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20. Quirinus-Cup: 2.500 Nachwuchs-Handballer in Neuss: Holt sich Dunaferr den Super-Cup?

20. Quirinus-Cup: 2.500 Nachwuchs-Handballer in Neuss : Holt sich Dunaferr den Super-Cup?

Zahlen sagen manchmal mehr als tausend Worte: Der 20. Quirinus-Cup bringt über Pfingsten an die 2.500 Handballer nach Neuss - 168 Mannschaften aus 15 Nationen machen die Veranstaltung zu einem der größten Nachwuchsturniere auf dem europäischen Kontinent. Der Ausrichter Neusser HV sowie seine Co-Partner TSV Bayer Dormagen, HSG/ART Düsseldorf und TSV Norf haben dabei an drei Tagen wieder Schwerstarbeit zu verrichten, gilt es doch das sportliche Geschehen in gleich elf Hallen von Dormagen bis Düsseldorf zu koordinieren. Gemeinsam sind wir stark: Auch der 20. Quirinus-Cup des Neusser HV mit rund 2.500 Nachwuchshandballern aus 15 Nationen steht wieder für Völkerverständigung ohne große Worte.

Zahlen sagen manchmal mehr als tausend Worte: Der 20. Quirinus-Cup bringt über Pfingsten an die 2.500 Handballer nach Neuss - 168 Mannschaften aus 15 Nationen machen die Veranstaltung zu einem der größten Nachwuchsturniere auf dem europäischen Kontinent. Der Ausrichter Neusser HV sowie seine Co-Partner TSV Bayer Dormagen, HSG/ART Düsseldorf und TSV Norf haben dabei an drei Tagen wieder Schwerstarbeit zu verrichten, gilt es doch das sportliche Geschehen in gleich elf Hallen von Dormagen bis Düsseldorf zu koordinieren. Gemeinsam sind wir stark: Auch der 20. Quirinus-Cup des Neusser HV mit rund 2.500 Nachwuchshandballern aus 15 Nationen steht wieder für Völkerverständigung ohne große Worte.

Das Gros der Athleten, fast 1.200, übernachten im Schulzentrum an der Weberstraße, darüber hinaus stellt das Dorint-Hotel Schlafmöglichkeiten für 65 Gäste zur Verfügung - der Rest ist in Gastfamilien und Jugendherbergen untergebracht. "Dort ist über Pfingsten alles ausgebucht", erklärt Jochen Kallenberg, der gemeinsam mit Wolfgang Spangenberger, Günter Hahn und Klaus Wehling in bewährter Manier für die Organisation verantwortlich zeichnet.

Die Verpflegung der hungrigen Sportler übernehmen vor allem Eltern und der Malteser Hilfsdienst, der täglich an die tausend Mahlzeiten bereit hält. Eine Betreuung, die von den Teilnehmern seit vielen Jahren geschätzt wird. "Die Vielzahl und die Qualität der beim Cup spielenden Teams spricht für sich", lobt Wladimir Bannikow (53), Delegationsleiter der Auswahl Pskows. Besonders die Klubs aus dem Osten Europas (in diesem Jahr sind 24 Mannschaften am Start) kommen gerne nach Neuss.

"Denn wegen knapper finanzieller Mittel können wir uns in dieser Form nur selten mit der Konkurrenz aus dem Ausland messen", so Bannikow weiter. Wussten in der Vergangenheit Klassemannschaften wie Badel Zagreb und Minsk die Zuschauer zu erfreuen, so darf man in diesem Jahr auf zwei Debütanten gespannt sein: die Auswahl Rijekas und die rumänische A-Junioren-Nationalmannschaft. Den Kontakt hergestellt hatte Petre Ivanescu (Gummersbach), ehemaliger Trainer der DHB-Auswahl und des TSV Bayer Dormagen.

Sein Sohn Dan Ivanescu coacht die Verbandsliga-Handballer des Neusser HV. Auf die Teilnahme der C- und D-Jugend aus der Partnerstadt Rijeka ist Spangenberger besonders stolz. "Denn es ist das erste Mal überhaupt, dass Schüler aus Rijeka und Neuss miteinander in Kontakt kommen. Da sieht man wieder einmal, was der Sport alles möglich macht." Mächtig ins Zeug gelegt hat sich im Vorfeld auch Pascal Mahé. Der Ex-Weltmeister, Publikumsliebling und Abwehrchef des gerade in die Zweite Bundesliga aufgestiegenen TSV Bayer Dormagen, warb in seinem Heimatland Frankreich für den Cup.

Mit Erfolg: Insgesamt 17 Mannschaften haben ihre Teilnahme zugesagt - darunter auch die Talente des bärenstarken Erstligisten Istres Sports. Sogar die afrikanischen Ferieninsel La Reunion schickt ihre besten Nachwuchshandballer in die Quirinusstadt. Pascal Mahé kennt das Turnier, sein Sohn Kentin erreichte im Vorjahr mit der E-Jugend das Finale gegen den NHV. Das ging zwar mit 13:20 verloren, doch Kentin Mahé wurde zum besten Spieler seiner Altersklasse gekürt. Im gleichen Team auch Hermann Gudmundsson, der Filius von Gudmundur Gudmundsson, in der Bundesliga in Diensten des TSV Bayer und aktueller Trainer der isländischen Nationalmannschaft.

Eine Verbindung, die Jochen Kallenberg nutzen will. "Für das nächste Jahr hat uns Gudmundur Gudmundsson ganz fest einige Teams aus Island versprochen." Doch auch ohne die "Isis" ist das Turnier bestens bestückt: Bei der männlichen A-Jugend könnten die rumänischen Auswahlspieler im Finale am Sonntag auf Dunaferr SE (Ungarn) treffen. Die B-Jugend sollten Dukla Prag und Lugansk (Ukraine) dominieren, bei der C-Jugend sind in erster Linie die Neusser Partnerstädte Rijeka und Pskow zu beachten. Übrigens: Die russischen Gäste beschäftigten 1998 sogar den Verkehrsfunk. Als ihr altersschwacher Bus bei der Rückfahrt bereits im Neusser Autobahndreieck den Geist aufgab, verkürzten die Jugendlichen die Wartezeit mit dem, was sie am besten können: sie trieben Sport.

Da das allerdings mitten auf der Autobahn geschah, erging kurz darauf im Funk die Warnung: "Achtung, Fußball spielende Kinder im Dreieck Neuss!" Wahrlich eine Geschichte zum Schmunzeln. Grund dazu hatte im vergangenen Jahr auch der NHV, schließlich sicherte er sich zum dritten Mal in Folge den Super-Quirinus-Cup für den Verein mit den meisten Teams unter den ersten Drei. Härtester Konkurrent dürfte bei der 20. Auflage Dunaferr SE werden, der eine echte Macht ist. Die Ungarn reisen sowohl in der weiblichen A-Jugend als auch in der männlichen B-Jugend als Titelverteidiger an.

Der NHV ist besonders bei den Mädels stark: Die B-Jugend gewann den Cup 2001, ist zudem amtierender Westdeutscher Meister, die A-Jugend ist immerhin Niederrheinmeister. Immer für einen Platz auf dem Treppchen gut ist die gemischte E-Jugend. Gekürt werden natürlich auch wieder der Mister und seine Miss Quirinus-Cup. Ein heißer Kandidat ist sicherlich die 18-jährige Alexandra Wehling, die für die A-Juniorinnen des Neusser HV aufläuft.

Die Gymnasiastin sieht die Sache indes ziemlich gelassen. "Ich weiß nicht, ob ich mir jetzt Hoffnungen machen soll", sagt sie und fügt keck hinzu: "Eigentlich interessiert uns eher die männliche A-Jugend. Höhepunkt des Turniers ist am Sonntag die in der auf jeden Fall wieder mit 1.500 Zuschauern bis unters Dach gefüllten Stadionhalle ausgetragene Finalrunde. Auch wenn Trappen die kuschelige Atmosphäre durchaus zu schätzen weiß, gibt er zu bedenken, "dass ein Turnier dieser Größenordnung in dieser kleinen Halle nur sehr schwer zu organisieren ist." Das Angebot, in die neue Halle nach Dormagen zu gehen, hat der Verein jedoch abgelehnt.

"Wir sind ein Neusser Turnier, und so soll es bleiben", stellt Kallenberg klar. Doch Christoph Buchbender, Vorstands-Vorsitzender der Rheinland-Versicherung und Mit-Initiator des Modells "Partner des Sports", die unter anderem den Cup finanziell und materiell unterstützen, warnt: "Es fehlt einfach die richtige Halle, um auch den Quirinus-Cup langfristig in Neuss zu halten." Was ein Ausstieg der von asics, Stadt Neuss, Neuß-Grevenbroicher Zeitung, Grobi, AOK Rheinland, Trienekens, Heinemann & Co., Dorint Kongress-Hotel, ARAG-Versicherung, Viktoria-Spedition, medicoreha und RheinLand gebildeten Sponsorengemeinschaft für das Turnier bedeuten würde, dessen ist sich Trappen gewiss.

"Wir stehen in einem absoluten Abhängigkeitsverhältnis zu den Partnern des Sports. Sollten die sich irgendwann zurückziehen, gibt es den Quirinus-Cup nicht mehr ....." Darüber hinaus gibt es ab Freitag natürlich auch wieder jede Menge erstklassigen Sport zu sehen. Die Finalrunde beginnt am Sonntag um 14 Uhr in der Stadionhalle.

(NGZ)