Holzheimer Fußballer wollen nächsten Schritt machen

Fußball : HSG steht vor dem nächsten Schritt

Nach dem Aufstieg in die Landesliga setzen die Holzheimer auf die Entwicklung des jungen Teams.

Da sind sie nun also in der Landesliga angekommen, die Fußballer der Holzheimer SG. Was vor anderthalb Jahren noch undenkbar schien, ist durch eine unheimliche Entwicklung, die die HSG während der vergangenen Bezirksliga-Saison durchlief, nun Realität. „Wir haben eine tolle Saison gespielt und wollen diesen Schwung jetzt natürlich mitnehmen“, sagt Trainer Guido van Schewick. Er weiß aber auch: Die richtige Arbeit beginnt erst jetzt.

„Uns ist bewusst, wie stark diese Liga ist und wie viele richtig schwere Spiele auf uns zukommen werden“, findet der Coach. „Wir werden vor allem lernen müssen, mit Niederlagen umzugehen.“ Für sein junges Team, das seine Gegner in der Rückrunde der Vorsaison mit im Schnitt fast fünf Toren pro Partie niederwalzte, ist die Landesliga fast gänzlich Neuland. Vor der am Sonntag (15 Uhr) mit dem Auswärtsspiel beim Mitaufsteiger VfB Solingen beginnenden Saison zählt die HSG daher naturgemäß zu den wenigen klaren Abstiegskandidaten. „Für uns wird es extrem wichtig sein, gut in die Saison zu starten“, sagt van Schewick.

Dass seine Mannschaft schwierige Situationen, Rückschläge und Rückstände meistern kann, hat sie in den vergangenen zwei Jahren allerdings hinreichend unter Beweis gestellt. „Wir haben einen tollen Charakter in der Truppe“, findet van Schewick, der mit seiner Art der Mannschaftsführung dazu beigetragen hat, dass in Holzheim ein eingeschworenes Team entstanden ist – das dürfte in den kommenden Monaten einer der größten Vorteile der HSG sein. Freilich sollten die Neusser auch in Liga sechs spielerisch in der Lage sein, mitzuhalten. Die Schlüsselspieler in der Offensive sind Yannick Joosten, Maurice Girke, Simon Petri, Marvin Meirich und – trotz seiner eigentlich defensiven Position – Tom Nilgen. Das Besondere daran: Keiner der fünf ist älter als 23 Jahre, es wird daher enorm spannend sein, wie die Jungspunde sich eine Liga höher entwickeln. „Die Jungs müssen sich schnell an die neue Liga gewöhnen und den nächsten Schritt machen“, fordert ihr Trainer und fügt an: „Das traue ich ihnen aber allen zu.“ Das Gerüst im Zentrum steht mit den erfahrenen Eser Pekin, Simon Kozany und Pascal Schneider, drumherum sollen die „Jungen Wilden“ wirbeln. Interessant wird auch sein, ob van Schewick Tom Nilgen im Mittelfeld oder in der Abwehrkette einsetzt. Die genialen Distanzschüsse und Diagonalbälle des Linksfußes werden auch in der Landesliga für Aufsehen sorgen, gegen agile Stürmer dürfte der schwerfällige Spielmacher aber Probleme bekommen. Neu im Tor ist Nico Bayer, vor dem die bewährte Abwehrkette der Vorsaison steht.

Bayer kam wie Max Fells von der DJK Gnadental und ist neben Marcus Buchen (Nievenheim) einer von nur drei gestandenen Zugängen. Hinzu kommen die Talente Justice Kromo, Andre Pinho, Hilal El Abed (alle aus dem Kapellener Nachwuchs) und Furkan Yalcin (Strümp). „Die Neuen haben sich gut eingefügt und passen auch von ihrer Persönlichkeit perfekt bei uns rein“, sagt van Schewick. Bei Max Fells, der nach einer Horror-Knieverletzung über ein Jahr pausierte, will der Coach kein Risiko eingehen: „Max ist ein toller Fußballer, der bei uns alle Zeit der Welt bekommen wird, um richtig fit zu werden.“ Gleiches gilt für Simon Petri, der sich in der Vorbereitung den Mittelfuß gebrochen hat. Eine Prognose ist bei solchen Verletzungen schwierig, der dribbelstarke Offensivmann wird vor Oktober allerdings kaum wieder auf dem Feld zu sehen sein.

Dennoch muss die HSG, laut van Schewick, „von Beginn an da sein“, um die Saison nicht gleich im Tabellenkeller zu beginnen. Ein Sieg in Solingen wäre am Sonntag daher wichtig, zumal mit dem Heimspiel und Lokalderby gegen den SC Kapellen am darauffolgenden Mittwoch gleich der erste Knaller wartet. Danach stehen zwei Auswärtsspiele beim MSV Düsseldorf und beim FC Remscheid an, bevor der VfR Fischeln kommt – ein leichtes Auftaktprogramm sieht sicher anders aus.