Handball : Der Meister in der 2. Liga steht fest

Schon vor dem letzten Spieltag ist klar, dass die Handballer aus Hamburg ins deutsche Oberhaus zurückkehren. Der Neusser David Jurisic unterschreibt einen Vertrag beim Zweitliga-Aufsteiger Hagen.

„Moin, moin Erste Liga“ – mit diesem Spruch auf der LED-Werbebande feierte der HSV Hamburg am Dienstagabend unmittelbar nach dem Schlusspfiff des Nachholspiels gegen den ASV Hamm die Rückkehr in die Erstklassigkeit. Nach dem hart erkämpften 32:28-Sieg (Halbzeit 17:14) vor 2141 Zuschauern in der heimischen Barclaycard-Arena ist den Hamburgern der Aufstieg in die Handball-Bundesliga nicht mehr zu nehmen, egal, wie das letzte Saisonspiel am Samstag bei der SG Bietigheim ausgeht. Und weil sie den direkten Vergleich – er entscheidet bei Punktgleichheit in der Abschlusstabelle über die Reihenfolge der Platzierung – gegenüber Verfolger TuS N-Lübbecke für sich entschieden haben, ist den Hanseaten auch der Meistertitel der 2. Liga sicher.

Lübbecke reicht am Samstag im Spiel gegen den TuS Ferndorf, Dormagens Gegner am Mittwochabend, ein Unentschieden, um dem HSVH zurück in die Erste Liga zu folgen, da die Ostwestfalen im direkten Vergleich mit dem einen Punkt zurückliegenden VfL Gummersbach besser sind. Die Gummersbacher sind zur gleichen Zeit (alle Spiele werden am Samstag um 18 Uhr angepfiffen) im Duell der Altmeister beim TV Großwallstadt zu Gast.

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Erstliga-Handball in Hamburg gab es zuletzt in der Spielzeit 2015/16 zu sehen, bevor die Hanseaten aufgrund wirtschaftlicher Probleme in die Dritte Liga abstiegen. Aus der stiegen sie am Ende der Saison 2017/18 gemeinsam mit dem TSV Bayer Dormagen in die Zweite Liga auf. Dort arbeiteten sie sich über Rang zwölf und Platz acht in der abgebrochenen Corona-Saison 2019/20 kontinuierlich nach oben. Sicher auch ein Verdienst von Trainer Torsten Jansen – der Weltmeister von 2007 wurde deshalb schon vor dem feststehenden Aufstieg von seinen Kollegen und den Klubmanagern zum „Trainer des Jahres“ in der 2. Handball-Bundesliga gewählt.

Neben der über den zweiten Aufsteiger fällt am letzten Spieltag auch die Entscheidung darüber, wer den TuS Fürstenfeldbruck und den Wilhelmshavener HV in die Dritte Liga begleiten muss. Die HSG Konstanz wahrte dank eines 25:24-Sieges im Nachholspiel beim TV Großwallstadt ihre Chance auf den Ligaverbleib. Sollte der einen Punkt besser gestellte TV Emsdetten sein letztes Saisonspiel beim VfL Lübeck-Schwartau verlieren, reicht den Süddeutschen um den – zurzeit wegen Verletzung zum Zuschauen verurteilten – Ex-Korschenbroicher Tom Wolf ein Unentschieden gegen die DJK Rimpar, da sie den direkten Vergleich mit Emsdetten gewonnen haben. Wolf könnte so am Samstag gleich zwei Mal feiern: Den Klassenerhalt mit Konstanz und den Erstliga-Aufstieg mit dem TuS N-Lübbecke, wohin der 27-Jährige zur neuen Saison wechselt.

Gesucht wird an den letzten beiden Spieltagen (23./24. 6. und 27. 6.) noch der vierte Absteiger aus der Handball-Bundesliga neben HSC Coburg, TuSEM Essen und HSG Nordhorn-Lingen. Den ermitteln im Fernduell die HBW Balingen-Weilstetten, GWD Minden und die in der kommenden Saison vom Ex-Neusser Ceven Klatt trainierten Eulen Ludwigshafen, die momentan drei Punkte Rückstand auf die beiden Konkurrenten haben und am Donnerstag zum direkten Duell in Minden antreten müssen.

Neu in der 2. Liga sind der HC Empor Rostock, der für die neue Saison Kreisläufer Christian Wilhelm aus der A-Jugend des TSV Bayer Dormagen verpflichtete, und der VfL Eintracht Hagen. Der Aufsteiger gab in dieser Woche die Verpflichtung des beim Neusser HV großgewordenen David Jurisic bekannt, der trotz des Abstiegs mit Wilhelmshaven somit weiterhin in der 2. Liga aufläuft. „Natürlich freue ich mich, dass wir so ein Talent überzeugen konnten, den Weg des VfL Eintracht Hagen mitzugehen. Ich glaube, er passt super in unsere Philosophie und die jungen Spieler wissen auch, dass sie ihre Chance bei uns bekommen werden,“ sagt Eintracht-Trainer Stefan Neff über den 19 Jahre alten Linkshänder. Der hat einen Drei-Jahres-Vertrag bei seinem neuen Verein unterschrieben.