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Dormagen und Solingen werben für Lokalduell am Freitag: Hoffen auf Rekordkulisse

Dormagen und Solingen werben für Lokalduell am Freitag : Hoffen auf Rekordkulisse

Was den einen der hart erkämpfte Auswärtserfolg in der "Hölle Nord", war für die anderen der bislang höchste Saisonsieg: Die Handballer von TSV Bayer Dormagen und SG Solingen betrieben beste Werbung für ihr Aufeinandertreffen am Freitag um 20 Uhr im TSV-Bayer-Sportcenter.

Die Dormagener setzten sich bei der heimstarken HSG Gensungen/Felsberg mit 27:26 durch, Solingen schickte Erstliga-Absteiger SG Willstätt/Schutterwald mit einer in dieser Höhe sensationellen 19:33-Niederlage nach Hause. "Wir haben richtig gut gespielt", erzählt Marcel Leclaire. Der 24-Jährige blickt dem Freitagabend mit einiger Aufregung entgegen.

Verständlich: Von 1996 bis zum Mai diesen Jahres stand er zwischen den Dormagener Torpfosten. Er lebt in Dormagen und arbeitet als Chemikant im Dormagener Bayer-Werk. Am Freitagabend aber ist er Solinger, trägt in der ersten Saison das Trikot des ehemaligen Erstligisten. "Natürlich ist diese Partie für mich etwas ganz Besonderes", redet Leclaire kein bisschen um den heißen Brei herum: "Es ist das erste Mal, dass ich gegen den Verein auflaufe, für den ich bisher am längsten gespielt habe."

Da tut es auch nichts zur Sache, dass von den Akteuren, mit denen Leclaire in Dormagen zusammenspielte, am Freitag nur noch sechs dabei sind: Seine Torhüterkollegen Joachim Kurth und Matthias Reckzeh und auf dem Feld Nils Meyer, Rainer Hantusch, Marcel Wernicke und Daniel Dembski. Für den die Partie gleichfalls nicht alltäglich ist: Er stammt aus der Solinger Jugend, ist im Bergischen zu Hause. "Klar kennen die vier mich genau. Aber ich sie auch", schätzt Leclaire, dass sich die gegenseitigen Vorteile aufheben.

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Am Samstag, beim 33:19 über die SG Willstätt/Schutterwald, hütete er nur die letzten zehn Minuten den Solinger Kasten. Die übrige Zeit stand Gerrie Eylers zwischen den Pfosten, der als niederländischer Nationaltorhüter Dormagens Linksaußen Michiel Lochtenbergh bestens kennt. Das hatte, sagt Leclaire, keinen besonderen Grund: "Wir wechseln uns öfter ab." Bislang hatte er die größeren Spielanteile gegenüber dem ein Jahr jüngeren Studenten aus Volendam.

"Ich bin sehr zufrieden in Solingen, auch das Umfeld ist super", sagt der Ex-Dormagener. Dass die Partie am Freitag nicht nur ein Lokalkampf, sondern als Aufeinandertreffen des Tabellenvierten mit dem Sechsten auch ein "echtes Spitzenspiel" (TSV-Trainer Kai Wandschneider) ist, das hätte er vor Saisonbeginn nicht unbedingt erwartet: "Sowohl Dormagen als auch wir gehören zu den positiven Überraschungen der Liga", meint Leclaire, "die Voraussetzungen bei beiden sind ähnlich: Auch wir sind ein junges, fast komplett neu zusammengestelltes Team, das sich gut versteht."

Den Unterschied machen bislang die Auswärtsspiele aus: Dormagens Sieg in Gensungen war bereits der sechste von neun Spielen in der Fremde, Solingen holte erst deren zwei (aus sieben Spielen) - bei den kellerkindern in Konstanz (25:24) und Erlangen (33:22). "Warum das so ist, wissen wir auch nicht, sonst könnten wir ja etwas dagegen tun", sagt Leclaire. Die Aussagekraft solcher Statistiken sei am Freitag ohnehin nicht gegeben, meint Bayers Trainer Kai Wandschneider: "Denn das ist ein klassischer Lokalkampf. Ich rechne damit, dass die Solinger 400, 500 Fans mitbringen werden."

Eine Rechnung, die aufgehen könnte: "So ein Lokalduell zieht immer die Massen an. Und von unseren Fans haben viele am Samstagabend gesagt, dass sie auch nach Dormagen kommen", erzählt Leclaire: "Ich hoffe, die Halle wird voll." Wandschneider wünscht sich gar einen "neuen Rekord": Die alte Bestmarke aus der Partie gegen Melsungen steht bei 1850. Allein am Montag Morgen gingen 60 Karten in der TSV-Geschäftsstelle (Vorbestellung unter 02133/516903) über die Theke, mehr als 1200 sind schon verkauft. Doppelt so viele Fans passen 'rein.

Dass ihnen eine Menge geboten wird, davon sind Wandschneider und Leclaire überzeugt. Der sagt: "Das wird bestimmt ein heißer Tanz. Schön, wenn es auch ein gutes Spiel wird." Der Bayer-Trainer denkt da pragmatischer: "Das wichtigste ist ein Sieg. Das wäre der krönende Abschluss einer tollen Hinrunde." Volker Koch

(NGZ)