Hockey Hockey: SW Neuss startet mit klarem Sieg im Spitzenspiel

Neuss · Der Sieg war holprig, aber auf jeden Fall verdient und dazu ungemein wertvoll: Hockey-Zweitligist HTC SW Neuss startete am Samstag mit einem 4:1-Erfolg (Halbzeit 1:1) über den von den meisten Fachleuten als größten Konkurrenten eingestuften Nord-Vizemeister Hannover 78 in die Mission Wiederaufstieg. Ein Auftakt nach Maß.

 Vier gegen einen: Carsten Merge, Mathias Gräber, Mario Stümpel und Ivo Otto (v.l.) spielen Hannovers Sören Bieck (am Boden) aus.

Vier gegen einen: Carsten Merge, Mathias Gräber, Mario Stümpel und Ivo Otto (v.l.) spielen Hannovers Sören Bieck (am Boden) aus.

Foto: A. Woitschützke

Zu Beginn tat sich der Topfavorit freilich schwer. Sören Bieck nutzte bereits in der dritten Minute einen Neusser Abwehrschnitzer zum Führungstreffer der Gäste. Ein Rückschlag, der Trainer Omar Schlingemann freilich nicht ganz unvorbereitet traf. "Alle stehen unter Strom, das ist ganz normal", warb er um Verständnis für den fahrigen Einstieg. In der Folgezeit aber machten sich die Hausherren konzentriert daran, ihre spielerische Überlegenheit in produktive Bahnen zu lenken. Prompt gelang Mathias Gräber in der 18. Minute der beruhigende und allemal verdiente Ausgleich. In der ersten Hälfte knallte der Ball zudem zweimal an den Pfosten des von Basti Bruns gehüteten Tores, eine weitere Großchance vereitelte der Schlussmann in starker Manier.

Allzu sicher fühlen durfte sich der Erstliga-Absteiger allerdings nicht. Zum einen zeigten sich die Niedersachsen nämlich wie erwartet konterstark, zum anderen fehlte es der nach den Abgängen von Gregor Steins und Axel Schmitz umformierte Neusser Abwehr an der nötigen Souveränität. Dass der seltsam übermotiviert wirkende Abbas Haider in unschöner Regelmäßigkeit die taktischen Vorgaben vergaß, erschwerte die zähe Angelegenheit zusätzlich.

In der Offensive ist der HTC aber eine Klasse für sich. Nur zwei Minuten nach dem Seitenwechsel spielten die Gastgeber ihren Kontrahenten gekonnt aus: Sebastian Draguhn bediente den im Schusskreis lauernden Niederländer Joris Eshuis, dessen Anspiel erneut Gräber mit dem Führungstreffer veredelte. Gut für Neuss, dass die von Hannover im Gegenzug herausgeholte Strafecke nicht zum Ausgleich führte. Abbas Haider blockte die Kugel mit dem Schläger vor der Torlinie ab. Das gleiche Kunststück vollbrachte sein Teamkollege Steven Dühr nur vier Minuten später. Erst als Sebastian Draguhn in der 57. Minute die zweite Neusser Strafecke flach zum 3:1 ans Brett hämmerte, war Schwarz-Weiß auf der sicheren Seite. Eine Entwicklung, die Gräber - nach mustergültiger Vorarbeit von Haider und Eshuis - mit seinem dritten Treffer zum 4:1 abschloss. Schlingemann will den Druck auf seine Mannschaft indes weiter hochhalten: "Das muss sie lernen, denn wir haben ja in den nächsten Jahren noch so einiges vor ..."

(NGZ)