Hockey : HTC muss weiter zittern

Den Neusser Hockey-Damen gelang auch gegen Klipper (1:1) und Berlin (2:3) kein Sieg. Doch selbst nach zehn Spielen ohne dreifachen Punktgewinn kann Schwarz-Weiß den Klassenverbleib weiter aus eigener Kraft schaffen.

Nach der bitteren 2:3-Niederlage (Halbzeit 1:1) gegen den Berliner HC legte sich erst mal Stille über das komplett verregnete Jahnstadion. Mit leeren Mienen hockten die Spielerinnen des HTC SW Neuss vor ihrer Bank — irgendwie spürten alle: vielleicht war es das schon mit Liga eins. Denn während die Konkurrenz im Tabellenkeller fröhlich punktet, wartet Schwarz-Weiß seit zehn Spielen auf einen Sieg.

Das so dringend benötigte Erfolgserlebnis wäre auch gestern allemal drin gewesen, doch dieses Mal hakte es in der Defensive. "Wir haben es dem Gegner zu leicht gemacht, in unseren Schusskreis zu kommen", stellte Trainer Simon Starck enttäuscht fest. Etwa beim 1:0 durch Nationalspielerin Julia Karwatzky (19.) Da nützte es auch nichts, dass Neela Holthausen im Neusser Kasten gleich fünf Strafecken der Berlinerinnen entschärfte. Dabei hätte alles auch ganz anders kommen können. Denn weil die energische Nationalspielerin Luisa Steindor zunächst großartig den Treffer zum 1:1 (33.) von Theresa Laubenstein vorbereitete und dann nach mitreißendem Solo selber das 2:1 (44.) erzielte, durften die Gastgeberinnen sogar auf den Befreiungsschlag im Abstiegskampf hoffen. Doch daraus wurde nichts. Lisa-Marie Keim bestrafte die zu laxe und von Fehlern durchsetzte Abwehrarbeit des HTC mit dem 2:2 (51.) und in der 53. Minute stürmte Viktoria Wieske beim Berliner Siegtreffer nahezu unbehelligt durch die Neusser Hälfte. Neuss versuchte zu kontern, brachte den Ball indes zu selten gefährlich vor das gegnerische Tor. Und brannte es dann doch einmal lichterloh im Schusskreis der Gäste, fehlte ihnen das entscheidende Quäntchen Glück, aber auch die nötige Cleverness. So erspielten sich Lina Geyer & Co. im gesamten Match nicht eine einzige kurze Ecke.

Der Super-GAU blieb den Neusserinnen immerhin erspart: Weil der Düsseldorfer HC nach dem 3:2-Sieg am Samstag über Berlin gestern mit 1:2 gegen Klipper Hamburg verlor, hat der HTC sein Schicksal weiter selber in der Hand.

(NGZ)