sie trotzdem mit einer 2:0-Führung in die Halbzeit gingen. Philipp Weide (7.) und Thomas Zilkens (23.) lochten ein.

Im zweiten Abschnitt aber ließ der Tabellenführer kaum noch Torchancen zu. Und vorne nutzte der listige Christoph Martial eine der nun zahlreichen hundertprozentigen Einschussgelegenheiten zum 3:0 (56.). Dass Kapitän Max Schnepel kurz vor Schluss mit der fünften Strafecke auf 1:3 verkürzte, kratzte HTC-Trainer Andreas Bauch nicht die Bohne: "Das war sehr solide und griffig heute."

(NGZ)