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Lokalsport: Holzheim verpasst Sprung an die Spitze

Lokalsport : Holzheim verpasst Sprung an die Spitze

Während in der Bezirksliga auch Konkurrent St. Tönis patzt, kommt die HSG in Gierath nicht über ein 3:3 hinaus.

Wie groß die Chance war, die die Holzheimer SG im Bezirksliga-Aufstiegskampf der Gruppe 4 vertan hatte, war nach Abpfiff eines völlig verrückten Fußballspiels noch gar nicht klar. Denn während die HSG beim SV Bedburdyck/Gierath nur ein 3:3 (1:2) geholt hatte, mühte sich Teutonia St. Tönis bei der DJK Giesenkirchen beim Stand von 0:0 noch. Tore fielen dort nicht mehr, ein Holzheimer Sieg hätte zwei Spieltage vor Saisonende also den Sprung an die Tabellenspitze bedeutet. "Das ist natürlich extrem ärgerlich", sagte Trainer Guido van Schewick, dessen Elf auf Relegationsplatz zwei bleibt.

Unabhängig vom Fernkampf um die Meisterschaft sah der Coach eine aberwitzige Partie mit sechs Toren, drei Platzverweisen und Chancen im Minutentakt: "Hier war wirklich alles drin. Unglaublich, dass wir nicht gewonnen haben." Im strömenden Regen präsentierten sich nämlich auch Bedburdyck angriffslustig und leidenschaftlich. Und weil Schiedsrichter Melih Cave das Spiel nie unter Kontrolle hatte (zehn Gelbe, eine Gelb-Rote und zwei Rote Karten), entwickelte sich schnell ein rassiges und hartes Duell. Der SV-Angreifer Niklas Fischel schockte Holzheim erst per Elfmeter (19.) und dann abgezockt nach einem Konter (36.) zweimal, nachdem Yannick Joosten zwischenzeitlich mit einem energischen Tempolauf ausgeglichen hatte (26.). In der Folge sah SV-Stürmer Ferhat Duman binnen drei Minuten zwei Gelbe Karten und flog vom Feld (40). Unmittelbar nach dem Seitenwechsel gerieten dann der Bedburdycker Jochen Schumacher und Ersin Deniz, der im Winter vom SV nach Holzheim gewechselt war, aneinander. Deniz bedachte seinen Ex-Mitspieler mit einem Kopfstoß und Beleidigungen, beide sahen die Rote Karte. "Das ist für mich überhaupt nicht verständlich. Jochen mag ein wenig provoziert haben, aber ansonsten hat er in dieser Szene überhaupt nichts gemacht", fand SV-Trainer Thomas Schumacher.

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So blieb Holzheim in Zehn-gegen-Neun-Überzahl eine Halbzeit lang Zeit, um das Spiel zu drehen. Dass das bei zahlreichen Großchancen durch Simon Petri, Simon Kozany, Joosten und vielen anderen nicht gelang, lag einerseits am eigenen Unvermögen, andererseits aber auch an einem herausragenden Bedburdycker Torhüter Dominik Lingweiler, der über sich hinaus wuchs, sogar einen selbst verschuldeten Elfmeter von Luca Wefers parierte (80.) und anschließend per Fuß einen unhaltbaren Ball gegen Joosten abwehrte. "Wir müssen uns an die eigene Nase fassen. Wenn man aus so vielen hundertprozentigen Chancen kein Tor macht, dann hat man es auch nicht verdient", fand van Schewick. Als Joosten kurz darauf doch zum 2:2 traf (85.), dauerte es keine 60 Sekunden, ehe der bärenstarke Fischel nach feinem Zuspiel von Yannik Neumann gerade noch mit der Fußspitze an den Ball kam und den SV mit seinem dritten Tor abermals in Führung schoss (86.). Einen letzten Geniestreich hatte Holzheim aber noch im Tank: In der fünften Minute der Nachspielzeit setzte Marvin Meirich einen gewieften Flachschuss aus der Distanz zum 3:3 ins Netz.

Der gefühlte Gewinner kam dennoch aus Bedburdyck. "Ich bin einfach nur froh. Wir haben in Unterzahl überragend gespielt", sagte Trainer Schumacher, der im Kampf gegen den Abstieg mit einem Vier-Punkte-Polster beste Karten hat.

(NGZ)