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Hockey: Neuss gegen Düsseldorf - ein Derby, wie es brisanter kaum geht

Hallenhockey : Ein Derby, wie es brisanter kaum geht

Gegen den Erzrivalen Düsseldorfer HC könnte der HTC Schwarz-Weiß Neuss am Samstag in heimischer Stadionhalle den vielleicht schon entscheidenden Sieg im Kampf um den Klassenverbleib in der Hockey-Bundesliga West landen.

Das hat der Düsseldorfer HC ja mal wieder fein hinbekommen! Eigentlich hatte sich der HTC SW Neuss im Abstiegskampf der Hallenhockey-Bundesliga West auf ein Duell mit Blau-Weiß Köln eingerichtet – und war vor einer Woche durch den berückenden 11:6-Sieg in der Domstadt auch wie gewünscht in Vorlage gegangen. Doch dann ließ der viel stärker eingeschätzte Erzrivale aus der Landeshauptstadt vollkommen überraschend Federn, unterlag den Blau-Weiß daheim mit 5:6. Und plötzlich ist im Tabellenkeller aus dem Zwei- ein Dreikampf geworden, in dem der DHC mit immer noch null Punkten gehörig unter Druck geraten ist.

Sein Gastspiel am Samstagabend (18 Uhr) in der Stadionhalle reiht sich darum nahtlos ein in die geschichtsträchtigen Auseinandersetzungen der vergangenen Jahre. Sehr zur Freude des aufs Spielfeld zurückgekehrten HTC-Trainers Matthias Gräber: „Es ist Derby-Zeit“, heizt er die Stimmung an: „Es gab schon so viele wichtige Spiele zwischen diesen beiden Vereinen, da wird die Halle bei jedem Tor kopfstehen.“ Genau darum setzt er am Samstag voll auf das schwarz-weiße (Hockey-)Herz. „Wir wollen uns vom Publikum tragen lassen.“ Damit es für alle Beteiligten mitten in der vierten Corona-Welle hinterher kein böses Erwachen gibt, bietet der Klub einen ganz besonderen Service für alle Zuschauer an: Grundsätzlich gilt die 2G-Regel, doch gibt es vor Ort jetzt auch die Möglichkeit, sich testen zu lassen.

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Die sportliche Rivalität sorgt am linken Rheinufer für erhöhten Puls, zusätzlich befeuert von einem Post des vor drei Jahren vom DHC zum HTC zurückkehrten Torhüters Konstantin Hayner. Das Foto zeigt Sebastian Draguhn beim Training mit der Bundesliga-Truppe. Der Ex-Weltmeister hatte seine glorreiche Karriere zu Beginn des Jahres beendet, hält sich jedoch weiterhin fit. Ob der inzwischen 37-Jährige am Wochenende sein Comeback gibt – am Sonntag (18 Uhr) kommt außerdem Uhlenhorst Mülheim zum Rückrundenstart an die Jahnstraße –, lässt Gräber freilich offen. „Schau‘n mer mal“, sagt er listig.

Die angemessen beunruhigten Gäste wissen indes zu kontern. Gut möglich, dass sie am Samstag auf drei Vize-Weltmeister bauen können: Julius Hayner, Masi Pfandt und der für den DHB als Co-Trainer tätige Dominic Giskes hatten es mit der U21-Nationalmannschaft im indischen Bhubaneswar bis ins Finale gebracht, das sie am vergangenen Sonntag gegen Argentinien trotz der Tore der beiden Düsseldorfer zum zwischenzeitlichen 2:2 mit 2:4 verloren. Vor allem die Rückkehr des flinken Giskes’ dürfte der Mannschaft helfen. Gräber: „Er verändert ihren Spielstil, ist eine absolute Leitfigur.“ Mit dem 36-Jährigen im Angriff hätten die Schützlinge des nach dem Abgang von Sebastian Folkers für die Hallensaison eingesprungenen Interimstrainerduos Nico Sussenburger und Mark Spieker gegen BW Köln wohl nicht den Kürzeren gezogen. „Dieses Spiel konnten die gar nicht verlieren“, stellte Gräber nach dem Studium der übermittelte Bilder fest. „Der DHC war drückend überlegen. Blau-Weiß kommt sieben Mal in den Kreis und macht sechs Tore.“

Das so nie und nimmer erwartetet Ergebnis stimmte ihn und seine Mannschaft schon mal auf eine „höchst interessante Rückrunde ein. In der ist nichts mehr so richtig planbar, da kann der vielleicht schon für die Play-offs qualifizierte Tabellenerste auch mal gegen das Schlusslicht verlieren. Dazu kommt Corona mit seinen Quarantäne-Geschichten. Das kann alles total durcheinanderwirbeln.“

Als gebranntes Kind würde sich der HTC diesen Wirren gerne entziehen. Gräber geht weiter davon aus, „dass sechs Punkte zum Klassenerhalt reichen. Das Spiel am Samstag gegen Düsseldorf ist also eines von sechs Endspielen für uns.“ Im Grunde sind es nur vier: „Ich glaube, wir können in dieser Liga jeden schlagen, außer Rot-Weiss Köln und Uhlenhorst Mülheim“, sagt der Neusser Coach, der am Wochenende weiter ohne Routinier Ivo Otto auskommen muss. Dafür ist Carsten Merge wieder mit von der Partie.