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Jüchen: Hohe Haftstrafen nach Mord an einem 55 Jahre alten Musiker

Jüchen : Hohe Haftstrafen nach Mord an einem 55 Jahre alten Musiker

Erst hatten sie Renovierungsarbeiten auf einem Bauernhof in Jüchen erledigt. Als sie dort rausgeworfen wurden, brachten die beiden Rumänen in der Nacht zum 26. Oktober 2012 einen 55-jährigen Musiker aus Neukirchen-Vluyn um.

In dem Prozess gegen die beiden Männer hat das Gericht gestern sein Urteil verkündet: Ein 21-jähriger Angeklagter ist zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden, sein 20 Jahre alter Komplize muss für zwölf Jahre ins Gefängnis.

Das Gericht sprach sie des gemeinschaftlichen Mordes in Tateinheit mit gemeinschaftlichem besonders schwerem Raub mit Todesfolge schuldig. Sie hätten den gemeinschaftlichen Entschluss gefasst, Auto, Kreditkarte und Wertgegenstände des Opfers an sich zu nehmen und nach Rumänien zu fahren. Weil sie fürchteten, entdeckt zu werden, töteten sie ihn.

In seine Wohnung waren sie gelangt, weil der hilfsbereite Bekannte den Rumänen Unterschlupf gewährte. Er ließ sie sogar alleine in seiner Wohnung, versorgte sie mit Essen und Getränken. Das wurde ihm zum Verhängnis. Noch wenige Stunden vor der Tat hatten die Männer im Internet ausgekundschaftet, welchen Wert der Sportwagen des Opfers hat. Als der 55-Jährige eingeschlafen war, seien beide — mit Messer und Flasche bewaffnet — in das Schlafzimmer gegangen. Einer der beiden schlug dem Schlafenden dann die Flasche auf den Kopf. Als der Mann sich drehte, stach der andere Täter ihm das Messer in den Oberkörper. Der Stich war so heftig, dass er das Brustbein durchtrennte und das Herz durchstieß.

Das Gericht war überzeugt, dass beide Männer des Mordes schuldig sind. Schläge und Stiche seien in so kurzen Abständen zugefügt worden, dass beide Täter gemeinsam gehandelt haben müssen. Für eine gemeinsame Tatbegehung sprach auch, dass beide Männer Einzelheiten kannten, die nur der Täter wissen konnte. Diese Details seien nicht durch bloßes Weitererzählen bekannt gewesen. Noch in der Tatnacht hatte der 21 Jahre alte Angeklagte einem Freund in Rumänien mitgeteilt, dass er mit einem Auto in seine Heimat zurückkehren wollte.

Beide Angeklagte hatten ihre Schuld bestritten. Sie stellten den jeweils anderen als Haupttäter dar. Mit zahlreichen widersprüchlichen Aussagen hatten sie immer wieder versucht, sich zu entlasten. Der 20-Jährige bestätigte schließlich, dass es einen gemeinsamen Mordplan gab. Bei der Ausführung habe er allerdings nicht mitgemacht.

Sein Komplize war zur Tatzeit im vergangenen Herbst noch keine 21 Jahre alt. Nach dem Jugendstrafrecht hätte er zu maximal zehn Jahren Haft verurteilt werden dürfen. Das Gericht ging allerdings entgegen der Auffassung der Jugendgerichtshilfe davon aus, dass der Mann nicht mehr einem Jugendlichen gleichzusetzen sei.

(NGZ)