Jüchen : Hohe Auflagen: Party abgesagt

Der Freundeskreis des Infanteriezuges Hochneukirch wollte eine Halloween-Party feiern. Wegen zu hoher Auflagen musste sie abgesagt werden. Ein Grund für die Auflagen: die Schlägerei bei der Vorabifete im Oktober.

Es hätte alles so schön werden sollen. Die Dekoration für die Halloween-Party in der Peter-Bamm-Halle hatte der Freundeskreis des Infanteriezuges Hochneukirch bereits gebastelt, die Versicherung für die Party abgeschlossen.

Doch als am Dienstag ein Schreiben mit den Sicherheitsauflagen der Gemeinde eintraf, stand schnell fest: Das kann der 16 Mann starke Freundeskreis nicht stemmen. Hermann Bongen und Bernd Schlösser, die zu den Organisatoren der Party gehören, beschlossen daher schweren Herzens, dass die Party ausfallen muss.

Als einen der Gründe dafür, dass die Gemeinde noch einmal vehement auf Sicherheitsauflagen pochte, sehen die Hochneukircher Halloween-Party-Macher die Ereignisse in der Nacht vom 9. auf den 10. Oktober: Da war es bei der Vorabi-Feier in der Peter-Bamm-Halle zu einer Massenschlägerei mit acht Verletzten gekommen. 24 Polizisten waren drei Stunden lang im Einsatz, um wieder für Ruhe zu sorgen. Am Ende standen sechs Festnahmen.

Die Gemeindeverwaltung hatte als Reaktion auf die Schlägerei eine Verschärfung der Vorschriften für Party-Veranstalter angekündigt. "Wir sind jetzt die ersten, die es erwischt", meint Hermann Bongen. Auf seiner Internetseite entschuldigt sich der Freundeskreis des Infanteriezuges für den Ausfall der Party. Zugleich findet er deutliche Worte: "Wir danken den Chaoten, die am 10. Oktober den Großeinsatz der Polizei vor der Peter-Bamm-Halle verursacht haben."

Die Gründe für die Absage finden sich vor allem in den unter Punkt drei und vier im Schreiben der Gemeinde aufgeführten Anforderungen. "Wir hätten im Umkreis von 100 Metern um das Veranstaltungsgebäude ein Glasverbot umsetzen und kontrollieren sollen", sagt Bongen. "Das kann ein kleiner Veranstalter wie wir personell gar nicht umsetzen. Und einen teuren Security-Dienst können wir uns nicht leisten."

Annette Gratz, Ordnungsdezernentin der Gemeinde, stellt klar, dass sich der rechtliche Rahmen für Veranstaltungen nicht verändert habe. Mit dem Schreiben habe man die Veranstalter noch einmal für die Einhaltung der Mietordnung sensibilisieren wollen. Neu ist allerdings, dass die Veranstalter ein Glasverbot auf dem Außengelände durchsetzen sollen.

Hermann Bongen befürchtet, dass derart strenge Auflagen viele weitere Party-Absagen folgen lassen. Bei der Verwaltung wird derzeit an einer Checkliste für Party-Organisatoren gearbeitet.

(NGZ)