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Hockey: Platzverweis und eine üble Verletzung für HTC SW Neuss

Hockey : Platzverweis und eine üble Verletzung

Beim 2:2 gegen Schwarz-Weiß Köln sah der Neusser Routinier Mario Stümpel die Rote Karte und der junge Ben Dammer musste ins Krankenhaus.

Die mit denkwürdigen Duellen eh schon prall gefüllte Historie zwischen dem HTC SW Neuss und Schwarz-Weiß Köln in der Zweiten Hockey-Bundesliga Nord ist um ein weiteres Kapitel reicher. Im Mittelpunkt beim 2:2-Unentschieden (Halbzeit 0:1) im Stadion an der Jahnstraße: Schiedsrichter Sven Johnson aus Fürth.

Der Unparteiische aus dem Landesverband Bayern verwies Mario Stümpel in der 41. Minute des Feldes, weil er der festen Überzeugung war, der Neusser habe einem Gegenspieler nach einer abgewehrten Strafecke seine Schutzmaske absichtlich ins Gesicht geschmissen. Dieses „unsportliche Verhalten“ bestrafte er mit „Rot“ – und zog sich damit den geballten Zorn der Gastgeber zu. So tadelte Trainer Matthias Gräber seinen entsetzten Schützling zwar, „ein so erfahrener Spieler muss sich anders verhalten“, mochte ihm aber keine Absicht unterstellen: „Wenn es der Schiedsrichter wirklich so schlimm fand, hätte er ihn auch für 15 Minuten auf die Strafbank schicken können – und gut ist!“ Ebenso empfand Teammanager Stephan Busse: „Wenn du anfängst, für so was ‘Rot’ zu zeigen, beendet keine Mannschaft mehr ein Spiel mit elf Leuten.“ Eine Sichtweise, die selbst Gästekapitän Philipp Wenzel nachvollziehen konnte: „Das war keine Rote Karte – und das habe ich dem Schiedsrichter auch gesagt.“ Dass der seit 2012 in der 2. Liga pfeifende Johnson trotzdem auf seiner Meinung beharrte, ärgerte den als besonnen geltenden Carlos Navarette, seit mehr als drei Jahrzehnten in allen nur erdenklichen Positionen ehrenamtlich für den HTC SW Neuss tätig, kolossal: „Man muss Fehler auch eingestehen können.“

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Obwohl sie die restlichen knapp 20 Minuten – abgesehen von einer Zwei-Minuten-Zeitstrafe gegen den Kölner Thiemo Litzenberger – in Unterzahl zu absolvieren hatten, wäre für die Neusser noch der Siegtreffer drin gewesen, doch unterm Strich mussten sie mit der Punkteteilung zufrieden sein. Denn vor allem in der ersten Hälfte waren die Gäste schlichtweg besser. Die Hausherren wirkten müde, auch gedanklich nicht voll bei der Sache. „Du merkst einfach, dass die Saison um zwei Wochen zu lang ist“, fügte Gräber bestätigend hinzu: „Die Jungs sind durch, das haben auch andere Trainer festgestellt.“

Der HTC konnte von Glück reden, dass Wenzel für die Domstädter nur vom Siebenmeterpunkt traf (11.). Ein von Max Aichinger per Strafecke erzieltes Tor (30.) fand keine Anerkennung. Bis ins Mark traf Jan Mausberg & Co. indes die schlimme Knieverletzung von Ben Dammer. Der Youngster war kurz vor der Halbzeitpause im Vollsprint so hart zu Boden gegangen, dass erst erst nach langer Behandlung durch einen Notarzt noch auf der Anlage ins Krankenhaus gebracht werden konnte. Ein Schock! Zwar glich Finn Langheinrich unmittelbar nach Wiederbeginn aus, doch fast im Gegenzug nutzte Simón Quinders López die zweimal wiederholte dritte Strafecke der Gäste zur erneuten Führung. Das von Samir Khelil nur vier Minute später in artistischer Manier erzielte 2:2 entsprang einem Klassekonter mit der entscheidenden Idee von Krystian Sudol.

Auch wenn sich seine Truppe in Unterzahl noch gute Einschussmöglichkeiten erspielte, war Gräber alles andere als zufrieden mit dem Auftritt. „Das war eindeutig zu wenig“, stellte er fest. Beleg dafür: Der Horror-Querpass von Paul Toll genau in den Schläger der Kölner vor dem Siebenmeter zum 0:1. So sieht ein Team aus, das ganz dringend eine Pause braucht. 

Neuss unterliegt auch in Köln
So richtig rund läuft es für den HTC SW Neuss in der 2. Hockey-Bundesliga tatsächlich nicht mehr. Mit der 1:2-Niederlage (Halbzeit 0:1) am Sonntag im letzten Spiel der Hinrunde bei Blau-Weiß Köln verlängerten die Schwarz-Weißen ihre Serie auf jetzt sechs sieglose Spiele in Folge. 

Dabei wäre die Nullnummer im Beethovenpark leicht zu vermeiden gewesen, fand Trainer Matthias Gräber. Denn die schon in der ersten Spielminute durch eine von Olympiasieger Linus Butt verwandelte Strafecke in Rückstand geratenen Gäste hätten spätestens ab Minute 25 das Kommando übernommen. „Blau-Weiß war stehend K.o.“

Dummerweise fingen sich die Neusser nach dem Ausgleichstreffer von Krystian Sudol kurz nach dem Seitenwechsel (31.) trotzdem das zweite Gegentor: Olympiasieger Jan-Marco Montag nutzte eine weitere Strafecke zum 2:1 (38.). Neuss wusste trotz sechs Strafecken und einer ganzen Reihe weiterer hochkarätiger Einschusschancen nicht mehr zu kontern. Gräber: „Damit haben wir weiter Druck.“