Hockey : HTC-Damen bleiben erstklassig

Bereits am vorletzten Spieltag der Hockey-Bundesliga hat Schwarz-Weiß Neuss mit dem hochverdienten 2:0-Erfolg beim Schlusslicht ETuF Essen den Klassenverbleib perfekt gemacht. Denn zur gleichen Zeit unterlag der Lokalrivale Düsseldorfer HC bei Rot-Weiß Köln überaus deutlich mit 1:6.

Nach dem erlösenden 2:0-Sieg (Halbzeit 1:0) im Kellerduell der Hockey-Bundesliga beim ETuF Essen war erst mal kuscheln angesagt. Simon Starck, Trainer des HTC SW Neuss, der mit dem ersten Dreier nach zuvor zehn sieglosen Spielen in Folge am vorletzten Spieltag das Ticket für ein drittes Jahr in der höchsten deutschen Spielklasse löste, hatte nämlich seinen knapp drei Wochen alten Sprössling Jonas mit auf die spektakulär direkt am Baldeneysee gelegene ETuF-Anlage gebracht. "Unser Glücksbringer", sagte der Coach mit einem Lächeln.

Die große Sause fand am Samstag aber erst mal nicht statt. Unmittelbar nach Spielschluss waren die Gäste vor allem eines: erleichtert. "Wir haben das Minimalziel erreicht", brachte Starck die Gefechtslage auf den Punkt. Und während Teammanagerin Marion Hahn mit Blick auf die Glückwunsch-SMS ihrer mit dem Düsseldorfer HC (1:6 in Köln) abgestiegenen Kollegin Monika Pütz feststellte, "ohne diese Aufregungen könnten wir doch gar nicht leben", schaute Starck zurück auf ein Match, das leicht zum Spiegelbild einer insgesamt verkorksten Saison hätte werden können.

Zwar bekam Neuss die Partie nach forschem Beginn der Gastgeberinnen zunehmend besser in den Griff, agierte indes vor dem gegnerischen Gehäuse wie schon so oft in der Rückrunde nicht entschlossen genug. Bezeichnend dafür war, dass die zweite, von Nationalspielerin Luisa Steindor zur verdienten Führung (30.) verwandelte Strafecke "so nun wirklich nicht geplant war", bekannte Starck. Da die vom Neusser Markus Lonnes trainierten Kölnerinnen gegen den DHC bereits zur Pause mit 3:1 vorne lagen, wussten die Gäste früh, dass ihnen ein Sieg in Essen den vorzeitigen Klassenverbleib bringen würde. Zittern mussten sie trotzdem wieder bis zum Schluss.

Weil vor allem Malou Holthausen im Abwehrzentrum gegen die stets gefährliche Dinah Grote "einen Riesenjob gemacht hat" (Starck) und sich die ungemein agile Nationalspielerin Janine Beermann bei ihren rasanten Sololäufen immer wieder festlief, hielt der knappe Vorsprung. Als dann auch noch Torfrau Carolin Bunge bei der zweiten von zwei kurz aufeinanderfolgenden Strafecken artistisch mit dem Fuß gegen Grote parierte (47.), gewann der HTC an Sicherheit. Die vierte kurze Ecke brachte noch keinen Erfolg, aber nach einer mutigen Attacke von Katja Plauk traf Theresa Laubenstein mit ihrem elften Saisontor zum überfälligen 2:0 (58.).

Für Starck, der gerne in Neuss bleiben würde, "wenn die Perspektive stimmt", war die erfüllte Mission Klassenverbleib nur die logische Folge eigener Stärke. "Wenn man sieht, wie wenig die Essenerinnen in diesem ja auch für sie entscheidenden Spiel zustande gebracht haben, hätte es mich schon geärgert, wenn wir abgestiegen wären."

(NGZ)