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Hockey: SW Neuss tritt zum Verfolgerduell beim Großflottbeker THGC an

Hockey : HTC reizt die Rolle „Jäger Nummer eins“

Der Hockey-Zweitligist aus Neuss tritt am Sonntag zum Verfolgerduell beim bislang ebenfalls noch ungeschlagenen Großflottbeker THGC an.

Skeptiker, bitte weghören! Ja, selbst Trainer Matthias Gräber ist die Sache irgendwie nicht ganz geheuer, senkt darum seine Stimme. „Ich wage es gar nicht auszusprechen“, schickt der Trainer des Hockey-Zweitligisten HTC SW Neuss voraus, „aber solltest du am Sonntag gewinnen, bist du der Jäger Nummer 1.“ Ein bisschen verrückt klingt es schon: Am achten Spieltag tritt Schwarz-Weiß auf der Anlage an der Otto-Ernst-Straße (Anpfiff 15.45 Uhr) als Tabellendritter beim punktgleichen und ebenfalls ungeschlagenen Erstliga-Absteiger Großflottbeker THGC an. Beide Teams haben vier Punkte hinter Spitzenreiter Crefelder HTC Lauerstellung bezogen.

Dass die Hamburger schwer daran interessiert sind, auf direktem Weg zurück ins Oberhaus zu kehren, war von Anfang an klar. Aber das auch Neuss schon wieder stark genug sein könnte, ganz vorne mitzumischen, schien ausgeschlossen. Der nach wie vor gültige Arbeitsauftrag lautet nämlich: Das Jahr eins nach dem Karriere-Ende des lange alles überstrahlenden Sebastian Draguhn irgendwie zu überstehen und den vor drei Jahren eingeleiteten personellen Umbruch damit erfolgreich abzuschließen. Vollzug kann der Coach zwar noch nicht melden und bei fünf potenziellen Absteigern ist seine junge Mannschaft noch längst nicht übern Berg, doch das ist für Gräber kein Grund zum Kleinmut: „Flottbek ist sicher bewusst, dass die gegen uns in der Vergangenheit nie viel geholt haben.“

 Die Polen-Fraktion beim HTC SW Neuss: (v.l.) Bartosz Zaworski, Krystian Sudol und Gracjan Jarzynski.
Die Polen-Fraktion beim HTC SW Neuss: (v.l.) Bartosz Zaworski, Krystian Sudol und Gracjan Jarzynski. Foto: HTC
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Die Stärken der Gastgeber hat er im Videostudium genau herausgearbeitet: „Die sind Granaten-effektiv und im Schusskreis Monster-gefährlich.“ Da habe es Spiele wie das beim DSD Düsseldorf gegeben, in denen die Schützlinge von Trainer Bernardo Fernandes in 60 Minuten nicht mehr als acht, neun Kreiseintritte vorweisen konnten, dabei aber drei Ecken gezogen und vier Tore erzielt hätten. Der Schlüssel zum Sieg sei darum: „Geduld! Geduld! Geduld!“ Bloß keine Fehler machen. Komplett gegen den Strich geht Gräber daher das Verhalten seiner Jungs im eigenen Schusskreis. „Das ist manchmal ein bisschen zu läppsch. Entweder wir sind unkonzentriert oder spielen uns die Bälle selber an den Fuß und schenken dem Gegner damit Ecken oder bringen uns anderweitig in Gefahr. Da ist der Kopf nicht eingeschaltet.“ Nicht schaden könne an der Elbe auch eine bessere Effektivität vor dem gegnerischen Gehäuse, findet er. Als Beispiel dient ihm das unbefriedigende 1:1 am vergangenen Sonntag gegen den DSD Düsseldorf: „Da machen wir aus 18 Kreis-Situationen nur ein Tor. Das ist zu wenig.“

Dass sich die unbedingt eifrigen Neusser überhaupt Einschussmöglichkeiten herausspielen, ist freilich positiv zu vermerken und hat in nicht unerheblichem Maße mit der Anwesenheit der drei polnischen Nationalspieler Bartosz Zaworski, Krystian Sudol und Gracjan Jarzynski zu tun. Sie haben sich auf Anhieb als Verstärkungen erwiesen und gehen zielstrebig ihren Weg. In Neuss ist das athletisch so starke Trio auch für die Hallenrunde fest eingeplant.

Sie werden auch am Sonntag gebraucht, denn die Gäste, die sich am Samstagnachmittag auf den Weg nach Hamburg begeben, müssen möglicherweise auf ihren Dauerbrenner Abbas Haider verzichten. Der schon „ewig“ in Diensten des HTC stehende Pakistaner lag unter der Woche erkältet flach. „Eigentlich kann er immer, aber was bringt uns ein 60-Prozent-Abi?“, fragt Gräber. Sollte der 32-Jährige tatsächlich zu Hause bleiben müssen, würde wohl entweder Ivo Otto oder Mario Stümpel (fehlte am vergangenen Wochenende) einen defensiveren Part bekommen.

Keine Zweifel hat der Coach dagegen am Einsatz von Jan Mausberg. Der Capitano absolviert im Rahmen seines Studiums zwar gerade ein mehrwöchiges Praktikum bei Mercedes-Benz in Stuttgart, ist zu den Spielen aber pünktlich parat. Das imponiert Gräber: „Er geht als Kapitän mit gutem Beispiel voran.“