Jüchen : Hoppers kämpft um Bolzplatz

Die Gemeindeverwaltung hat ein neues Spielplatzkonzept erarbeitet. Zu den Flächen, die aufgegeben werden sollen, zählt der Bolzplatz in Hoppers. Dies wollen die Anwohner nicht akzeptieren. Möglich wäre eine Patenschaft.

Ein Satz sorgt für Aufregung in Wey und Hoppers: "Der Bolzplatz soll aufgegeben werden", empfiehlt die Arbeitsgruppe Spielplatz, deren Vorschläge der Fachausschuss beschlossen hat. Das wollen die Anwohner nicht akzeptieren: "Dieser Platz ist — besonders für Kinder — ohne Alternative", sagt Paul Schiffers, Vize-Schriftführer der Dorfgemeinschaft. Zudem ärgere man sich, dass die Politiker vor der Entscheidung nicht den Dialog mit den Bürgern geführt haben — und dass in andere Spielplätze sehr wohl investiert werde: "Anscheinend gibt es eine Zwei-Klassen-Politik: Hier Kinderparadies, dort Abschaffung." Jetzt suchen die Bürger aus Hoppers und Wey Helfer im Kampf um ihren Bolzplatz.

Gefahr für Kinder?

Von den 42 Spielflächen sollen zwölf aufgegeben werden. "Wir wollen mit dem gleichen Geld wie bisher weniger Plätze unterhalten, aber einige attraktiver machen", begründet Bürgermeister Harald Zillikens. Einige Plätze sollen als Grünflächen bestehen bleiben, andere sollen verkauft werden. Die Argumente der Anwohner in Wey und Hoppers kennt der Verwaltungs-Chef, aber: "Es gibt Alternativen in den Nachbarorten. Dass den Platz auch Erwachsene nutzen, kann ich nicht berücksichtigen: Dies ist auf einem Bolzplatz nicht zulässig."

Paul Schiffers und Nachbarn sehen gerade diese Alternative nicht: "Die Kinder können die Plätze in den Nachbarorten über die Straße nicht gefahrlos erreichen." Die Dorfgemeinschaft hat jetzt bei den Fraktionen um Hilfe gebeten — gefunden hat sie diese einzig bei der FDP. Deren Fraktionsgeschäftsführer Simon Kell sah sich den Bolzplatz an und meinte danach: "Ich kann die Bedenken der Anwohner teilen. Man sollte hier vielleicht eine andere Lösung finden."

Seine Einschätzung hat Simon Kell jetzt auch in einem Schreiben an die Verwaltung zusammengefasst. Bürgermeister Harald Zillikens hat sich bereits damit beschäftigt und stellt eine Lösungsmöglichkeit in Aussicht: "Möglich wäre etwa, dass die Gemeinde weiterhin die Pachtkosten übernimmt. Dann müsste sich die Dorfgemeinschaft aber um die Pflege des Bolzplatzes kümmern." Er erinnert aber daran, dass alle Fraktionen für die Aufgabe des Platzes votiert haben.

In Wey und Hoppers bleibt der Bolzplatz vorerst Gesprächsthema. "Wir sind angenehm überrascht über die neue Qualität des Dialogs, die hier gerade entsteht", meint Paul Schiffers. "Zudem sind wir sehr dankbar für die rasche, kompetente Unterstützung der FDP."

(NGZ)