Fußball HSG-Trainer fordert den „Big Fight“

Rhein-Kreis · Holzheim empfängt Aufstiegskandidat St. Tönis, Kapellen spielt schon am Freitag.

 Beobachtet von den Trainern Thomas Rodoniklis, Hamid Derakhshan und Stefan Schellenberg (Mitte v.l.) haut sich Dennis Brune (20) voll rein. Genau das ist das Rezept der HSG für das Spiel gegen St. Tönis.

Beobachtet von den Trainern Thomas Rodoniklis, Hamid Derakhshan und Stefan Schellenberg (Mitte v.l.) haut sich Dennis Brune (20) voll rein. Genau das ist das Rezept der HSG für das Spiel gegen St. Tönis.

Foto: Andreas Woitschützke

Ein bisschen traurig wirkt Jörg Ferber schon. Nach dem Abgang von Oliver Seibert hatte er beim Fußball-Landeligisten SC Kapellen für rund zwei Monate neben seinen Aufgaben als Sportlicher Leiter den Trainerjob übernommen. „Das hat mir Spaß gemacht, eine tolle Aufgabe.“ Doch mit der Verpflichtung von Friedhelm „Juppi Schmitz“ (53) kann er sich wieder auf seine eigentliche Arbeit konzentrieren – und er stellt klar: „Dass ich jetzt als Trainer aufhöre, hat nichts mit den beiden Niederlagen gegen Holzheim und Sonsbeck zu tun. Das könnte sich in in Zukunft mal wieder ändern, aber in der jetzigen Situation hatte ich nie vor, in Kapellen Trainer zu werden. Oliver Seibert, der für mich nach wie vor einer der besten Trainer im Kreis ist, hatte mich nach Kapellen geholt und es war nie mein Plan, ihn als Trainer zu beerben. Das zu sagen, ist mir wichtig.“

Mit Juppi Schmitz schlage der Verein, erklärt Ferber, ganz bewusst einen neuen Weg ein: „Er ist einer aus Kapellen, den die Kapellener kennen.“ Zum Debüt ist der neue Coach mit seiner Truppe am Freitag (20 Uhr) beim Aufsteiger SGE Bedburg-Hau im Einsatz. Ein schwerer Gang. Niemand an der Erft denkt gerne zurück ans Hinspiel, dass der hochüberlegene SCK extrem unnötig mit 1:3 verloren hatte. Zudem bleibt die personelle Lage angespannt: Goalgetter Alexander Hauptmann steht Schmitz in dieser Saison wohl ebenso nicht mehr zur Verfügung wie Manu Ioannidis, dazu fallen Nils Mäker und David Dygacz noch länger aus. Am Freitag definitiv nicht dabei sind auch die gesundheitlich angeschlagenen Timo Welky und Kapitän Janik Röber. Vor allem in der Abwehr, wo Nils Dübbert der einzig verbliebene Innenverteidiger ist, sowie im Sturrmzentrum, wo weit und breit kein Ersatz für Alexander Hauptmann in Sicht ist, drückt der Schuh.

Bei der Holzheimer SG ist die Stimmung nach den Siegen über Fichte Lintfort (2:1) und in Kapellen (3:0) prächtig, doch der neue Coach Hamid Derakhshan weiß natürlich auch, dass es noch ein weiter Weg bis zum Klassenverbleib ist. Weil auch der SV Hönnepel/Niedermörmter mit sieben Punkten aus drei Partien ins Jahr gestartet ist, ist die HSG am für sie spielfreien Karnevalswochenende sogar wieder auf Abstiegsplatz 15 zurückgefallen. Auch darum haben die Neusser während der Pause weiter Vollgas gegeben. Hamid Derakhshan: „Nur eine Einheit ist ausgefallen, dafür haben wir intensiver und länger trainiert. Um im Spielrhythmus zu bleiben, haben wir die Intensität mit vielen unterschiedlichen Trainingsformen in wechselnden Kleingruppen hochgehalten.“

Auch auf den Gegner hat der fleißige Coach seine Schützlinge akribisch vorbereitet. Das ist sicher gut, schließlich stellt sich am Sonntag (Anstoß 15.30 Uhr) in der Teutonia St. Tönis der Tabellenzweite auf der Anlage an der Reuschenberger Straße vor. Der vom Ex-Profi Bekim Kastrati betreuten Mannschaft hatten die Holzheimer im Hinspiel ein 2:2-Unentschieden abgetrotzt. Seine Erkenntnisse speist Derakhshan zusätzlich aus drei Spielbeobachtungen. Darum weiß er, „wie der Gegner sein Pressing aufbaut, was dessen Lieblingsseite ist und was dessen schwache Seite ist.“ Trotzdem steht für ihn fest: „Das ist eine sehr, sehr herausfordernde Aufgabe für uns. Wir haben nur dann den Hauch einer Chance, wenn wir einen Big Fight abliefern. Aber unsere Jungs sind gut darin, zu kämpfen, zu kämpfen, zu kämpfen ...“

Die Gäste hatten vor anderthalb Wochen einen kleinen Rückschlag im Aufstiegskampf erlitten, als sie nach zuvor 13 Spielen ohne Niederlage in Folge dem Verfolger 1. FC Mönchengladbach mit 1:2 unterlagen. Ihr Vorsprung auf den ersten Nichtsaufstiegsplatz beträgt allerdings immer noch satte elf Punkte. Kicker wie Burhan Sahin, Brian Drubel und Kevin Breuer gehören zum Besten, was diese Liga zu bieten hat. Mut macht der HSG aber der Blick auf die direkten Duelle: St. Tönis wartet nun schon seit fünf Partien auf einen Sieg über die wackeren Holzheimer, die gegen die Teutonen seit dem gemeinsamen Aufstieg in die Landesliga 2018 noch kein Match verloren haben.     

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