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Hockey-Zweitligist HTC SW Neuss erlebt ein tiefschwarzes Wochenende

Feldhockey : Tiefschwarzes Wochenende für den HTC

Obwohl der Hockey-Zweitligist aus Neuss den Klassenverbleib drei Spieltage vor Saisonschluss jetzt auch rechnerisch sicher hat – die Niederlagen in Mönchengladbach (1:5) und beim DSD Düsseldorf (3:5) drücken arg auf die Stimmung.

Irgendwie scheint der HTC SW Neuss sein Pulver mit dem 7:1-Sieg vor zwei Wochen über Klipper Hamburg verschossen zu haben. Schon der erst auf den letzten Drücker eingetütete 2:1-Heimsieg über Rissen am Tag darauf war kein Glanzstück. Die 2:3-Heimniederlage gegen Flottbek sechs Tage später ging noch als vermeidbares Ärgernis durch. Doch nach den beiden aktuellen Auswärtspleiten gegen den Gladbacher HTC (1:5/Halbzeit 1:3) und den DSD Düsseldorf (3:5/1:2) fehlten Trainer Matthias Gräber die Worte. Das galt vor allem für das Match in der Landeshauptstadt.

Und darum zunächst zur Partie in Gladbach: Trotz eines, so der Coach ungehalten, leblosen Auftritts gelang es Krystian Sudol, die durch einen Treffer von David Filipe Ascenso Franco früh (5.) ins Hintertreffen geratenen Gäste wieder auf gleiche Höhe zu bringen (12.). Dem „Kümmeltor“(Gräber) setzten Fabian Rickenbach und Tevin Kok noch vor dem Seitenwechsel die Treffer zur Gladbacher 3:1-Führung entgegen – jeweils im Nachschuss nach Strafecken. Krass unterlegen waren die Neusser nicht, doch fehlte dem Coach der rechte Zugriff. „Wenn Gladbach im Kreis war, brannte es jedes Mal lichterloh vor unserem Tor. Wenn wir im Kreis waren, blieben wir total ungefährlich.“ Im Ergebnis machte sich das so bemerkbar: Goalgetter Abdud Dayaan Cassiem, bester Mann der von seinem Bruder Mustaphaa Cassiem sowie Tevin Kok und Nic White vervollständigten Fraktion südafrikanischer Nationalspieler, erhöhte im zweiten Abschnitt per Konter auf 4:1, Dan Schenck war beim 5:1 ebenfalls dankbarer Endpunkt eines Schnellangriffs. Dabei, klagte Gräber, seien seine Schützlinge gerade im letzten Viertel schwer am Drücker gewesen. „Aber wir hätten noch eine Stunde spielen können, ohne ein Tor zu schießen.“ Bedeutend mehr hatte er sich darum von der Partie in Grafenberg versprochen, wo er im Deutschen Sportklub Düsseldorf einen Kontrahenten auf Augenhöhe vermutete. Die Vorstellung bis zur Halbzeitpause ließ der Coach seinen Jungs noch mit Schmerzen durchgehen. Julian Dettmer traf nach Maximilian Bergs‘ Führungstor zum 1:1, auf die Treffer von Tassilo Busch (Ecke/15.) und Lukas Muth schon nach Wiederbeginn zum 3:1 (47.) ließ der junge Frederick Lonnes das 2:3 (48.) folgen. Und dann wurde es richtig düster: „Was wir alleine im dritten und Viertel an Torchancen ausgelassen haben, geht auf keine Kuhhaut“, schimpfte Gräber. „Obwohl wir ganz schlecht verteidigt haben, hätten wir dieses Spiel trotzdem noch mit 8:5 gewinnen können.“

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Klappte aber nicht. Jubeln durften zumeist nur die Gastgeber: Lukas Mertgens markierte das 4:2 (49.), wiederum Bergs das 5:2 (51.). Es spricht immerhin für die Moral der im Angriff zahnlosen Neusser, dass ihnen weiteres Ungemach erspart blieb. Bartosz gestaltete das Ergebnis mit seiner zum 3:5 (54.) verwandelten Strefecke sogar noch etwas angenehmer.

Die miese Laune des Trainers vermochte dieser kleine Glücksmoment indes nicht mehr zu verbessen. „So ein Spiel verstehe ich nicht, das macht mich sprachlos.“ Bis Dienstag sollte er sich die richtigen Worte allerdings zurechtgelegt haben, denn dann präsentiert er seinem Team die Bilder von dieser Partie. Schön wird das nicht. Dabei hätten an der Jahnstraße die Sektkorken knallen können, ist der vor der Saison als wichtigestes Ziel ausgegebene Klassenverbleib doch trotz gleich vier Absteigern schon drei Spieltage vor Saisonschluss definitiv unter Dach und Fach.